BMO Field, Toronto. Portugal gewinnt das Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Kroatien mit 2:1 und zieht als nächster Gegner von Spanien ins Achtelfinale ein. Der Sieg fiel spät und war keineswegs komfortabel: Kroatien führte bis zur 68. Minute, Portugal drehte das Spiel erst in der Nachspielzeit endgültig.
Die WM 2026 kommt mit einem neuen Format: Erstmals nehmen 48 Teams teil, aufgeteilt in 12 Gruppen zu je vier Mannschaften. 32 Teams qualifizierten sich für die K.o.-Phase – die zwölf Gruppenersten, die zwölf Gruppenzweiten sowie die acht besten Gruppendritten. Damit beginnt die K.o.-Phase erstmals mit einem Sechzehntelfinale, nicht wie bis 2022 mit dem Achtelfinale.
Ivan Perišić bringt Kroatien in Führung
Die erste Hälfte blieb torlos, Portugal dominierte den Ball, Kroatien stand tief und kompakt. Kurz nach der Pause schlug es dann ein: In der 53. Minute traf Ivan Perišić nach einer flachen Hereingabe von Josip Stanisić von der rechten Seite. Perišić nahm den Ball an und schoss ihn bodenflach und kraftvoll ins Tor – 0:1. Der Treffer des erfahrenen kroatischen Flügelspielers, der als erster Kroate überhaupt in einem WM-Finale getroffen hat, brachte Kroatien in eine komfortable Ausgangslage.
Portugal reagierte mit einem Dreifachwechsel in der 63. Minute: Conceição, Semedo und Gonçalo Matias Ramos kamen neu ins Spiel. Die Partie öffnete sich. In der 68. Minute zeigte der Schiedsrichter nach VAR-Überprüfung auf den Elfmeterpunkt, nachdem Renato Veiga im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Cristiano Ronaldo verwandelte ruhig und traf damit zum 1:1-Ausgleich – sein erstes WM-Tor überhaupt in einem K.o.-Spiel.
Ramos entscheidet in der Nachspielzeit
Ronaldo verließ das Feld in der 81. Minute, Portugal drückte auf den Siegtreffer. Kroatien verteidigte mit allen Mitteln, doch in der 94. Minute fiel die Entscheidung: Rafael Leão flankte von der linken Seite, Gonçalo Matias Ramos stieg hoch über die kroatischen Verteidiger und köpfte zum 2:1-Endstand ein. Es war das späte Tor eines Stürmers, der bereits bei der WM 2022 für Aufsehen gesorgt hatte, als er im ersten Startelfeinsatz einen Hattrick gegen die Schweiz erzielte und damit Cristiano Ronaldo ersetzte.
Für Kroatien war es das Aus. Damit endet voraussichtlich auch die WM-Karriere von Luka Modrić, der sein Land 2018 ins Finale und 2022 auf Platz drei geführt hatte. In Toronto standen Modrić und Ronaldo gleichzeitig auf dem Platz – zwei Feldspieler im Alter von mindestens 40 Jahren in einem WM-Spiel, ein Novum in der Geschichte des Turniers. Modrić sah in der 59. Minute Gelb, konnte das Spiel seiner Mannschaft aber nicht mehr wenden.
Ausblick: Portugal trifft auf Spanien
Portugal qualifizierte sich als Gruppensieger und trifft im Achtelfinale – der zweiten K.o.-Runde dieser WM – auf Spanien. Das 2:1 gegen Kroatien war kein überzeugender Auftritt, aber ein effektiver: In drei der letzten fünf Pflichtspiele stand Portugal erst spät als Sieger fest. Gonçalo Matias Ramos, ab Sommer 2026 für AC Milan aktiv, dürfte nach seinem Siegtreffer einen Startelfplatz im Duell gegen Spanien beanspruchen.