Für vereinslose Profis gibt es Ausnahmen von den üblichen Registrierungsperioden. Spieler, deren Vertrag rechtzeitig ausgelaufen oder beendet worden ist, können unter bestimmten Voraussetzungen auch nach dem Ende des Transferfensters bei einem neuen Klub registriert werden. Entscheidend sind allerdings die jeweiligen nationalen Bestimmungen und die Regeln des Wettbewerbs. Für die UEFA-Klubwettbewerbe gelten beispielsweise eigene Kaderfristen; die reguläre „List-A“-Frist für die Ligaphase endete in dieser Saison bereits am 2. September.
Noch im besten Fußballeralter
Jadon Sancho. Mit 26 Jahren ist der Engländer der auffälligste Name unter den jüngeren Free Agents. Seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund zu Manchester United im Jahr 2021 fand Sancho auch bei mehreren Leihstationen nicht dauerhaft zur früheren Form zurück, zuletzt spielte er für Aston Villa. Aktuell gibt es unter anderem Spekulationen über einen Transfer zu Palmeiras, ein Wechsel nach Brasilien ist bislang aber nicht offiziell.
Diogo Leite. Der 27-jährige Linksfuß verließ Union Berlin nach vier Jahren und 113 Bundesliga-Einsätzen. Gerade weil moderne Innenverteidiger mit seinem Profil gefragt sind, überrascht seine Vereinslosigkeit etwas; im Sommer wurde Leite unter anderem mit Klubs aus Italien und Spanien in Verbindung gebracht.
Yves Bissouma. Der defensive Mittelfeldspieler bringt mit 30 Jahren reichlich Premier-League-Erfahrung aus seiner Zeit bei Brighton und Tottenham mit. Nach dem Ende seiner Spurs-Zeit ist der malische Nationalspieler ablösefrei zu haben und wurde nach der Deadline bereits als mögliche kurzfristige Verstärkung für Chelsea gehandelt.
Ismaël Bennacer. Anfang August endete nach stolzen sieben Jahren die Zusammenarbeit zwischen Bennacer und dem AC Milan einvernehmlich. Der 28-Jährige gehörte beim Scudetto 2022 zu den wichtigen Spielern der Rossoneri, wurde in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und zuletzt an Olympique Marseille und Dinamo Zagreb verliehen.
Oleksandr Zinchenko. Der 29-jährige Ukrainer wechselte im Februar zu Ajax und unterschrieb in Amsterdam nur bis Saisonende, doch eine schwere Knieverletzung beendete seine Saison bereits nach kurzer Zeit. Seine Vielseitigkeit auf der linken Schiene und seine Erfahrung machen ihn zwar weiter für große Klubs interessant, bei der Suche nach einem neuen Klub spielt die körperliche Verfassung aktuell aber die entscheidende Rolle.
Renato Sanches. Erst am 1. September wurde der ursprünglich bis 2027 laufende Vertrag des einst als Megatalent gehandelten Portugiesen bei Paris Saint-Germain aufgelöst. Seit seinem Durchbruch bei der EM 2016 verlief die Karriere des mittlerweile 29-Jährigen äußerst wechselhaft; zuletzt hatte er leihweise für die AS Roma, Benfica Lissabon und Panathinaikos gespielt.
Anthony Martial. Auch Martial ist erst 30, seine Laufbahn hat nach dem Ende bei Manchester United aber deutlich an Dynamik verloren. Beim mexikanischen Klub Monterrey kam der Franzose zuletzt auf 20 Einsätze und nur ein Tor und hatte erneut mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Nach dem Transferschluss wurde er bereits als mögliche kurzfristige Verstärkung für Everton genannt.
Große Namen mit reichlich internationaler Erfahrung
Marcelo Brozovic. Nach drei Jahren bei Al-Nassr lief der Vertrag des früheren Inter-Regisseurs Ende Juni aus. Der 33-Jährige absolvierte 330 Pflichtspiele für Inter Mailand und könnte nun in die Serie A zurückkehren: In Italien wurde zuletzt über konkretes Interesse der Fiorentina berichtet.
Riyad Mahrez. Der frühere Leicester- und Manchester-City-Star verließ Al-Ahli nach drei Jahren, 122 Pflichtspielen, 37 Toren und 46 Assists. Mit 35 Jahren dürfte Mahrez zwar nicht mehr vor einer Rückkehr in die europäische Spitze stehen, seine starke Technik und Erfahrung machen ihn aber weiterhin interessant. Zuletzt deuteten Berichte auf einen möglichen Wechsel zu Al-Shabab hin.
