Víctor Muñoz und Alexander Isak drehten die Partie nach dem Seitenwechsel. Brentford, das zuvor noch ungeschlagen gewesen war, beendete das Spiel nach einer späten Gelb-Roten Karte gegen Vitaly Janelt sogar nur zu neunt.
Isak kehrt in eine starke Liverpool-Elf zurück
Andoni Iraola konnte offensiv wieder auf Alexander Isak setzen, der ebenso wie Dominik Szoboszlai nach einer Verletzungspause in die Startelf zurückkehrte. Gegenüber dem 6:3 in der Champions League beim LASK nahm der Liverpool-Trainer sechs Änderungen vor. Hinter Isak begannen Víctor Muñoz, Florian Wirtz und Bradley Barcola, während Alexis Mac Allister und Szoboszlai das zentrale Mittelfeld bildeten.
Brentford setzte auf ein kompaktes 4-2-3-1. Keith Andrews wollte Liverpool das Zentrum erschweren und nach Ballgewinnen schnell Igor Thiago sowie die Flügelspieler einsetzen. Die Reds pressten dagegen früh und suchten nach Ballgewinnen schnell Wirtz zwischen den Linien sowie die dynamischen Außen.
Der Beginn verlief ausgeglichen. Brentford kam früh zu mehreren Standards und suchte konsequent den direkten Weg nach vorne, Liverpool hatte mehr Ballbesitz, entwickelte daraus zunächst aber keine klare Dominanz.
Szoboszlai muss früh vom Platz
Nach gut einer halben Stunde gab es für Liverpool den ersten Rückschlag. Szoboszlai musste in der 32. Minute durch Trey Nyoni ersetzt werden. Der Ungar war gerade erst nach Problemen an der Oberschenkelmuskulatur zurückgekehrt und schien erneut Beschwerden im selben Bereich zu verspüren. Damit könnte die Verletzung, die ihn bereits zuletzt zum Zuschauen gezwungen hatte, wieder aufgebrochen sein.
In der 41. Minute schien Liverpool einen Elfmeter zugesprochen zu bekommen. Nach Isaks Rückpass ging Mac Allister im Duell mit Dango Ouattara zu Boden. Schiedsrichter John Brooks zeigte zunächst auf den Punkt, korrigierte seine Entscheidung nach Ansicht der Videobilder aber. Ouattara hatte den Ball sauber gespielt, ein strafbares Foul lag nicht vor.
Lewis-Potter trifft – Yarmoliuk schwächt Brentford
Nur drei Minuten später schlug Brentford zu. Igor Thiago erhielt auf der rechten Seite ausreichend Zeit für eine gefühlvolle Hereingabe. Keane Lewis-Potter bewegte sich gut zwischen den Liverpool-Verteidigern und köpfte zum 1:0 ein.
Der Treffer kam nicht völlig aus dem Nichts. Liverpool hatte zwar mehr vom Ball, Brentford setzte seinen direkten Ansatz aber durchaus wirkungsvoll um und wurde nach schnellen Angriffen mehrfach gefährlich. Zur Pause standen 58 Prozent Ballbesitz für die Reds, bei den Abschlüssen war die Partie mit 5:4 für Liverpool hingegen nahezu ausgeglichen. Das 1:0 war daher keine logische Folge einer Brentford-Dominanz, aber auch keineswegs völlig unverdient.
Noch vor dem Seitenwechsel veränderte Yarmoliuk die Ausgangslage grundlegend. Vor einem Liverpool-Eckball geriet der Ukrainer mit Jérémy Jacquet aneinander und bewegte seinen Kopf gegen das Gesicht des Franzosen. Nach VAR-Intervention sah Brooks die Szene am Monitor und zeigte wegen einer Tätlichkeit Rot.
Obwohl sich die Aktion im Strafraum ereignete, gab es keinen Elfmeter, da der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens noch nicht im Spiel war. Brentford ging somit mit einer Führung, aber nur noch zehn Spielern in die Kabine.
Liverpool drängt Brentford tief zurück
Andrews reagierte zur Halbzeit und brachte Kevin Schade sowie Ex-Rapid-Spieler Mamadou Sangaré. Brentford formierte sich nun deutlich tiefer und versuchte, mit engen Abständen vor dem eigenen Strafraum möglichst wenig Raum anzubieten.
