Obwohl die Partie zur zweiten Runde gehörte, war es Barcelonas erstes Ligaspiel der Saison, da das Duell mit Athletic Club aus der Auftaktrunde verschoben wurde. Im Martínez Valero brauchte der Meister einige Minuten, um die Partie unter Kontrolle zu bringen. Danach zeigte sich Barça insbesondere vor dem Tor äußerst effizient.
Raphinha bringt Barcelona früh auf Kurs
Flick verzichtete auf einen klassischen Mittelstürmer und setzte Raphinha im Zentrum ein. Diese Variante sollte sich schon bald auszahlen – der Brasilianer wurde in der 13. Minute von Víctor Chust im Strafraum gefoult und verwandelte den fälligen Elfmeter selbst zum 1:0.
Elche versuchte danach weiter mutig mitzuspielen, suchte immer wieder den Raum hinter Barcelonas hoch stehender Abwehr und kam vor der Pause auch selbst zu vereinzelten Abschlüssen. Barça spielte phasenweise sehr direkt und verlor einige Bälle zu schnell, setzte den Gegner mit seinem aggressiven Pressing aber immer wieder früh unter Druck.
Kurz vor der Pause folgte das 2:0. Raphinha bereitete den Treffer von Karim Adeyemi vor, der in der dritten Minute der Nachspielzeit sein La-Liga-Debüt mit seinem ersten Pflichtspieltor für Barcelona krönte. Der deutsche Neuzugang überzeugte mit viel Tempo, suchte immer wieder das direkte Duell und sorgte so für zusätzliche Dynamik in Barcelonas Offensive.
Einen Dämpfer gab es dennoch. Gavi musste noch vor der Pause wegen Beschwerden am rechten Knie ausgewechselt werden. Nach dem Seitenwechsel übernahm Pedri und verlieh dem Spiel Barcelonas deutlich mehr Ruhe und Struktur.
Gordon liefert nach seiner Einwechslung sofort
Nach der Pause versuchte Elche weiter mitzuspielen und kam auch selbst noch zu gefährlichen Situationen. Facundo Buonanotte traf in der 68. Minute die Stange, unmittelbar zuvor hatte Barcelona jedoch bereits auf 3:0 erhöht.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei Anthony Gordon. Der Engländer kam in der 65. Minute für Adeyemi, während Dani Olmo gleichzeitig Lamine Yamal ersetzte. Nur zwei Minuten später bereitete Gordon Raphinhas Treffer zum 3:0 vor. Wenig später bereitete er auch das 4:0 durch Fermín vor. Der Sommerneuzugang setzte nach seiner Einwechslung sofort Akzente und sorgte mit seinem Tempo und seinen direkten Aktionen für viel zusätzliche Gefahr.
Fermín setzte später noch den Schlusspunkt. Nach einem weiteren schnellen Angriff tauchte der Mittelfeldspieler im Strafraum auf und vollendete zum 5:0.
Barça effizienter als der Spielverlauf vermuten lässt
Die nackten Zahlen zeigen, dass Barcelona die Partie nicht durchgehend so deutlich dominierte, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Die Katalanen hatten etwas mehr als 54 Prozent Ballbesitz und kamen auf elf Abschlüsse, Elche auf sieben.
Der große Unterschied lag vor allem in der Qualität und Verwertung der Chancen. Barcelonas Expected Goals lagen bei 4,13, Elche kam auf 0,72. Bei den Ballkontakten im gegnerischen Strafraum war der Unterschied mit 21:18 zugunsten Barcelonas jedoch überraschend gering.
Raphinha gehörte zu den auffälligsten Offensivspielern. Neben seinen zwei Treffern bereitete er auch Adeyemis Tor vor und brachte alle seine Abschlüsse auf das Tor. Fermín steuerte ebenfalls zwei Tore bei und tauchte immer wieder gefährlich aus dem Mittelfeld im Strafraum auf.
Lamine Yamal blieb bis zu seiner Auswechslung vergleichsweise unauffällig. Der Flügelspieler kam zwar zu einigen Abschlüssen und suchte immer wieder das Dribbling, konnte der Partie aber nicht so stark seinen Stempel aufdrücken wie einige seiner Offensivkollegen.
Die Neuzugänge überzeugen
Besonders positiv aus Barça-Sicht war, dass sich die Neuzugänge sofort gut in die Mannschaft einfügten. Adeyemi traf bei seinem Ligadebüt, Gordon sammelte nach seiner Einwechslung direkt zwei Assists.
Auch abseits der Scorerpunkte passten die Profile gut in Flicks Spielidee. Adeyemi sorgte mit seinen Läufen hinter die letzte Linie für Tiefe, während Gordon nach seiner Einwechslung sehr direkt agierte und immer wieder schnell in gefährliche Räume kam.
Damit hat Barcelona schon früh in der Saison zusätzliche Varianten für die Offensive. Gerade angesichts der hohen Belastung in den kommenden Wochen dürfte diese Breite noch wichtig werden.
Flick zufrieden, aber nicht restlos begeistert
Flick zeigte sich nach dem Spiel mit dem Ergebnis zufrieden, sah aber weiterhin Verbesserungsbedarf. Vor allem die Ballverluste und die fehlende Kontrolle in einigen Phasen der ersten Hälfte gefielen ihm nicht.
Raphinha zeigte sich nach dem klaren Sieg zufrieden, wollte das Ergebnis aber nicht überbewerten. Der Brasilianer hob vor allem hervor, dass Barcelona von Beginn an mit hoher Intensität gespielt und sich den deutlichen Erfolg konsequent erarbeitet habe.
Elche-Trainer Martín Anselmi verwies dagegen vor allem auf die eigenen Fehler. Seine Mannschaft habe Barcelona phasenweise Probleme bereitet, sei für Unsauberkeiten gegen einen Gegner dieser Qualität aber sofort bestraft worden.
Wie geht es für beide Mannschaften weiter?
Barcelona muss bereits am Donnerstag wieder antreten. Im nachgeholten Spiel der ersten Runde wartet Athletic Club, danach folgt am kommenden Montag die nächste Ligapartie gegen Rayo Vallecano. Elche hat etwas mehr Zeit zur Regeneration und gastiert am Freitag bei Racing Santander.