Der LASK trifft im Kampf um den Einzug in die Ligaphase auf Celtic. Sturm Graz müsste zunächst Fenerbahçe aus dem Weg räumen und bekäme es danach mit Sparta Praha oder Lyon zu tun. Dazu sorgt ein anderer Ast dafür, dass zumindest ein klarer Außenseiter in die Königsklasse einziehen wird.
Alle möglichen Paarungen im Überblick
Die Playoff-Paarungen lauten:
- Levski Sofia/Kairat Almaty – AEK Athen
- Celtic – LASK
- GNK Dinamo/Kauno Žalgiris – Viking
- Mjällby/Slovan Bratislava – Ararat-Armenia/Celje
- Hapoel Be’er Sheva/Crvena Zvezda – Aarhus/Sabah
- Fenerbahçe/Sturm Graz – Sparta Praha/Lyon
- Olympiacos/NEC Nijmegen – Union Saint-Gilloise/Bodø/Glimt
Die Hinspiele steigen am 18. und 19. August, die Rückspiele am 25. und 26. August. Wer sich durchsetzt, steht in der Ligaphase der Champions League. Wer im Playoff scheitert, fällt immerhin nicht völlig aus Europa heraus, sondern nimmt an der Ligaphase der Europa League teil.
LASK zieht das große Los
Für den LASK ist Celtic ein sportlich schweres, aber auch sehr attraktives Los. Die Schotten gehören in dieser Phase zu den großen Namen, bringen eine große internationale Geschichte, ein großes Stadion und eine berüchtigte Heimkulisse mit. Das Hinspiel dürfte nach aktuellem Tableau in Glasgow stattfinden, das Rückspiel dann in Linz. Für die Oberösterreicher bedeutet das: Man wird wohl sofort im Celtic Park bestehen müssen, um sich eine realistische Chance für das Rückspiel zu erhalten.
Celtic geht als Favorit in dieses Duell. Der schottische Meister ist an derartige Qualifikationsspiele gewöhnt und hat im Europacup deutlich mehr Routine als der LASK. Alles andere als eine Qualifikation für die Ligaphase wäre für den Traditionsklub eine herbe Enttäuschung. Gleichzeitig ist es aber kein Los, bei dem die Linzer chancenlos wären. Gerade in einer KO-Runde über 180 Minuten kann der LASK mit Kompaktheit, Tempo im Umschalten und hoher Intensität unangenehm werden.
Wichtig wird vor allem sein, in Glasgow nicht früh unter die Räder zu kommen. Celtic wird das Spiel zuhause voraussichtlich sehr druckvoll anlegen, viele Flanken und Standards suchen und über das Publikum zusätzliche Energie aufnehmen.
Gelingt es den Linzern, das Duell offen zu halten, könnte das Rückspiel in Oberösterreich zu einem der größten Spiele der jüngeren LASK-Geschichte werden. Ein Aufstieg würde die erstmalige Champions-League-Teilnahme bedeuten. Eine Niederlage wäre zwar bitter, würde aber zumindest die Europa-League-Ligaphase bringen. Allein deshalb ist der LASK bereits in einer komfortablen internationalen Ausgangslage.
Sturm mit brutalem Weg
Noch deutlich härter wirkt der Weg von Sturm Graz. Die Grazer müssen zunächst in der dritten Qualifikationsrunde gegen Fenerbahçe bestehen. Schon dieses Duell ist ein echter Härtetest: Auswärts in Istanbul, dazu ein türkischer Spitzenklub mit enormer individueller Qualität und einer Atmosphäre, die gerade in Europacupspielen ein Faktor sein kann.
Sollte Sturm diese Hürde nehmen, würde es im Playoff nicht leichter werden. Dann wartet der Sieger aus Sparta Praha gegen Lyon. Beide Klubs wären sportlich anspruchsvoll, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Sparta steht für Körperlichkeit, klare Abläufe und regelmäßige Hexenkessel bei Heimspielen. Lyon bringt die größere internationale Strahlkraft und mehr individuelle Klasse mit, hat sich zudem zuletzt mit spannenden neuen Spielern verstärkt – allen voran der belgische Teamspieler Lois Openda von Juventus.
Für Sturm wäre ein Einzug ins Playoff dennoch ein weiterer Beweis, wie stabil sich der Klub mittlerweile im europäischen Kontext bewegt. Nach dem klaren Weiterkommen gegen die Hearts ist die Mannschaft bereits gut in die Qualifikation gestartet. Gegen Fenerbahçe braucht es nun aber noch einmal ein ganz anderes Niveau. Positiv aus Grazer Sicht: Selbst ein Scheitern auf diesem Weg würde nicht das Ende der Europacup-Saison bedeuten. Sturm hat über diesen Ast zumindest die Europa League als Sicherheitsnetz – hier wird der mögliche Playoffgegner um 13 Uhr ausgelost.
Ein Außenseiter wird es schaffen
Besonders interessant ist auch die Paarung Mjällby oder Slovan Bratislava gegen Ararat-Armenia oder Celje. Dieser Ast garantiert, dass ein Verein in die Champions-League-Ligaphase kommt, den vor der Saison wohl kaum jemand auf dieser Bühne erwartet hätte. Slovan Bratislava bringt zwar noch am meisten Europacup-Erfahrung mit, doch schon allein die Möglichkeit, dass Mjällby, Ararat-Armenia oder Celje nur noch zwei Runden von der Königsklasse entfernt sind, zeigt den Reiz dieses Qualifikationssystems.
Für die Champions League bedeutet das zusätzliche Vielfalt. Für die betroffenen Klubs geht es um sportliche Geschichte und wirtschaftlich um Summen, die ganze Vereinsjahre verändern können. Während der LASK und Sturm also auf große Europacupabende hoffen, könnte in einem anderen Ast eine der bemerkenswertesten Qualifikationsgeschichten dieser Saison entstehen.