Rafael Jódar Camacho gewann beim Shanghai Masters sein Zweitrundenduell gegen Thiago Agustín Tirante mit 4:6, 6:2, 6:3. Der Spanier geriet zunächst ins Hintertreffen, steigerte sich danach jedoch deutlich und entschied das erste Aufeinandertreffen beider Spieler nach drei Sätzen für sich.
Tirante erwischte den besseren Start
Thiago Agustín Tirante nutzte seine anfängliche Spielkontrolle und holte den ersten Satz mit 4:6 aus Sicht von Rafael Jódar Camacho. Für den Argentinier sprach dabei auch der frischere Matchrhythmus: Er hatte in Shanghai bereits ein Erstrundenspiel bestritten, während Jódar Camacho wegen eines Freiloses erstmals in das Turnier eingriff.
Das Duell war zugleich die Premiere zwischen beiden Spielern. Weder auf der ATP Tour noch auf Challenger-Ebene waren sie zuvor aufeinandergetroffen. Auch die Anlage des Qizhong Forest Sports City Arena war für beide Neuland. Tirante, der auf Weltranglistenplatz 54 stand, bestätigte zunächst den Vorteil seines gelungenen Turnierstarts.
Jódar Camacho wendete das Match
Nach dem Seitenwechsel fand Rafael Jódar Camacho besser in sein Grundlinienspiel. Er erhöhte den Druck im Return-Spiel und zwang Tirante häufiger zu schwierigen Entscheidungen. Der Spanier gewann den zweiten Satz mit 6:2 aus seiner Sicht und stellte damit den Satzausgleich her.
Entscheidend war, dass Jódar Camacho seine Chancen konsequenter nutzte und bei eigenem Aufschlag stabiler blieb. Tirante verlor dagegen an Durchschlagskraft, obwohl er im Match insgesamt fünf Asse schlug und 22 Winner erzielte. Der Umschwung war damit nicht durch einzelne spektakuläre Punkte erklärt, sondern durch die größere Konstanz des Spaniers in den entscheidenden Spielen.
Der dritte Satz ging an den Spanier
Im Entscheidungssatz setzte Rafael Jódar Camacho seine Linie fort. Er hielt die Ballwechsel von der Grundlinie aus unter Kontrolle, blieb im Return aufmerksam und behauptete sich auch in längeren Rallyes. Der dritte Satz ging mit 6:3 an Jódar Camacho, der damit den Matchgewinn besiegelte.
Die Match-Statistik spiegelte den engen Beginn und die spätere Wende wider. Jódar Camacho gewann 52 Prozent der Punkte und brachte 63 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld. Beim ersten Aufschlag gewann er 68 Prozent der Punkte. Tirante war dort zwar effizienter, konnte diesen Vorteil aber nicht über das gesamte Match halten.
Ein wichtiger Erfolg für Jódar Camacho
Der Erfolg war für Rafael Jódar Camacho auch deshalb bedeutsam, weil er vor Shanghai eine schwache Phase erlebt hatte. In Tokio war er in der ersten Runde gegen Adolfo Daniel Vallejo ausgeschieden. In Shanghai trat der Spanier als gesetzter Spieler und Nummer 13 der Weltrangliste an, musste den Sieg gegen Tirante aber über die eigene Reaktion nach dem verlorenen Auftaktsatz erarbeiten.
Jódar Camacho hatte 2026 bereits seinen ersten ATP-Titel in Marrakesch gewonnen, das Viertelfinale bei Roland Garros erreicht und in Montreal erstmals ein Masters-1000-Halbfinale bestritten. Der Sieg gegen Tirante zeigte nun erneut seine Fähigkeit, ein Match nach einem schwierigen Beginn taktisch und mental zu drehen.