Liverpool stellte ebenfalls um. Jeremie Frimpong ersetzte Ronald Araujo auf der rechten Seite und sollte für zusätzliches Tempo sorgen. Für den Niederländer war die Partie allerdings bereits sechs Minuten später wieder beendet. Frimpong verletzte sich und musste durch Rio Ngumoha ersetzt werden – der zweite verletzungsbedingte Wechsel der Reds innerhalb kurzer Zeit.
Trotzdem wurde der Druck immer größer. Mac Allister bestimmte aus dem Zentrum den Rhythmus, während Wirtz nun häufiger in den Räumen vor Brentfords tiefem Block auftauchte. Die Gastgeber konnten ihre Konter kaum noch sauber ausspielen und verbrachten lange Phasen rund um den eigenen Strafraum.
Muñoz und Isak drehen das Spiel
In der 62. Minute fiel der inzwischen verdiente Ausgleich. Wirtz bediente Muñoz auf der rechten Seite. Der Spanier zog nach innen auf seinen linken Fuß und setzte seinen flachen Abschluss präzise ins lange Eck.
Acht Minuten später war die Partie gedreht. Mac Allister spielte einen tiefen Ball in den Strafraum, Barcola legte per Kopf zurück und Isak verarbeitete die Vorlage auf engem Raum stark. Der Schwede schloss anschließend aus spitzem Winkel zum 1:2 ab und traf damit bei seiner Rückkehr sofort wieder.
Wirtz entwickelte sich nach der Pause zu einem der wichtigsten Akteure. Er fand immer wieder Lücken vor Brentfords Strafraum und bereitete insgesamt neun Abschlüsse seiner Mitspieler vor. Barcola sorgte über links für Tempo und traf später mit einem Distanzschuss noch die Latte.
Brentford verteidigte weiterhin mit großer Disziplin, konnte Liverpool aber kaum noch dauerhaft aus gefährlichen Zonen fernhalten. In der 92. Minute schwächten sich die Gastgeber ein zweites Mal: Der bereits verwarnte Janelt brachte Ngumoha außerhalb des Strafraums zu Fall und sah Gelb-Rot. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie allerdings bereits nahezu entschieden, sodass der zweite Platzverweis kaum noch Einfluss auf den Ausgang hatte.
Liverpools Dominanz zeigt sich auch in den Zahlen
Der Vergleich der beiden Halbzeiten verdeutlicht, wie stark sich die Partie nach Yarmoliuks Ausschluss verschob. Zur Pause hatte Liverpool 58 Prozent Ballbesitz und führte bei den Abschlüssen lediglich mit 5:4. Am Ende standen 60 Prozent Ballbesitz und 21:10 Schüsse für die Reds – 16 davon gab Liverpool allein nach dem Seitenwechsel ab.
Auch die Expected Goals von 1,51:0,85 sprechen für einen verdienten Liverpool-Sieg, ohne eine völlig einseitige Partie abzubilden. Das knappe 2:1 passt daher gut zu den tatsächlichen Chancenverhältnissen.
Liverpool nutzt den Wendepunkt und kehrt in die Erfolgsspur zurück
Brentfords Plan funktionierte bis kurz vor der Pause gut. Die Bees verteidigten kompakt, hielten die Räume im Zentrum eng und konnten Liverpool mit ihrem schnellen, direkten Spiel nach Ballgewinnen beschäftigen. Die Führung nach 44 Minuten war angesichts des bis dahin ausgeglichenen Spielverlaufs durchaus vertretbar.
Yarmoliuks Tätlichkeit veränderte die Voraussetzungen allerdings entscheidend. Mit zehn Spielern musste Brentford den ursprünglichen Ansatz weitgehend aufgeben und konnte kaum noch selbst Druck aufbauen. Liverpool nutzte das nach dem Seitenwechsel zunehmend besser, verlagerte das Spiel konsequent in die gegnerische Hälfte und fand mit Wirtz, Barcola und schließlich den Torschützen Muñoz und Isak die entscheidenden Lösungen.
Für Brentford endet damit der ungeschlagene Saisonstart. Liverpool reagierte dagegen erfolgreich auf die Niederlage gegen Manchester City und steht nun bei zwölf Punkten. Positiv ist vor allem Isaks erfolgreiche Rückkehr, während Wirtz nach der Pause eine zentrale Rolle bei der Wende spielte. Sorgen bereiten Iraola dagegen die Verletzungen von Szoboszlai und Frimpong.