Santa Clara, Levi's Stadium: Die USA hat das Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Bosnien und Herzegowina mit 2:0 gewonnen und damit die Runde der letzten 16 erreicht. Die Tore erzielten Folarin Balogun in der 45. Minute und Malik Leon Tillman in der 82. Minute – Letzterer traf, während sein Team seit der 64. Minute in Unterzahl agierte. Für die USA war es der erste Sieg in einer WM-K.o.-Runde seit 2002 und erst der zweite überhaupt in der Geschichte des US-Männerfußballs.
Balogun trifft kurz vor der Pause
Das WM-Turnier 2026 läuft erstmals mit 48 Mannschaften, aufgeteilt auf 12 Gruppen zu je vier Teams. Aus der Gruppenphase qualifizierten sich 32 Teams für die K.o.-Runde – die zwölf Gruppenersten, die zwölf Gruppenzweiten sowie die acht besten Gruppendritten. Die K.o.-Phase beginnt damit im Sechzehntelfinale (Round of 32), nicht wie bis einschließlich 2022 im Achtelfinale. Trainer Mauricio Pochettino hatte die USA als Gruppensieger in diese erste K.o.-Runde geführt.
Die erste Halbzeit verlief zunächst ohne Torerfolg. Bosnien und Herzegowina stellte sich in einem kompakten 5-3-2 auf und versuchte, die amerikanischen Angriffe früh zu unterbinden. Die USA agierte in einem 4-3-3 und erarbeitete sich schrittweise mehr Kontrolle. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schlug Folarin Balogun zu: Nach einem abgelenkten Ball in der Box verwertete der Stürmer den Abpraller zum 1:0, wobei Malik Leon Tillman mit seinem Pass an der Entstehung der Szene beteiligt war. Das Tor war für Balogun, der in Brooklyn geboren wurde, in der Akademie des FC Arsenal ausgebildet wurde und 2023 vom englischen zum amerikanischen Verband wechselte, ein weiterer Beleg seiner Klasse im Abschluss – in der Saison 2022/23 erzielte er auf Leihbasis bei Reims 21 Tore in der Ligue 1, die meisten je von einem Amerikaner in einer europäischen Top-5-Liga.
Rote Karte für Balogun – Tillman rettet in Unterzahl
In der 64. Minute veränderte sich das Spiel grundlegend. Balogun sah nach einer VAR-Überprüfung die Rote Karte wegen gefährlichen Spiels – er war Tarik Muharemovic auf den Knöchel gestiegen. Die USA musste die verbleibenden rund 26 Minuten mit zehn Spielern bestreiten. Bosnien und Herzegowina erhöhte daraufhin den Druck und drängte auf den Ausgleich. In der 80. Minute kassierten die Spieler Barbarez und Radeljic jeweils eine Gelbe Karte – ein Hinweis auf die zunehmende Hektik in dieser Phase.
Statt dem Ausgleich folgte jedoch das 2:0 für die USA: Malik Leon Tillman verwandelte in der 82. Minute einen direkt ausgeführten Freistoß aus Strafraumnaähe. Der Schuss kurvte am bosnischen Torhüter Nikola Vasilj vorbei ins Netz. Tillman, am 28. Mai 2002 in Nürnberg geboren – sein Vater ist US-Militärangehöriger, seine Mutter Deutsche –, war im Juli 2025 für rund 35 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen gewechselt, eine der höchsten je für einen amerikanischen Spieler gezahlten Ablösesummen. Sein Treffer zum 2:0 in Unterzahl war ein Tor mit symbolischer Wucht.
USA trifft nun auf Belgien
Der Endstand lautete 2:0 für die USA. Mit diesem Ergebnis zog das Gastgeberland in das Achtelfinale (Runde der letzten 16) ein, wo Belgien wartet. Der Sieg war der erste in einer WM-K.o.-Partie für die USA seit 2002 – und unterstreicht, welchen Stellenwert dieses Heimturnier für den amerikanischen Fußball besitzt.