Ein Kieferbruch, Abschürfungen und Verdacht auf eine Gehirnerschütterung: Urska Zigart musste nach einem schweren Sturz im Finale der zweiten Etappe der Tour de Suisse der Frauen ins Krankenhaus eingeliefert werden, die Verlobte von Tadej Pogacar blieb dort zunächst zur Beobachtung. Die 29-Jährige war einen Kilometer vor dem Ziel in Locarno bei hohem Tempo über eine Bodenschwelle gestürzt und mit dem Kopf hart auf den Asphalt geprallt.
Weltmeister Pogacar bestritt unterdessen das Männerrennen der gleichen Etappe – mit den Gedanken erkennbar woanders. Der Slowene verzichtete auf aggressive Attacken, wie er sie einen Tag zuvor bei seinem spektakulären 70-km-Solo zum Auftaktsieg gezeigt hatte, und rollte auf Platz acht ins Ziel in Locarno – vier Sekunden hinter Tagessieger Romain Grégoire aus Frankreich.
In der Gesamtwertung behauptet Pogacar damit seine Führung mit komfortablen 2:50 Minuten Vorsprung auf Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz aus Ecuador. Der 27-Jährige bereitet sich mit der Tour de Suisse als Generalprobe gezielt auf die Tour de France vor, die am 4. Juli in Barcelona startet – ein fünfter Gesamtsieg bei der Großen Schleife würde ihn in die Gruppe der Rekordgewinner bringen. Am Freitag wartet in der Schweiz die dritte von fünf Etappen: 157,4 km rund um Bad Ragaz mit zwei Bergwertungen der zweithöchsten Kategorie.