Nur zwei Punkte trennen MotoGP-WM-Spitzenreiter Jorge Martín und den Zweitplatzierten Marc Márquez, während in der Saison 2026 noch fünf Rennwochenenden ausstehen. Damit ist alles angerichtet für ein richtungsweisendes Wochenende auf Phillip Island.
Allerdings könnte das unberechenbare australische Wetter im Titelkampf eine entscheidende Rolle spielen. Die ersten Prognosen deuten darauf hin, dass der Freitag trocken bleiben könnte, bevor am Samstag und Sonntag Regen einsetzt. Die wechselnden Bedingungen könnten die Kräfteverhältnisse auf der schnellen, flüssig zu fahrenden Strecke gehörig durcheinanderbringen.
Angesichts des engen Titelkampfs könnte es wichtiger sein, kostspielige Fehler zu vermeiden, als das letzte Quäntchen Geschwindigkeit herauszuholen. Schliesslich steht der letzte Grand Prix von Australien auf Phillip Island an, bevor die Veranstaltung 2027 auf einen neuen Stadtkurs in Adelaide umzieht.
Fehlervermeidung wird entscheidend sein
MotoGP-Experte Tom Lüthi ist überzeugt, dass sowohl Martín als auch Márquez auf dem spektakulären, 4,45 Kilometer langen Phillip Island Grand Prix Circuit vor allem Konstanz zeigen müssen – insbesondere, wenn Regen das Wochenende erschwert.
„In der MotoGP-Klasse ist jede Menge Spannung geboten“, sagte Lüthi. „Es bleibt bis zum Saisonende aufregend. Es macht wirklich Spass, das zu verfolgen. Es ist schwierig einzuschätzen, wie die Kräfteverhältnisse hier auf dem Phillip Island Circuit aussehen werden, insbesondere wegen des Wetters. Wenn es wie vorhergesagt regnet, könnte das einiges durcheinanderbringen.
„Aber eine Sache bleibt in der entscheidenden Phase des WM-Kampfes besonders wichtig: keine Fehler zu machen. Sollte es tatsächlich nass werden, ist es umso wichtiger, fehlerfrei zu fahren, auch wenn das unter nassen Bedingungen natürlich deutlich schwieriger ist. Genau das wird bis zum Saisonende entscheidend sein.“
Pedro Acosta hat Phillip Island im Visier
Pedro Acosta will seine bisherigen MotoGP-Ergebnisse auf Phillip Island verbessern und seine jüngste Erfolgsserie beim letzten Auftritt des Australien-Grand-Prix auf der legendären Strecke fortsetzen.
Der Fahrer von Red Bull KTM Factory Racing räumt ein, dass seine bisherige Bilanz auf dem australischen Kurs nicht besonders gut ist. In der vergangenen Saison zeigte er jedoch sein Potenzial: Acosta fuhr im Sprint auf das Podium und belegte im Grand Prix am Sonntag den fünften Platz.
Der inzwischen 22-jährige Spanier möchte diese Ergebnisse nun übertreffen und sich mit einem starken Auftritt von Phillip Island verabschieden.
Der Grand Prix von Australien 2026 hat zusätzliche Bedeutung, da die Veranstaltung 2027 von Phillip Island auf einen neuen Stadtkurs in Adelaide verlegt wird.
„‚Das letzte Mal‘ lautet hier auf Phillip Island das Motto, denn nächstes Jahr geht es nach Adelaide“, sagte Lüthi. „Es ist wirklich schade, dass die MotoGP die Insel künftig nicht mehr besuchen wird, denn es ist eine fantastische Rennstrecke.“
Phillip Island: Eine Strecke, die Mut erfordert
Lüthi verbindet mit Phillip Island auch aus seiner eigenen Rennfahrerkarriere schöne Erinnerungen. Der Schweizer gewann dort 2005 das Rennen der 125-ccm-Klasse, im Jahr seines Weltmeistertitels, und feierte 2016 einen weiteren Sieg in der Moto2.
Er ist überzeugt, dass der flüssige Streckenverlauf, die schnellen Kurven und das unberechenbare Wetter Phillip Island zu einer der besonderen Herausforderungen im MotoGP-Kalender machen.
„Ich persönlich verbinde ebenfalls viele schöne Erinnerungen mit dem Phillip Island Circuit. Es ist eine sehr schnelle Strecke, eine Strecke, die Mut erfordert, und sie hat einfach einen ganz besonderen Charakter. Es geht bergauf und bergab, und eigentlich gibt es nur zwei langsame Kurven – der Rest ist schnell. Es braucht viel Mut, dort mit einem Motorrad schnell zu fahren.
„Auch das Wetter spielt immer eine Rolle. Wir sind dort eigentlich immer im australischen Frühling unterwegs – genau genommen gegen Ende des Winters –, weshalb die Bedingungen häufig wechselhaft sind. Es hat dort schon geregnet, und zehn Minuten später kann die Strecke wieder trocken sein. Dazu kommt der starke Wind, der immer für eine gewisse Unsicherheit sorgt – oder für zusätzliche Spannung, wenn man es aus Sicht der Zuschauer betrachtet.“