Nicht Tadej Pogacar, sondern Jhonatan Narváez sorgte auf der dritten Etappe der Tour de Suisse für den nächsten UAE Emirates-XRG-Triumph. Der Ecuadorianer floh rund 100 Kilometer vor dem Ziel mit dem Belgier Xandro Meurisse (Pinarello Q36.5 Pro Cycling) aus dem Hauptfeld und sicherte sich den Etappensieg in Bad Ragaz im Sprint – knapp vor dem heraneilenden Peloton.
Narváez, der beim Giro d’Italia zuletzt drei Etappensiege gesammelt hatte, bewies erneut sein Gespür für den richtigen Moment. Weltmeister Pogacar überließ ihm diesmal das Rampenlicht: Nach dem Sturzschock um seine Verlobte Urska Zigart und dem aufsehenerregenden 70-km-Solo zum Auftakt hielt sich der 27-Jährige bei zwischenzeitlichen heftigen Regenschauern zurück und rollte auf Rang zwölf ins Ziel.
An seiner Führung im Gesamtklassement änderte das nichts – 2:50 Minuten trennen Pogacar weiterhin von Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) aus Ecuador. Die Tour de Suisse dient Pogacar als gezielter Aufbau nach seinem Sieg bei der Tour de Romandie Anfang Mai; das eigentliche Ziel ist die Tour de France, die am 4. Juli in Barcelona startet und wo ein fünfter Gesamtsieg winkt.
Zuvor fordert die Rundfahrt noch Nehmerqualitäten: Am Samstag steht ein 23,7 Kilometer langes Einzelzeitfahren an, bevor das Finale am Sonntag mit fast 4500 Höhenmetern und dreimaliger Bezwingung des Col de la Croix zum ultimativen Kräftemessen wird.