Vor 75.000 Zuschauern entwickelte sich in der Allianz Arena ein intensives Duell mit wechselnden Kräfteverhältnissen. Arsenal erwischte den besseren Start, Bayern übernahm anschließend zunehmend die Initiative und erspielte sich vor allem nach der Pause gute Möglichkeiten. Am Ende verhinderten die Londoner mit einer energischen Schlussphase einen Münchner Heimsieg.
Eze trifft nach früher Saka-Verletzung
Arsenal begann selbstbewusst und versuchte, die Bayern mit hohem Pressing und geduldigem Spielaufbau unter Druck zu setzen. Bereits nach zehn Minuten musste Trainer Mikel Arteta allerdings reagieren: Bukayo Saka hatte sich am Oberschenkel verletzt und wurde durch Eberechi Eze ersetzt.
Der Wechsel sollte sich zunächst als Glücksfall erweisen. In der 25. Minute spielte Martin Ødegaard einen präzisen Pass hinter die Münchner Abwehr. Eze nahm den Ball mit und traf aus spitzem Winkel ins rechte untere Eck zum 1:0.
Bayern fand insbesondere über Harry Kane immer besser ins Spiel. Der Engländer ließ sich regelmäßig weit zurückfallen, um das Aufbauspiel zu unterstützen und Räume für seine Mitspieler zu öffnen.
In der 35. Minute führte genau dieses Zusammenspiel zum Ausgleich. Kane erhielt den Ball im Mittelfeld und spielte einen hervorragenden Pass in den Lauf von Alphonso Davies. Der Kanadier startete hinter die Arsenal-Abwehr und vollendete mit rechts zum 1:1.
Kane als Spielmacher und Torschütze
Kane agierte zeitweise so tief, dass er sogar in den Spielaufbau bei Abstößen eingebunden war. Dadurch musste Arsenal entscheiden, ob ein Innenverteidiger dem Angreifer folgen oder die eigene Abwehrposition halten sollte.
Besonders Ezri Konsa wurde dadurch vor schwierige Aufgaben gestellt. Rückte er mit Kane heraus, öffneten sich hinter ihm Räume, die der schnelle Davies nutzen konnte. Blieb Konsa zurück, konnte Kane das Spiel aus dem Mittelfeld gestalten.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Münchner den Druck. In der 61. Minute blockte Jurriën Timber einen Schussversuch von Kane mit dem Arm. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Bayern-Stürmer sicher zum 2:1.
Kane traf damit zum 16. Mal gegen Arsenal und erzielte im zehnten Champions-League-Spiel in Folge ein Tor für Bayern.
Bayern erspielt sich die besseren Chancen
Die Münchner hatten in dieser Phase Vorteile und kamen mehrfach gefährlich vor das gegnerische Tor. Besonders Dayot Upamecano überzeugte dabei nicht nur defensiv, sondern auch mit mutigen Vorstößen aus der Abwehr, durch die er Arsenals erste Pressinglinie überwand. Arsenal hatte mit 54 Prozent etwas mehr Ballbesitz und gab 14 Schüsse ab, Bayern kam auf 13. Beide Mannschaften brachten fünf Abschlüsse aufs Tor.
Die besseren Chancen hatten allerdings die Gastgeber. Bayern erreichte 2,51 Expected Goals, Arsenal 1,40. Auch die Ballkontakte im gegnerischen Strafraum sprechen mit 29 zu 22 für die Münchner.
Dass Bayern aus dieser Überlegenheit keinen größeren Vorsprung machte, sollte sich rächen. Mit zunehmender Spieldauer verloren die Gastgeber etwas an Intensität, während Arsenal wieder häufiger in die gegnerische Hälfte kam.
Rice rettet Arsenal einen Punkt
Die entscheidende Aktion der Schlussphase gehörte Declan Rice. In der 82. Minute trieb der englische Nationalspieler den Ball mit hohem Tempo nach vorne, kombinierte mit Viktor Gyökeres, der in der 69. Minute für Kai Havertz ins Spiel gekommen war, und traf mit einem wuchtigen Flachschuss ins lange Eck zum 2:2.
Arsenal hatte in den vergangenen Wochen Schwierigkeiten, Gyökeres regelmäßig in aussichtsreiche Abschlusspositionen zu bringen. Diesmal trug der Schwede zumindest als Vorbereiter entscheidend zum Punktgewinn bei.
Kompany hadert, Arteta lobt den Charakter
Vincent Kompany ärgerte sich nach dem Schlusspfiff über die verpasste Chance auf den Sieg. Bayern habe genügend Möglichkeiten gehabt, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Gleichzeitig verwies der Trainer auf die Qualität des Gegners und die personellen Ausfälle. Besonders das Ausscheiden des eingewechselten Luis Díaz habe seiner Mannschaft in der Schlussphase Schwung genommen.
Harry Kane sah die Partie ähnlich. Bayern habe nach der Pause eine starke Phase gehabt, aus der man mehr hätte machen müssen. Insgesamt könne seine Mannschaft mit dem Unentschieden angesichts der Ausfälle aber leben.
Arteta lobte dagegen den Charakter seiner Spieler. Arsenal sei mit dem Anspruch nach München gereist, selbst das Spiel zu bestimmen und zu gewinnen. Dass seine Mannschaft nach dem Rückstand zurückgekommen sei, zeige ihre Qualität. Sorgen bereitet dem Spanier allerdings die Verletzung von Saka, deren Schwere zunächst noch unklar war.
In der Champions-League-Tabelle steht Arsenal nach drei Runden mit sieben Punkten auf Platz sieben, Bayern mit fünf Zählern auf Rang 14. Beide Teams bleiben damit ungeschlagen. Die Münchner liegen aber aktuell hinter den direkten Achtelfinalplätzen und müssen in den kommenden Runden nachlegen, um den Anschluss an die Top acht nicht zu verlieren.