Inter hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz und kam auf mehr Abschlüsse, konnte daraus aber zu wenig Kapital schlagen. Kylian Mbappé und Federico Valverde sorgten früh für eine 2:0-Führung, Carlos Augusto brachte die Italiener in der 77. Minute noch einmal heran.
Real Madrid bestraft zwei Aufbaufehler
Inter begann durchaus selbstbewusst und ließ den Ball zunächst gut in den eigenen Reihen laufen. Real versuchte vor allem in der Anfangsphase, den gegnerischen Aufbau früh zu stören. Dabei liefen die Madrilenen nicht permanent hoch an, erhöhten den Druck aber gezielt, sobald sich eine günstige Pressingsituation ergab.
Genau daraus entstand in der 14. Minute das 1:0. Curtis Jones spielte im Aufbau einen unsauberen Ball auf Yann Bisseck, der unter dem Druck von Mbappé ebenfalls keine saubere Lösung fand. Brahim Díaz reagierte am schnellsten und steckte sofort auf Mbappé durch. Der Franzose blieb vor Josep Martínez ruhig und brachte Real in Führung.
Nur neun Minuten später wiederholte sich das Muster. Inter wollte erneut flach von hinten eröffnen, diesmal unterlief Torhüter Martínez der folgenschwere Fehler. Valverde sprintete aggressiv durch und nahm dem Keeper den Ball bei dessen Versuch ab, die Situation spielerisch zu lösen.
Beide Treffer gingen damit auf schwere individuelle Fehler zurück. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, welchen Effekt Reals Pressing haben kann, wenn die vorderste Linie geschlossen nachschiebt und der Gegner unter großen Druck gerät.
Inter mit mehr Kontrolle, Real mit den besseren Chancen
Abseits der beiden Patzer machte Inter eine ordentliche Partie. Cristian Chivus Mannschaft hatte 64 Prozent Ballbesitz und drängte Real mit ihrer breiten Staffelung immer wieder weit in die eigene Hälfte zurück. Die Flügel wurden konsequent besetzt, während die zentralen Mittelfeldspieler und Halbverteidiger immer wieder nach vorne nachschoben.
Real hatte mit der ungewohnten Mittelfeldbesetzung phasenweise Probleme, längere Ballbesitzsequenzen aufzubauen. Trent Alexander-Arnold spielte neben Valverde in einer tiefen Rolle, Bellingham agierte davor. Gerade wenn Inter die erste Pressinglinie überspielte, fehlte den Gastgebern im Zentrum zeitweise der Zugriff.
Die Statistiken zeugen von einem ungewöhnlichen Spielverlauf. Inter gab 21 Abschlüsse ab, Real nur 16. Trotzdem lag der Expected-Goals-Wert mit 2,91 zu 1,78 deutlich bei den Madrilenen. Auch bei den Großchancen hatte Real mit 8:4 klar die Nase vorne. Inter produzierte also mehr Angriffe, während die wirklich hochwertigen Möglichkeiten häufiger auf der anderen Seite entstanden.
Kurz vor der Pause hätte Mbappé bereits für die Vorentscheidung sorgen können. Nach einem langen Lauf aus der eigenen Hälfte ließ er mehrere Gegenspieler hinter sich, scheiterte letztlich aber am stark reagierenden Martínez.
Real Madrid setzt auf schnelle Konter
Nach dem Seitenwechsel wurde Real offensiv gefährlicher. Die Madrilenen kamen nun regelmäßiger zu Umschaltsituationen und konnten die Räume nutzen, die Inter mit zunehmendem Risiko hinter der ersten Pressinglinie anbot.
Die größte Gelegenheit hatte Bellingham, der mit dem 3:0 die Partie vorzeitig hätte entscheiden können. Auch bei weiteren schnellen Gegenstößen fehlte den Gastgebern die letzte Konsequenz. Martínez machte seinen Fehler vor dem 0:2 mit mehreren starken Paraden zumindest teilweise wieder gut. Real brachte acht Abschlüsse auf das Tor, der Inter-Keeper verhinderte mehrfach den dritten Treffer.
Carlos Augusto bringt Inter noch einmal heran
Stattdessen meldete sich Inter in der 77. Minute zurück. Lautaro Martínez legte im Strafraum auf Carlos Augusto ab, der zum 1:2 traf. Eine wirklich große Ausgleichschance erspielten sich die Gäste anschließend allerdings nicht mehr. Real verteidigte gut, stand in der Schlussphase kompakter und konnte sich zudem auf Thibaut Courtois verlassen, der insgesamt sieben gegnerische Torschüsse entschärfte.
Für Mourinho bleibt dennoch genügend Arbeit. Das hohe Pressing funktionierte in den entscheidenden Situationen hervorragend, ebenso das schnelle Umschalten nach Ballgewinnen. Gleichzeitig hatte Real große Schwierigkeiten, die Partie über längere Ballbesitzphasen zu kontrollieren und ließ Inter zu häufig in die eigene Hälfte kommen. Gegen einen starken Gegner reichten zwei erzwungene Fehler und die höhere Qualität der eigenen Torchancen dennoch für die ersten drei Punkte der Ligaphase.