Es war ein Halbfinale voller Wendungen auf dem Outdoor-Hartplatz in Cincinnati: Yunchaokete Wu besiegte Mackenzie McDonald mit 7:6, 1:6 und 7:5 und zog damit ins Finale des ATP Masters-1000-Turniers ein. Der chinesische Spieler bewies über weite Strecken starke Nerven – insbesondere in den entscheidenden Momenten des ersten und dritten Satzes.
Tiebreak entscheidet den Auftaktsatz
Der erste Satz entwickelte sich zu einem ausgeglichenen Duell, in dem keiner der beiden Spieler den anderen bei eigenem Aufschlag ernsthaft unter Druck setzen konnte. Das Spiel endete schließlich im Tiebreak, den Wu knapp mit 9:7 für sich entschied. McDonald, der mit neun Assen bei eigenem Aufschlag dominierte und dort 88 Prozent seiner Aufschlagspiele gewann, konnte seinen starken Service im entscheidenden Durchgang nicht in einen Satzerfolg ummünzen – der erste Satz ging an Wu.
McDonald gleicht aus – Wu antwortet mit dem Schlusssatz
Im zweiten Satz präsentierte McDonald sein bestes Tennis. Der US-amerikanische Lokalmatador verwertete seine Breakchancen konsequent, gab lediglich ein Spiel ab und gewann den Satz klar mit 6:1. Die Überlegenheit war deutlich: McDonald erzielte bei dem ersten Aufschlag 79 Prozent der Punkte und zeigte, weshalb er auf dem Hartplatz zu den gefährlichsten Spielern zählt.
Doch Wu ließ sich nicht beirren. Im dritten Satz entspann sich erneut ein enges Duell, ehe Wu beim Stand von 5:5 den entscheidenden Impuls setzte. Er verwertete seine Breakchancen in den wichtigsten Momenten und brachte den Satz mit 7:5 nach Hause. McDonald hatte im Schlussdurchgang zwar zwei Matchbälle abgewehrt, konnte den Einzug ins Finale letztlich aber nicht mehr erzwingen.
Statistiken zeigen ein enges Match
Die Zahlen spiegelten die Ausgeglichenheit des Matches wider: Wu gewann 49 Prozent aller Punkte, McDonald 51 Prozent – und dennoch stand Wu am Ende als Sieger fest. Wu schlug 33 Winner, unterlief aber auch 56 unerzwungene Fehler. McDonald produzierte mit 18 Winnern deutlich weniger direkte Punktgewinne, leistete sich mit 40 unerzwungenen Fehlern jedoch mehr Disziplin. Bei der Quote abgewehrter Breakbälle lagen beide Spieler eng beieinander: Wu wehrte 73 Prozent ab, McDonald 71 Prozent. Die Quote verwerteter Breakbälle war auf beiden Seiten bescheiden – Wu nutzte 29 Prozent seiner Breakchancen, McDonald 27 Prozent.
Mit dem Sieg zog Yunchaokete Wu ins Finale des Cincinnati Open ein – eines der bedeutendsten Masters-1000-Turniere im nordamerikanischen Hartplatzsommer, der unmittelbar als Generalprobe für die US Open dient. Für McDonald endete ein starkes Turnier einen Schritt vor dem Ziel.