Rapid muss in der dritten Qualifikationsrunde zunächst gegen Paide Linnameeskond aus Estland bestehen und würde danach auf den Verlierer des Europa-League-Duells zwischen Benfica und Heart of Midlothian treffen. Für die Austria geht es nach dem Duell mit Beitar Jerusalem im Erfolgsfall gegen den Sieger aus Braga gegen Dinamo Minsk. Dazu kennt auch der SC Freiburg seinen möglichen Gegner, während Salzburg bei einem Scheitern in der Europa-League-Qualifikation in die Conference-League-Playoffs rutschen würde, wo allerdings ein dankbarer Gegner warten würde.
Alle möglichen Playoff-Paarungen im Überblick
Champions Path:
• Verlierer aus FC Thun/Víkingur Reykjavík – Sieger aus FK Borac/ML Vitebsk
• Verlierer aus Shamrock Rovers/KF Egnatia – Verlierer aus KuPS/Universitatea Craiova
• Sieger aus Tre Fiori/FC Drita – Sieger aus Inter Club d’Escaldes/FC Flora Tallinn
• Verlierer aus Lech Poznań/KÍ Klaksvík – Sieger aus Riga FC/ETO FC Győr
• Verlierer aus Lincoln Red Imps/Omonia – Verlierer aus Larne FC/FC Iberia 1999
Main Path:
• Sieger aus HJK Helsinki/Motherwell – SC Freiburg
• Verlierer aus Ferencváros/Górnik Zabrze – AS Monaco
• Sieger aus Inter Turku/Vaduz – Sieger aus Debrecen/FC Kopenhagen
• Verlierer aus Benfica/Heart of Midlothian – Sieger aus Paide Linnameeskond/SK Rapid
• Sieger aus CFR Cluj/Tromsø – Brighton & Hove Albion
• Sieger aus Žalgiris/Hajduk Split – Sieger aus Raków Częstochowa/Hammarby
• Sieger aus Panathinaikos/CSKA 1948 – Verlierer aus Hradec Králové/Beşiktaş
• Sieger aus IFK Göteborg/KAA Gent – Sieger aus Hibernian/Shkëndija
• Verlierer aus PAOK/Anderlecht – Sieger aus Brann/Apollon Limassol
• Atalanta – Sieger aus Hapoel Tel Aviv/GKS Katowice
• Sieger aus Bohemian FC/Midtjylland – Sieger aus Rijeka/Ilves
• Verlierer aus Jagiellonia Białystok/Rangers – Sieger aus Jablonec/RFS
• Sieger aus Valur/Nordsjælland – Sieger aus Sheriff Tiraspol/FC St. Gallen
• Sieger aus Auda/Dinamo City – Verlierer aus FC Salzburg/Pafos FC
• Sieger aus Noah/FC Sion – Sieger aus Ajax/Shelbourne
• Sieger aus Braga/Dinamo Minsk – Sieger aus Beitar Jerusalem/Austria Wien
• Sieger aus Twente/DAC – Verlierer aus Dynamo Kyiv/Qarabag
• Getafe – Sieger aus Partizan/Tobol
• Sieger aus FC Lugano/NSÍ Runavík – Verlierer aus Maccabi Tel Aviv/CSKA Sofia
Rapid und die Hoffnung auf Benficas Pflichtsieg
Für Rapid ist die Ausgangslage auf den ersten Blick klar: Gegen Paide sind die Hütteldorfer in der dritten Qualifikationsrunde Favorit. Die Esten sind ein Gegner, den Rapid seriös bespielen muss, der aber sportlich nicht zur Kategorie Stolperstein zählt. Ein Ausscheiden gegen Paide wäre natürlich ein massiver Rückschlag.
Der größere Reiz liegt im möglichen Playoff. Dort wartet der Verlierer aus Benfica gegen Hearts. Realistisch betrachtet wäre Hearts das deutlich wahrscheinlichere und für Rapid auch angenehmere Szenario. Benfica wäre ein absoluter Hammergegner, selbst wenn die Portugiesen nach einem Europa-League-Aus mental angeschlagen in die Conference League wechseln würden. Der Name, die individuelle Qualität und die internationale Erfahrung wären im Falle eines Duells mit Benfica eine ganz andere Dimension.
