Die Partie im nur rund 5.300 Zuschauer fassenden Highbury Stadium begann mit einer ungewöhnlichen Unterbrechung. Bereits nach zwei Minuten musste Schiedsrichter Michael Salisbury das Spiel stoppen, weil eine Drohne über dem Stadion kreiste. Erst nach mehr als acht Minuten konnte die Begegnung fortgesetzt werden.
Fleetwood nutzt einen schweren Abwehrfehler
Arsenal trat keineswegs mit einer reinen Nachwuchsmannschaft an. Arteta schickte unter anderem Viktor Gyökeres, Kai Havertz, Martín Zubimendi, Jurriën Timber und Piero Hincapié von Beginn an aufs Feld. Dennoch fand der Premier-League-Meister zunächst kaum Lösungen gegen die kompakte Defensive des Außenseiters.
In der 21. Minute ging Fleetwood in Führung. Arsenal-Verteidiger Marli Salmon leistete sich im Spielaufbau einen folgenschweren Fehler, den Aaron Loupalo-Bi eiskalt nutzte. Der 20-jährige Stürmer, der von Fulham ausgeliehen ist, ließ Torhüter Illan Meslier keine Chance.
Fleetwood verteidigte seinen Vorsprung bis zur Halbzeit. Arteta reagierte mit der Einwechslung von Kapitän Martin Ødegaard und Ben White. Bereits in der 50. Minute gelang Gyökeres der Ausgleich.
79 Prozent Ballbesitz, 26 Abschlüsse und trotzdem ausgeschieden
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Arsenal drängte auf die Führung, scheiterte jedoch wiederholt am eigenen Abschluss oder an Fleetwood-Torhüter Jay Lynch.
Die statistische Überlegenheit der Gäste war enorm: Arsenal verzeichnete rund 79 Prozent Ballbesitz und gab 26 Schüsse ab, während Fleetwood lediglich auf drei Abschlüsse kam. Auch bei den Expected Goals lagen die Gunners mit 2,21:0,26 klar vorne.
Besonders Havertz ließ mehrere Möglichkeiten ungenutzt. In der Schlussphase verhinderte Lynch mit einer starken Parade gegen White den vermeintlichen Siegtreffer. Zusätzlich schwächte sich Arsenal selbst. Der erst 16-jährige Max Dowman verlor nach einem harten Zweikampf mit Harrison Neal die Beherrschung und trat gegen seinen Gegenspieler nach. Dafür sah das Offensivtalent in der 85. Minute die Rote Karte.
Millionen-Neuzugang verschießt entscheidenden Elfmeter
Da der EFL Cup in dieser Runde keine Verlängerung vorsieht, ging es direkt ins Elfmeterschießen. Fleetwood präsentierte sich vom Punkt fehlerlos. Ronan Coughlan, Harrison Neal, Will Davies, Andy Cannon und Conor Haughey verwandelten ihre Versuche. Für Arsenal trafen Ødegaard, Havertz und Gyökeres.
Beim vierten Versuch der Londoner scheiterte ausgerechnet der im Sommer für rund 75 Millionen Pfund verpflichtete Bruno Guimarães an Lynch. Anschließend verwandelte Haughey den entscheidenden Elfmeter zum 5:3.
Arteta kritisiert Chancenverwertung, Lawlor feiert historischen Erfolg
Arsenal-Trainer Arteta wollte seiner Mannschaft nach dem Ausscheiden keinen mangelnden Einsatz vorwerfen. Vielmehr bemängelte er, dass die klare spielerische Überlegenheit nicht in ausreichend Tore umgemünzt worden sei.
Fleetwoods Trainer Matt Lawlor sprach hingegen vom größten Abend der Vereinsgeschichte. Seine Mannschaft habe gewusst, dass sie Arsenal spielerisch kaum kontrollieren könne. Deshalb habe der Fokus darauf gelegen, Räume zu schließen, Passwege zu versperren und die wenigen eigenen Möglichkeiten zu nutzen.
Wie groß die Überraschung ist, zeigt ein Blick auf die Tabellen. Fleetwood steht in der viertklassigen League Two auf Rang 18 und hatte lediglich drei seiner ersten 13 Ligaspiele gewonnen. In der englischen Ligenpyramide liegen 84 Plätze zwischen den beiden Klubs.
Für Arsenal weckt das Ausscheiden unangenehme Erinnerungen: Bereits 2012 waren die Londoner im Ligapokal an einem Viertligisten gescheitert, damals ebenfalls nach Elfmeterschießen gegen Bradford City.
Während Fleetwood erstmals ein EFL-Cup-Viertelfinale erreicht, muss sich Arsenal nun wieder auf die Premier League konzentrieren. Dort wartet am Sonntag das Auswärtsspiel beim Liverpool FC.