Rapid empfängt den GAK am Sonntag um 19:00 Uhr im Allianz Stadion und geht nach zwei Runden mit dem Punktemaximum in die Partie. Die Mannschaft von Johannes Hoff Thorup setzte sich zunächst mit 1:0 gegen Altach durch und gewann anschließend mit 2:1 bei der SV Ried. Der GAK hält nach zwei Spielen bei drei Punkten: Auf die deutliche 0:3-Niederlage beim LASK folgte ein 2:1-Heimsieg gegen Aufsteiger Austria Lustenau.
Rapid mit perfekter Bilanz, aber dichtem Programm
Bei Rapid stimmen die Resultate bisher praktisch uneingeschränkt. Neben den beiden Bundesliga-Siegen gewannen die Wiener auch ihre bisherigen Europacup- und Cupspiele und haben damit sämtliche sieben Pflichtspiele der neuen Saison für sich entschieden. Besonders überzeugend waren allerdings nicht alle Auftritte. Gegen Altach reichte ein sehr früher Treffer von Petter Nosa Dahl zu einem glanzlosen 1:0, zuletzt agierte Rapid auch beim 2:0 gegen Paide über weite Strecken zu langsam.
Thorup muss dabei mit den Kräften haushalten. Das GAK-Spiel ist bereits Rapids achte Pflichtpartie innerhalb von 25 Tagen, bis Anfang September folgen sechs weitere Begegnungen. Gegen Paide nahm der Däne im Vergleich zum Ried-Spiel neun Veränderungen in der Startelf vor. Gegen die Grazer dürfte wieder eine deutlich stärkere Formation beginnen, ein wenig Rotation ist angesichts des Programms aber wahrscheinlich.
GAK nach großem Kaderumbau
Beim GAK hat sich im Sommer personell einiges verändert. Gegen Austria Lustenau standen mit Cican Stankovic, Peter Michorl, Liam Hermesh und Anderson vier Neuzugänge in der Startelf, Matthias Gragger, Anthony Smits und Souleyman Mandey kamen später von der Bank. Trainer Ferdinand Feldhofer räumte nach dem ersten Saisonsieg ein, dass die Integration der zahlreichen neuen Spieler noch nicht abgeschlossen sei.
Das 2:1 gegen Lustenau zeigte aber auch bereits, womit der GAK Rapid Probleme bereiten kann. Beide Grazer Treffer fielen per Kopf nach Standardsituationen. Mit Abwehrchef Donovan Pines und Alexander Hofleitner verfügt Feldhofer über enorme Präsenz in der Luft, Michorl wiederum bringt bei ruhenden Bällen viel Qualität ins Team der „Rotjacken“.
Ähnliche Aufgabe wie gegen Altach
Vom Spielcharakter her könnte Rapid eine Partie erwarten, die an den Saisonauftakt gegen Altach erinnert. Der GAK besitzt zwar andere individuelle Stärken, ist aber ebenfalls eine Mannschaft, die gegen spielstärkere Gegner nicht zwingend lange Ballbesitzphasen benötigt, um sich wohlzufühlen.
Die Grazer können kompakt verteidigen, bringen viel Physis mit und besitzen mehrere Spieler, die direkte Zuspiele gut und zielgerichtet verarbeiten können. Standards und zweite Bälle dürften ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Rapid wird deshalb vermutlich erneut Geduld benötigen und gleichzeitig darauf achten müssen, den Ball nicht zu langsam durch die eigenen Reihen laufen zu lassen.
Gerade gegen Altach war nach dem frühen Führungstreffer sichtbar, dass Rapid Probleme bekam, wenn die Angriffe nicht mit genügend Tempo und Positionswechseln vorgetragen wurden. Gegen den GAK könnte genau dieser Punkt erneut entscheidend werden. Besonders wichtig werden schnelle Verlagerungen, saubere Bewegungen zwischen den Linien und Konsequenz im letzten Drittel sein.
GAK war in der Vorsaison ein unangenehmer Gegner
Zusätzliche Warnung liefern die direkten Duelle der vergangenen Saison. Rapid konnte keines der beiden Meisterschaftsspiele gegen die Grazer gewinnen. In Graz führten die Hütteldorfer nach einem Treffer von Janis Antiste lange mit 1:0, ehe Daniel Maderner in der Nachspielzeit per Elfmeter zum 1:1 ausglich.
Noch schmerzhafter verlief das Heimspiel im November. Maderner brachte den GAK per Strafstoß in Führung, Ercan Kara glich aus, ehe Ramiz Harakate sechs Minuten vor Schluss den 2:1-Siegtreffer für die Gäste erzielte. Diese Niederlage war gleichzeitig Peter Stögers letztes Bundesligaspiel als Rapid-Trainer. Insgesamt traf Rapid allerdings in den vergangenen 16 Bundesliga-Duellen mit dem GAK immer zumindest einmal.
Mehrere Ausfälle auf beiden Seiten
Personell kann Thorup weiterhin nicht aus dem Vollen schöpfen. Daniel Nunoo, Martin Ndzie, Lorenz Szladits, Dominic Vincze und Claudy Mbuyi stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Beim GAK fehlen mit Jacob Italiano und Tim Trummer ebenfalls zwei Spieler. Trummer zog sich bereits im Cup eine Oberschenkelverletzung zu.
Rapid ist aufgrund des Saisonstarts und des Heimvorteils klar in der besseren Ausgangslage. Ein Selbstläufer ist allerdings nicht zu erwarten. Der GAK hat bereits in der vergangenen Saison gezeigt, dass ihm die Rolle des unangenehmen Außenseiters gegen Rapid liegt – und dürfte den Hütteldorfern erneut vor allem viel Geduld und auch physischen Aufwand abverlangen.