Gegen Hearts wiederum hätte Rapid ein Duell mit großer Kulisse, aber durchaus realistischen Chancen. Die Schotten kennt man in Österreich mittlerweile gut, auch Sturm Graz hatte es in der Champions-League-Qualifikation mit Heart of Midlothian zu tun. Für Rapid wäre ein Playoff gegen Hearts ein schwieriges, aber attraktives Los. Der Weg in die Ligaphase ist also machbar, aber keineswegs bequem.
Austria mit Braga-Damoklesschwert
Die Austria muss zunächst gegen Beitar Jerusalem bestehen. Dieses Duell ist sportlich deutlich offener als Rapids Aufgabe gegen Paide. Beitar bringt individuelle Qualität, Erfahrung und Emotionalität mit, die Austria wird also zwei sehr konzentrierte Auftritte brauchen. Gelingt der Aufstieg, wartet im Playoff der Sieger aus Braga gegen Dinamo Minsk.
Speziell Braga wäre für die Veilchen ein enorm schwieriger Gegner. Die Portugiesen sind seit Jahren regelmäßig international vertreten, verfügen über eine hohe Kaderdichte und -qualität und wären klarer Favorit. Dinamo Minsk wäre auf dem Papier wohl angenehmer bzw. Außenseiter, aber ebenfalls kein Selbstläufer.
Für die Austria bedeutet diese Auslosung: Schon die dritte Runde ist anspruchsvoll, das Playoff könnte noch einmal ein massiver Schritt nach oben werden. Gleichzeitig hätte ein Einzug in die Ligaphase enorme sportliche und wirtschaftliche Bedeutung. Gerade nach dem Umbruch im Kader und dem stärkeren Einbau junger Spieler wäre eine erfolgreiche Qualifikation ein starkes Signal und Argument für den eingeschlagenen Weg.
Freiburg wartet auf HJK oder Motherwell
Der SC Freiburg steigt erst im Playoff ein und trifft dort auf den Sieger aus HJK Helsinki gegen Motherwell. Für die Breisgauer ist das ein gutes Los. HJK bringt internationale Routine mit, Motherwell steht für britische Physis und unangenehme Intensität, doch Freiburg wäre gegen beide Gegner Favorit.
Die Ausgangslage ist trotzdem nicht völlig ungefährlich. Gerade im August, wenn Bundesliga-Klubs noch nicht im vollen Rhythmus sind, können Qualifikationsspiele unangenehm werden. Freiburg hat aber den Vorteil, sich komplett auf diesen Gegner vorbereiten zu können, während HJK und Motherwell noch eine Runde überstehen müssen.
Salzburg nur bei Scheitern betroffen
Für Salzburg ist die Conference-League-Auslosung nur dann relevant, wenn der Klub in der Europa-League-Qualifikation gegen Pafos scheitert. In diesem Fall würde der Verlierer aus Salzburg gegen Pafos im Conference-League-Playoff auf den Sieger aus Auda gegen Dinamo City treffen.
Das wäre aus Salzburger Sicht ein klar machbarer Weg, aber natürlich zugleich ein Szenario, das man vermeiden will. Salzburgs Anspruch ist nicht die Conference League, sondern im Allgemeinen mindestens die Europa League. Sollte es doch zum Umweg kommen, wäre der Druck entsprechend groß: Ein weiteres Scheitern gegen einen Außenseiter wäre kaum erklärbar.
Schweizer Trio mit gemischten Losen
Auch die Schweizer Klubs kennen ihre möglichen Wege. Sion spielt in der dritten Runde gegen Noah und würde im Erfolgsfall auf den Sieger aus Ajax gegen Shelbourne treffen. Ein attraktives, aber auch sehr schweres Szenario.
St. Gallen trifft zunächst auf Sheriff Tiraspol. Setzen sich die Ostschweizer durch, wartet der Sieger aus Valur gegen Nordsjælland. Unangenehm, aber auch nicht abschreckend. Lugano wiederum spielt gegen NSÍ Runavík und hätte danach den Verlierer aus Maccabi Tel Aviv gegen CSKA Sofia vor sich. Für die Schweizer Vertreter ist also alles dabei: Machbare Wege, große Namen und einige ziemlich offene 50:50-Duelle.