Kansas City, Arrowhead Stadium – Kolumbien bezwang Ghana im letzten Spiel des Sechzehntelfinals der WM 2026 mit 1:0. Ein einziges Tor, erzielt in der 14. Minute durch Jhon Adolfo Arias Andrade, genügte, um den Gruppensieger der Gruppe K in die nächste Runde zu bringen. Ghana, das mit einer kompakten 4-1-4-1-Formation antrat, fand kein Mittel gegen die kolumbianische Defensive – die bis zu diesem Spiel noch kein Gegentor im Turnier kassiert hatte.
Frühe Entscheidung durch Arias Andrade
Die Partie nahm innerhalb weniger Minuten eine dramatische Wendung. Gerade erst hatte Jhon Adolfo Arias Andrade in der 12. Minute eine Gelbe Karte gesehen, da stand er zwei Minuten später als Torschütze da. Luis Suárez, erst in der 8. Minute für Córdoba eingewechselt, flankte von rechts in den Strafraum. Arias Andrade stand am hinteren Pfosten unbewacht und schoss den Ball aus kurzer Distanz ins untere rechte Eck – 1:0 für Kolumbien. Ein kaltblütiger Abschluss eines Spielers, der in den vergangenen Jahren enorme Entwicklungsschritte gemacht hat: Der 28-Jährige aus Quibdó gewann 2023 mit Fluminense die Copa Libertadores und wechselte im Februar 2026 für 25 Millionen Euro zu Palmeiras.
Ghana versuchte danach, das Spiel zu gestalten, blieb aber im kolumbianischen 4-3-3 gefangen. Kolumbien verwaltete den knappen Vorsprung mit defensiver Disziplin und ließ bis zur Pause kaum Torchancen zu.
Zweite Hälfte: Ghana drängt, Kolumbien hält stand
Zur zweiten Hälfte reagierte Ghana mit personellen Änderungen und erhöhte den Druck. Doch Kolumbien stand stabil. Kapitän James Rodríguez, der mit diesem Spiel seinen elften WM-Einsatz bestritt und damit Carlos Valderrama und Freddy Rincón als kolumbianischen Rekordspieler bei Weltmeisterschaften ablöste, wurde in der 46. Minute durch Rios ersetzt – ein taktischer Zug von Néstor Lorenzo, der die Defensive absicherte. Ghana sammelte Gelbe Karten: Yirenkyi (49.), Fatawu (66.) und Seidu (76.) wurden verwarnt, ohne dass daraus gefährliche Aktionen resultierten. Arias Andrade verließ das Feld in der 73. Minute für Quintero, Luis Díaz wurde in der 90. Minute durch Campaz ersetzt.
Der Schlusspfiff bestätigte das 1:0 – ein verdienter, wenn auch knapper Sieg für die Kolumbianer.
Historische Einordnung und Ausblick
Der Erfolg hat historischen Wert: Es war erst der zweite Sieg Kolumbiens in einer WM-K.o.-Runde überhaupt und bedeutet gleichzeitig den dritten Einzug in die Runde der 16 bei den letzten drei WM-Teilnahmen. Trainer Néstor Lorenzo führte sein Team damit durch die gesamte Vorrunde ohne Niederlage als Gruppensieger – und nun weiter ins Achtelfinale, der zweiten K.o.-Runde des erstmals auf 48 Teams erweiterten Turniers. Die WM 2026 startet die K.o.-Phase mit dem Sechzehntelfinale (32 Teams), in das 12 Gruppenerste, 12 Gruppenzweite und die acht besten Gruppendritten aus 12 Vierergruppen einzogen – ein Format, das bis zur WM 2022 in dieser Form nicht existierte. Ghana scheidet aus; Kolumbien wartet auf seinen nächsten Gegner.