Der 39-Jährige verabschiedete sich dabei auf denkbar passende Weise. Beim 3:0-Sieg war Messi an allen drei Treffern beteiligt: Er bereitete die Tore von Nicolás Otamendi und Nico Paz vor und erzielte anschließend per Elfmeter selbst seinen 126. und letzten Treffer für die Albiceleste.
Der Abschied beginnt lange vor dem Anpfiff
Die Feierlichkeiten im Monumental hatten bereits am späten Nachmittag begonnen. Mehrere argentinische Musiker und Bands begleiteten die lange Wartezeit, während sich die Tribünen schon früh füllten. Als Messi zum Aufwärmen auf den Rasen kam, erhob sich bereits das ganze Stadion mit Gesängen und Applaus.
Noch emotionaler wurde es unmittelbar vor dem Anpfiff. Auf dem Spielfeld wurde ein riesiges argentinisches Trikot mit der Nummer 10 und dem Schriftzug „Gracias“ ausgebreitet. Messi kam gemeinsam mit seinen Kindern auf den Platz. Beim Abspielen der Nationalhymne konnte er seine Tränen ebenso wenig zurückhalten wie Nationaltrainer Lionel Scaloni.
Auch Benin beteiligte sich am Abschied. Kapitän Sessi D’Almeida überreichte Messi vor dem Spiel eine Statue und einen Brief. Der Argentinier suchte anschließend noch einmal den Kontakt zu seinen Mitspielern und umarmte jeden Einzelnen.
Das Spiel steht in der zehnten Minute still
Selbst nach dem Anpfiff blieb der sportliche Ausgang zeitweise Nebensache. In der zehnten Minute unterbrach Schiedsrichter Fernando Véjar die Partie. Das gesamte Stadion erhob sich, Feuerwerk stieg über dem Monumental auf und die Zuschauer skandierten minutenlang Messis Namen. Auch Spieler Benins beteiligten sich an der Ehrung.
Argentinien tat sich sportlich zunächst schwerer als erwartet. Messi suchte selbst mehrfach den Abschluss und probierte es sogar direkt von einer Ecke. Viermal versuchte er es in der ersten Hälfte, der ersehnte Treffer blieb aber aus. Benin verteidigte das 0:0 bis zur Pause.
Die Atmosphäre blieb dennoch außergewöhnlich. Praktisch jede gelungene Aktion des Kapitäns wurde gefeiert, bei seinen Abschlüssen erhob sich das Publikum teilweise bereits in Erwartung des letzten Messi-Tores.
Zwei Assists verbinden Vergangenheit und Zukunft
Drei Minuten nach Wiederbeginn fiel schließlich das 1:0. Messi brachte einen Eckball in den Strafraum, wo Nicolás Otamendi die Vorlage verwertete. Dass ausgerechnet der langjährige Weggefährte den ersten Assist des Abends nutzte, passte zur Symbolik: Auch der 38-jährige Innenverteidiger bestritt sein letztes Länderspiel und hatte 17 Jahre gemeinsam mit Messi im Nationalteam verbracht.
In der 61. Minute folgte die zweite Vorlage. Messi bediente den eingewechselten Nico Paz, der 22-Jährige zog von außerhalb des Strafraums mit links ab und traf zum 2:0.
Auch darin steckte eine besondere Geschichte. Nachdem zunächst einer der letzten verbliebenen Wegbegleiter aus Messis Generation getroffen hatte, bereitete der Kapitän nun einem Spieler aus Argentiniens Zukunft ein Tor vor. Paz gilt als einer der Kandidaten, die künftig mehr Verantwortung im Offensivspiel übernehmen sollen.
Messi erzielt sein 126. und letztes Länderspieltor
Zehn Minuten später kam der Moment, auf den das gesamte Stadion gewartet hatte. Agustín Giay wurde im Strafraum hart gefoult, der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Messi nahm den Ball und trat selbst an.
Der Kapitän entschied sich für eine kompromisslose Variante und jagte den Ball mit links hoch in die Ecke. Marcel Dandjinou war ohne Chance. Es war das 3:0 – und gleichzeitig Messis 126. und letztes Tor für Argentinien.
Der Jubel unterschied sich noch einmal von den beiden vorherigen Treffern. Seine Mitspieler liefen geschlossen zu Messi, umringten ihn und feierten beinahe wie Fans. Messi selbst blieb zunächst vergleichsweise ruhig, musste dann über den ausgelassenen Kreis seiner Teamkollegen lachen und bedankte sich mit erhobenen Armen bei den Tribünen. Auch Ehefrau Antonela Roccuzzo, seine Mutter Celia und seine Kinder jubelten auf der Ehrentribüne.
Fast hätte der Abschied sogar noch einen zweiten Treffer gebracht. In der Schlussphase wurde ein weiterer Messi-Abschluss an die Stange gelenkt. Auch die letzte Aktion seiner Nationalteamkarriere gehörte ihm: Ein Freistoß ging über das Tor. Unmittelbar danach pfiff der Schiedsrichter ab und übergab Messi den Spielball.
Drohnen, Musik und Messis letzte Botschaft
Mit dem Schlusspfiff begann der letzte Teil der Abschiedsfeier. Mitspieler, Gegner und der Schiedsrichter versammelten sich um Messi, während von den Tribünen weiterhin sein Name gesungen wurde. Anschließend erleuchtete ein Drohnenspektakel den Himmel über dem Monumental. Unter anderem erschienen Messis Nummer 10, die Weltmeister-Trophäe, Argentiniens drei Sterne und der Kapitän selbst.
Danach sang Soledad Pastorutti ihr Lied „Brindis“. Messi stand währenddessen mit seiner Familie und seinen Mitspielern auf dem Rasen, ehe er selbst das Mikrofon nahm. Er sprach über seine mehr als zwei Jahrzehnte im Nationalteam und erinnerte auch an seinen im August verstorbenen Vater Jorge.
„Nicht mehr hierherzukommen, wird sehr weh tun. Für Argentinien zu spielen, ist das Schönste, was dir passieren kann“, sagte Messi. Er betonte zudem, wie stolz er darauf sei, das argentinische Trikot mehr als 20 Jahre getragen zu haben.
Eine einzigartige Karriere endet
Messi beendet seine Karriere in der Nationalmannschaft nach 208 Einsätzen mit 126 Toren und 70 Assists – allesamt argentinische Rekordwerte. Mit der A-Nationalmannschaft gewann er die Copa América 2021 und 2024, die Finalissima 2022 und als größten Triumph die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Dazu kommen der U20-WM-Titel 2005 und Olympiagold 2008.
Der Weg dorthin verlief keineswegs geradlinig. Jahrelang blieb Messi mit Argentinien ein großer Titel verwehrt, 2016 erklärte er nach einer weiteren Finalniederlage sogar kurzzeitig seinen Rücktritt. Spätestens mit dem Copa-Triumph 2021 und dem WM-Titel in Katar veränderte sich seine Geschichte mit dem Nationalteam endgültig.
21 Jahre nach seinem nur wenige Sekunden dauernden Debüt gegen Ungarn endete sie nun im Monumental – mit zwei Assists, einem letzten Tor und einem Stadion, das seinen Kapitän noch lange nach dem Schlusspfiff feierte.