Schwacher Start, starke Reaktion
Es hätte kaum schlechter beginnen können für Mariano Navone. Im ersten Satz des Zweitrundenduells beim ATP Masters 1000 National Bank Open in Montreal ließ der Monegasse kaum etwas anbrennen. Vacherot dominierte den Auftaktsatz nach allen Regeln der Kunst und gewann ihn souverän mit 6:1. Navone wirkte unruhig, fand keinen Rhythmus auf dem Hardcourt und schien dem erfahreneren Gegner zunächst klar unterlegen.
Doch dann kam der Bruch. Mit der Stabilität und defensiven Belastbarkeit, für die Navone bekannt ist, kämpfte sich der Argentinier zurück in das Match. Im zweiten Satz übernahm er zunehmend die Kontrolle von der Grundlinie, verwertete seine Breakchancen effizienter – 57 Prozent Breakquote über das gesamte Match – und ließ Vacherot kaum mehr Gelegenheit, sein Spiel aufzuziehen. Mit 6:3 gewann Navone den zweiten Durchgang und erzwang die Entscheidung.
Navone behauptet sich im dritten Satz
Das Momentum blieb auf Navones Seite. Im entscheidenden dritten Satz hielt der 25-Jährige seinen Aufschlag stabil – seine Servicespiele gewann er in 75 Prozent der Fälle – und setzte Vacherot bei dessen Aufschlag unter Druck. Der Monegasse, der mit 71 Prozent lediglich eine solide erste Aufschlagquote aufwies, wehrte zwar einen Matchball ab, konnte den Rückstand letztlich aber nicht mehr aufholen. Navone verwertete seine Chancen konsequent und sicherte sich auch den dritten Satz mit 6:3.
Ein Blick auf die Statistik erklärt, warum Vacherot trotz sieben Assen und 63 Prozent gewonnener Punkte mit dem ersten Aufschlag das Match verlor: Im Return-Spiel blieb der Monegasse mit 38 Prozent gewonnener Punkte deutlich hinter Navone zurück, der 42 Prozent der gegnerischen Aufschlagpunkte für sich entschied. Navone wehrte zudem 57 Prozent der Breakbälle ab, die Vacherot sich erspielte – ein entscheidender Wert in einem engen Match über drei Sätze.
Navone im Aufwind, Vacherot scheidet aus
Für Navone war es bereits der zweite Sieg in Montreal nach seinem Erstrunden-Erfolg über Matteo Berrettini – und gleichzeitig ein weiteres Kapitel in einer starken Saison, die ihm im April mit dem ATP-Titel in Bukarest ihren bisherigen Höhepunkt beschert hatte. Durch den Sieg steht der Argentinier in der dritten Runde eines der bedeutendsten Hartplatzturniere der Saison.
Vacherot hingegen verabschiedet sich aus Montreal bei seinem ersten Auftritt bei diesem Turnier überhaupt. Der Monegasse, der in dieser Saison bereits starke Ergebnisse in Monte-Carlo gefeiert hatte, konnte die verpasste Chance im ersten Satz nicht in einen Matchgewinn ummünzen. Die Hartcourt-Pause von mehr als vier Monaten seit seinem letzten Hardcourt-Match in Miami dürfte dabei ein Faktor gewesen sein.