Drei Spiele, drei Unentschieden: Vor den Rückspielen am kommenden Mittwoch ist in allen drei Duellen noch alles offen. Besonders bitter verlief der Abend für Dinamo Zagreb, das schon nach zehn Minuten mit 2:0 führte und Viking dennoch nicht bezwingen konnte. Auch Fenerbahçe verpasste gegen Lyon einen Heimsieg, während in Sofia zwischen Levski und AEK Athen überhaupt keine Tore fielen. Die Sieger der Playoff-Duelle ziehen in die Ligaphase der Champions League ein, die Verlierer wechseln direkt in die Ligaphase der Europa League.
Viking überrascht Dinamo nach frühem 0:2-Rückstand
Dinamo erwischte im Maksimir einen nahezu perfekten Start und führte bereits nach zehn Minuten mit 2:0. Beim Führungstreffer gab es aus österreichischer Sicht eine bemerkenswerte Ko-Produktion: Der ehemalige Austria-Spieler Matteo Pérez Vinlöf bereitete für Ex-SK-Rapid-Stürmer Dion Beljo den ersten Treffer der Partie vor. Zwei Spieler, die in der Saison 2024/25 noch für die Wiener Erzrivalen aufliefen, sorgten damit gemeinsam für das 1:0. Wenig später war Beljo erneut entscheidend beteiligt und bereitete mit einer sehenswerten Aktion den Treffer von Mateo Lisica zum 2:0 vor.
Viking zeigte allerdings, warum der Klub im vergangenen Jahr erstmals seit 1991 wieder norwegischer Meister wurde. Peter Christiansen brachte die Gäste mit einem sehenswerten Treffer zurück ins Spiel, Kapitän Zlatko Tripić stellte noch vor der Pause auf 2:2. Dinamo erhöhte nach dem Seitenwechsel den Druck erheblich, die Norweger verteidigten ihren Strafraum aber konsequent und brachten das Remis über die Zeit. Angesichts der frühen 2:0-Führung der Kroaten ist das Ergebnis die größte Überraschung der drei Dienstagsspiele. Viking darf nun am kommenden Mittwoch in Stavanger vor eigenem Publikum um den Einzug in die Champions League kämpfen.
Lyon nimmt ein wertvolles 1:1 aus Istanbul mit
Im prominentesten Duell des Abends erwischte Olympique Lyon den besseren Start. Fenerbahçe tat sich zunächst schwer, offensiv gefährlich zu werden, während Lyon mit Fortdauer der Partie immer besser ins Spiel fand. Schließlich flankte Corentin Tolisso in den Strafraum, wo Loïs Openda per Kopf die Führung für die Franzosen erzielte. Fenerbahçe benötigte die Halbzeitpause, um eine Antwort zu finden. Unmittelbar nach Wiederbeginn setzte sich Mason Greenwood in einer starken Einzelaktion durch und bezwang Lyon-Torhüter Dominik Greif zum 1:1.
Danach wurde die Partie wesentlich offener. Openda traf für Lyon die Stange, auf der Gegenseite fehlte Anderson Talisca nur wenig zur Führung und der Ex-Salzburger Dorgeles Nene scheiterte ebenfalls am Aluminium. Auch die später eingewechselten Marco Asensio und Romelu Lukaku konnten den Sieg für die Hausherren nicht mehr erzwingen. Lyon dürfte damit als leichter Favorit in das Rückspiel im eigenen Stadion gehen.
Interessant ist dabei auch die direkte Bilanz: Schon vor dem Hinspiel hatte OL in fünf Europacup-Duellen mit Fenerbahçe nie verloren – vier Partien wurden gewonnen, das Europa-League-Spiel im Jänner 2025 endete 0:0. Nach dem 1:1 in Istanbul bleibt Lyon somit auch im sechsten direkten Duell ungeschlagen. Trainer Paulo Fonseca hatte Fenerbahçe vor der Begegnung aufgrund der individuellen Qualität des Kaders noch als Favoriten bezeichnet, während Lyon-Verteidiger Moussa Niakhaté betonte, dass seine Mannschaft dem Gegner qualitativ in nichts nachstehe.
Torloses Unentschieden in Sofia
Auch Levski Sofia darf weiter vom Einzug in die Champions League träumen. Der bulgarische Meister trennte sich im Heimspiel von AEK Athen mit 0:0 und hatte dabei durchaus Möglichkeiten, sich eine noch bessere Position für das Rückspiel zu verschaffen. Levski entwickelte über die Partie hinweg mehr offensive Gefahr, die wohl beste Chance hatte allerdings AEK, das die Stange traf. Bemerkenswert bleibt die Heimstärke der Bulgaren in dieser Qualifikation: Vor dem Playoff hatte Levski seine drei Heimspiele allesamt gewonnen und dabei kein Gegentor kassiert. Mit dem 0:0 gegen AEK steht nun auch nach dem vierten Heimauftritt weiterhin die Null.
Trainer Julio Velázquez hatte die Dimension der Aufgabe unmittelbar vor dem Hinspiel verdeutlicht. Nach seinen Angaben verfügt AEK über ein ungefähr neunmal so großes Budget, weshalb Levski in dieser Begegnung beinahe an sein Leistungsmaximum herankommen müsse. Nach 90 Minuten ist der Außenseiter jedenfalls weiterhin voll im Rennen. Nach dem 0:0 im Hinspiel geht AEK nun aufgrund des Heimvorteils als Favorit in die Entscheidung, auch wenn Levski mit einem Auswärtssieg in Athen erstmals seit der Saison 2006/07 wieder in die Champions League einziehen würde. Damals schrieb der Klub Geschichte und qualifizierte sich als erster bulgarischer Verein überhaupt für die Gruppenphase.