Borussia Dortmund möchte gegen Werder Bremen seinen perfekten Bundesliga-Start fortsetzen, in Frankreich empfängt Lens das noch ungeschlagene Lyon und in der Championship kommt es mit West Ham gegen Queens Park Rangers zu einem überraschenden Spitzenspiel.
Wir werfen einen Blick auf die Ausgangslage vor den drei Partien.
Dortmund gegen Werder: Tabellenführer mit Personalsorgen
Borussia Dortmund geht mit einer makellosen Bilanz in den fünften Bundesliga-Spieltag. Vier Spiele, vier Siege und erst zwei Gegentore bedeuten aktuell Tabellenplatz eins. Über alle Bewerbe hinweg gewann der BVB zuletzt sogar sechs Partien in Folge.
Ganz ohne Spuren ging die lange Länderspielphase allerdings nicht an den Dortmundern vorbei. Niko Kovač beklagte bereits die hohe Belastung durch vier Länderspiele innerhalb weniger Wochen. Mehrere Profis kehrten angeschlagen oder zumindest nicht bei hundert Prozent zurück. Hinter Julian Ryerson, der sich bei Norwegen eine Rippenverletzung zuzog, steht ebenso ein Fragezeichen wie hinter Nico Schlotterbeck. Auch Konstantinos Karetsas, Daniel Svensson und Ramy Bensebaini hatten zuletzt mit kleineren Problemen beziehungsweise Erkrankungen zu kämpfen.
Kovač wird daher kurzfristig entscheiden müssen, welche seiner Nationalspieler bereits wieder voll belastbar sind.
Werder reist mit sieben Punkten aus vier Runden nach Dortmund und liegt auf Rang acht. Unmittelbar vor der Pause gelang ein emotionaler 3:2-Sieg gegen Augsburg, allerdings setzte es während der Unterbrechung eine heftige 0:7-Testspielniederlage gegen Twente.
Daniel Thioune will dieser Partie dennoch wenig Bedeutung beimessen. Torhüter Karl Hein kehrte zudem mit kleineren Beschwerden vom estnischen Nationalteam zurück, dürfte in Dortmund aber spielen können. Felix Agu fällt dagegen aufgrund neuerlicher Wadenprobleme aus.
Besonders interessant wird die Rückkehr von Niclas Füllkrug. Der mittlerweile 33-Jährige steht nach weniger erfolgreichen Stationen bei West Ham und Milan wieder bei Werder und erzielte in seinen ersten vier Ligapartien drei Tore. Über seine Saison beim BVB 2023/24 sagte Füllkrug zuletzt, es sei das „beste und erfolgreichste Jahr“ seiner Karriere gewesen. Damals erreichte er mit Dortmund das Champions-League-Finale. Der Angreifer funktioniert also in der Bundesliga mit Abstand am besten und das Glück war ihm im Ausland weniger hold.
Lens gegen Lyon: Gegensätzlicher Saisonstart
In Frankreich treffen zwei Mannschaften aufeinander, deren bisherige Ligue-1-Saison kaum unterschiedlicher verlaufen könnte.
Olympique Lyon ist nach fünf Spieltagen noch ungeschlagen und steht mit elf Punkten auf Rang zwei. Drei Siege und zwei Remis gelangen den „Gones“ bislang, außerdem stellt Lyon aktuell die beste Defensive der französischen Liga. Unmittelbar vor der Pause fegte OL Rennes mit 4:0 vom Platz.
Lens hingegen hält nach fünf Partien lediglich bei vier Punkten und steckt auf Rang 15 fest. Auf das spektakuläre 5:2 zum Saisonauftakt gegen Auxerre folgten vier Ligaspiele ohne Sieg. Zuletzt gab es ein 2:2 gegen Aufsteiger Le Mans und eine 1:2-Niederlage beim Tabellenführer Monaco.
Lens-Trainer Yannick Cahuzac sprach vor dem Spiel entsprechend von einem „sehr gefährlichen Gegner“ und bezeichnete Lyon als eines der Schwergewichte der Ligue 1.
Personell brachte die Länderspielpause den Gastgebern gemischte Nachrichten. Abdallah Sima kehrte verletzt vom senegalesischen Nationalteam zurück und wird länger ausfallen. Maik Nawrocki fehlt ohnehin langfristig. Dafür stehen Samson Baidoo, Saud Abdulhamid, Jhoanner Chávez und Yassine Titraoui wieder zur Verfügung. Auch Jonathan Gradit meldete sich nach langer Verletzungspause zurück.
Bei Lyon fehlt mit Moussa Niakhaté ebenfalls ein Senegalese. Der Innenverteidiger zog sich eine Oberschenkelverletzung zu und steht am Freitag nicht zur Verfügung.
Eine interessante Nebenhandlung bietet Loïs Openda. Der heutige Lyon-Angreifer spielte einst äußerst erfolgreich für Lens und kehrt nun als Gegner ins Stade Bollaert-Delelis zurück. Gerade angesichts der bisherigen Defensivstärke Lyons steht Lens damit vor einer schwierigen Aufgabe.
West Ham gegen QPR: London-Derby als echtes Zweitliga-Spitzenspiel
Dass West Ham gegen Queens Park Rangers einmal als Spitzenspiel der Championship gelten würde, war vor wenigen Jahren kaum vorhersehbar. Nach acht Runden in Englands zweiter Leistungsklasse ist genau das jedoch der Fall.
Der Premier-League-Absteiger liegt mit 15 Punkten auf Platz zwei und ist seit sechs Ligaspielen ungeschlagen. Vor der Pause holten die Hammers aus fünf Partien 13 Punkte, zuletzt gab es ein 2:2 im Derby bei Millwall. Besonders zuhause präsentiert sich die Mannschaft von Nuno Espírito Santo offensivstark.
Kapitän Jarrod Bowen spielt dabei eine zentrale Rolle und hält in neun Pflichtspielstarts bereits bei sechs Toren und vier Assists.
QPR liegt nur zwei Punkte hinter West Ham auf Rang sechs. Die Mannschaft von Julien Stéphan verlor in acht Ligapartien erst einmal, wartet nach drei Unentschieden in Folge allerdings seit vier Spielen auf einen Sieg.
West Ham muss auf den gesperrten Mohamadou Kanté und den verletzten Keiber Lamadrid verzichten. Dafür könnte Tomáš Souček erstmals in dieser Saison wieder in einem Pflichtspiel zum Einsatz kommen. Der Tscheche absolvierte nach seiner bei der WM erlittenen Sprunggelenksverletzung zuletzt bereits 65 Minuten in einem Testspiel.
Bei QPR fehlt Dennis Cirkin gesperrt, zudem gibt es unter anderem Fragezeichen hinter Ilias Chair, Tariq Lamptey und Richard Kone.
Besonders emotional wird der Abend außerdem durch das Gedenken an Luděk Mikloško. Der im September verstorbene frühere West-Ham-Torhüter spielte später auch für QPR und wird vor dem Anpfiff im London Stadium mit einer eigenen Zeremonie geehrt.
Sportlich bietet das London-Derby damit einen durchaus hochklassigen Abschluss des ersten Liga-Abends nach der langen Pause: Der Tabellenzweite empfängt den Sechsten – und zwischen beiden liegen gerade einmal zwei Punkte.