Mit der Verpflichtung von Rodri setzt der FC Barcelona ein deutliches Ausrufezeichen. Der spanische Weltmeister unterschrieb bei den Katalanen einen Vertrag bis Sommer 2030. Spanischen Medien zufolge überweist Barcelona rund 60 Millionen Euro fix an Manchester City, weitere Bonuszahlungen können die Ablöse noch erhöhen.
Rodri selbst machte bei seiner Präsentation keinen Hehl daraus, wie sehr er den Wechsel wollte. „Barça war immer meine erste Option“, erklärte der Mittelfeldspieler. Ausschlaggebend seien neben dem sportlichen Projekt auch die Gespräche mit Trainer Hansi Flick gewesen.
Endlich wieder ein echter Fixpunkt auf der Sechs
Sportlich könnte der Transfer für Barcelona weitreichende Folgen haben. Seit Sergio Busquets den Klub 2023 verließ, probierten die Katalanen zahlreiche Varianten auf der Sechserposition aus. Frenkie de Jong, Andreas Christensen, Marc Casadó und Marc Bernal übernahmen die Rolle auf unterschiedliche Arten, eine langfristig unumstrittene Lösung etablierte sich jedoch nicht.
Rodri bringt nun ein Profil mit, das dem FC Barcelona in dieser Form gefehlt hat. Der 30-Jährige kann das Tempo einer Partie kontrollieren, ist enorm pressingresistent und gibt seiner Mannschaft gleichzeitig defensive Stabilität. Seine körperliche Präsenz und Stärke in Luftduellen erweitern zudem die Möglichkeiten einer ansonsten stark spielerisch geprägten Zentrale.
Flick bezeichnete seinen Neuzugang als den besten defensiven Mittelfeldspieler der Welt und ist überzeugt, dass Rodri „das Niveau aller Spieler erhöhen“ werde. Besonders interessant wird das Zusammenspiel mit Pedri, der durch einen stabilen Fixpunkt hinter sich noch größere Freiheiten erhalten könnte. Gavi, Dani Olmo, Bernal und nach seiner Rückkehr auch De Jong sorgen gleichzeitig für enorme Konkurrenz im Zentrum.
Vom City-Schlüsselspieler zum Weltmeister
Rodri verlässt Manchester nach sieben Jahren. Für City absolvierte er 298 Pflichtspiele, erzielte 28 Tore und bereitete 32 weitere vor. Vier englische Meisterschaften und vor allem der Gewinn der Champions League 2023, deren Finale gegen Inter Mailand er mit seinem Siegtreffer entschied, gehören zu den Höhepunkten seiner Zeit in England.
2024 wurde Rodri mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet. Zwei Jahre später folgte der nächste große Karrierehöhepunkt: Als Kapitän führte er Spanien zum WM-Titel und wurde zudem als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Damit kommt nicht nur ein herausragender Fußballer nach Barcelona, sondern einer der erfahrensten Führungsspieler im aktuellen europäischen Spitzenfußball.
Ein ungewöhnlicher Superstar
Bemerkenswert ist auch Rodris Auftreten abseits des Platzes. Der Mittelfeldspieler pflegt seit Jahren ein für einen Weltstar ungewöhnlich unaufgeregtes Image. Er verzichtet auf eigene Social-Media-Kanäle, schloss parallel zu seiner Profikarriere ein Studium der Betriebswirtschaft ab und machte wiederholt deutlich, dass für ihn sportliche Entwicklung wichtiger als Statussymbole sei.
Auch seine Karriereentscheidungen folgen diesem Muster. 2019 verließ er seinen Jugendklub Atlético Madrid nicht wegen finanzieller Verlockungen, sondern weil er unter Pep Guardiola den nächsten Entwicklungsschritt machen wollte. In Manchester wurde aus dem damals hochveranlagten Mittelfeldspieler schließlich ein Weltstar.
Genau diese Einstellung dürfte beim FC Barcelona besonders gefragt sein. Der Kader verfügt über enormes Talent, ist aber weiterhin von vielen jungen Spielern geprägt. Rodri soll deshalb weit mehr sein als nur ein weiterer prominenter Neuzugang: Er soll das Spiel ordnen, Verantwortung übernehmen und einer jungen Mannschaft jene Ruhe und Konsequenz vermitteln, mit der er selbst an die Weltspitze gelangte.