Raphaël Guerreiro. Bayern München kündigte bereits im März an, den auslaufenden Vertrag des Portugiesen nicht mehr zu verlängern. Der 32-Jährige kann links in der Abwehr ebenso spielen wie im Mittelfeld und wäre für viele Teams eine flexible Kaderlösung für mehrere Positionen. Nach dem Ende des Transferfensters wurde unter anderem die AS Roma mit ihm in Verbindung gebracht.
Dani Carvajal. Nach 23 Jahren im Verein, davon 13 Spielzeiten in der ersten Mannschaft, endete Carvajals Ära bei Real Madrid im Sommer. Der 34-Jährige gewann sechsmal die Champions League und gehört zu den erfolgreichsten Rechtsverteidigern seiner Generation, hat bislang aber keinen neuen Klub gefunden. Gerade beim stark mit Real Madrid assoziierten Carvajal wäre ein Wechsel zu einem anderen spanischen Klub durchaus überraschend.
Raheem Sterling. Nach seinen großen Jahren bei Liverpool und Manchester City ging es für Sterling zuletzt deutlich bergab. Im Februar unterschrieb der 31-Jährige bei Feyenoord nur bis Saisonende und kam dort auf acht Einsätze; seit Juli sucht der 82-fache englische Nationalspieler erneut einen Verein.
Paul Pogba. Monaco sollte für Pogba nach langer Pause zum Neustart werden, doch auch dieses Kapitel endete vorzeitig. Der Weltmeister von 2018 absolvierte lediglich sechs Pflichtspiele für die Monegassen, ehe der eigentlich bis 2027 laufende Vertrag im August einvernehmlich beendet wurde.
Philippe Coutinho. Der Brasilianer ist bereits seit Februar ohne Klub. Coutinho verließ seinen Jugendverein Vasco da Gama auf eigenen Wunsch und sprach damals offen von mentaler Erschöpfung. Ein Karriereende hat der inzwischen 34-Jährige bislang nicht offiziell bekanntgegeben.
Georginio Wijnaldum. Nach drei Jahren bei Al-Ettifaq endete der Vertrag des früheren Liverpool-Spielers im Sommer. Kurz nach der Deadline wurde der 35-Jährige sogar mit Chelsea in Verbindung gebracht, wobei die Londoner ein ernsthaftes Interesse laut anderen Berichten relativierten.
Jannik Vestergaard. Leicester City und der 34-jährige Däne einigten sich Mitte Juli nach dem neuerlichen Abstieg des Klubs auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. Der 1,99 Meter große Innenverteidiger absolvierte 118 Pflichtspiele für die Foxes und bietet einem möglichen neuen Arbeitgeber vor allem Erfahrung, Kopfballstärke und reichlich Premier-League-Routine.
Torjäger mit großen Namen
Karim Benzema. Der prominenteste Stürmer auf dem Markt ist gleichzeitig einer der ältesten. Der 38-jährige Ballon-d’Or-Gewinner von 2022 löste seinen Vertrag bei Al-Hilal erst am 31. August einvernehmlich auf, nur rund ein halbes Jahr nach seinem Wechsel innerhalb Saudi-Arabiens von Al-Ittihad. Ob Benzema noch einmal einen neuen Klub sucht oder seine Karriere beendet, ist derzeit noch offen.
Mauro Icardi. Nach vier Jahren und 77 Toren in 134 Pflichtspielen endete Icardis Vertrag bei Galatasaray im Juni. Der 33-Jährige ist damit für Teams interessant, die einen klassischen Strafraumstürmer suchen; sein Berater bestätigte zuletzt konkretes Interesse von Lazio Rom.
Andrea Belotti. Der frühere Torino-Kapitän hatte bei Cagliari enormes Verletzungspech und erlitt wenige Wochen nach seiner Verpflichtung im September 2025 einen Kreuzbandriss. Im Frühjahr kehrte er zurück, nach Saisonende lief sein Vertrag aus; laut italienischen Berichten scheiterte eine weitere Zusammenarbeit anschließend auch am medizinischen Checkup.
Jamie Vardy. Selbst mit 39 Jahren scheint der frühere Leicester-Torjäger noch nicht genug zu haben. Nach seinem Wechsel zu Cremonese erzielte Vardy in der vergangenen Serie-A-Saison sieben Tore, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. In England wird aktuell über ein mögliches Premier-League-Comeback bei Everton spekuliert.
Österreichs prominentester Free Agent
David Alaba. Auch Österreich stellt einen der bekanntesten vereinslosen Spieler des Sommers. Nach fünf Jahren, 131 Pflichtspielen und elf Titeln endete Alabas erfolgreiche Zeit bei Real Madrid; zuvor hatte der Wiener bereits mit Bayern München praktisch alles gewonnen, was es im europäischen Klubfußball zu gewinnen gibt. Der 34-jährige ÖFB-Kapitän hat nach seinen schweren Verletzungsproblemen der vergangenen Jahre bislang noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden.