Es war ein Statement-Sieg zur rechten Zeit: Daniel Mérida Aguilar, ungesetzt und erst zum ersten Mal bei einem Masters-1000-Turnier am Start, ließ Ugo Humbert beim National Bank Open in Montreal keine Chance. Der Spanier gewann beide Sätze mit 6:3 und zog souverän in die nächste Runde ein. Humbert, als Nummer 24 gesetzt, zog gegen den aufstrebenden Youngster den Kürzeren.
Mérida Aguilar dominiert von der Grundlinie
Von Beginn an diktierten Mérida Aguilars Schläge das Geschehen. Mit einer Aufschlagquote von 71 Prozent beim ersten Aufschlag und einer Quote von 74 Prozent gewonnener Punkte dahinter dominierte der Spanier mit seinem Aufschlag – ein solides Fundament, auf dem er seinen Spielaufbau errichtete. Im Return-Spiel glänzte Mérida Aguilar besonders gegen Humberts zweiten Aufschlag: Satte 64 Prozent der Punkte gewann er dort und verwertete 31 Prozent seiner Breakchancen. Das reichte, um den Franzosen systematisch unter Druck zu setzen.
Humbert, der linkshändige Metzener, kämpfte. Er wehrte 69 Prozent der gegnerischen Breakbälle ab und gewann immerhin 70 Prozent seiner Punkte mit dem ersten Aufschlag. Doch die Schwächen lagen auf der Hand: Sieben Doppelfehler rissen Löcher in sein Aufschlagspiel, und im Return-Spiel blieb er mit lediglich 11 Prozent gewonnener Return-Games weit unter dem Niveau, das ein Sieg erfordert hätte.
Keine Gegenwehr im zweiten Satz
Hatte Humbert im ersten Durchgang noch den Anschein einer Gegenwehr gewahrt, so wuchs Mérida Aguilar im zweiten Satz über sich hinaus. Der Spanier ließ dem Franzosen keinerlei Rhythmus und schloss den zweiten Satz erneut mit 6:3 ab. Am Ende spiegeln die Zahlen die Überlegenheit klar wider: Mérida Aguilar gewann 67 Prozent aller Games und 54 Prozent aller gespielten Punkte – eine Machtdemonstration, die keinen Zweifel an der Berechtigung des Sieges lässt.
Für Humbert ist das Ausscheiden in Montreal besonders bitter: Bereits dreimal zuvor war der Franzose in dieser Stadt in der zweiten Runde gescheitert, ohne diesen Fluch brechen zu können. Auch 2026 blieb der erhoffte Turnierdurchbruch beim Canadian Open aus.
Aufstieg eines Ausnahmetalents
Für Mérida Aguilar hingegen ist es der nächste Schritt einer bemerkenswerten Entwicklung. Noch zwei Jahre zuvor auf Weltranglistenplatz 428 gelistet, steht der 21-jährige Spanier inzwischen auf Position 63. Im Juli 2026 hatte er in Umag seinen ersten ATP-Titel gewonnen und sich damit in illustre Gesellschaft eingereiht. In Montreal zeigte er nun, dass sein Spiel auch auf Hardcourt funktioniert – nach seinem Comeback-Sieg gegen den Kanadier Liam Draxl in Runde eins nun dieser überzeugende Erfolg gegen einen gesetzten Spieler. Der Aufstieg des jungen Spaniers scheint noch lange nicht abgeschlossen.