Paris Saint-Germain reist als amtierender Champions-League-Sieger und Titelverteidiger im Super Cup nach Österreich. Die Mannschaft von Luis Enrique gewann den Bewerb 2025 erstmals und könnte nun erneut triumphieren. Seit der Super Cup als einzelnes Endspiel ausgetragen wird, gelang eine erfolgreiche Titelverteidigung bislang nur Real Madrid in den Jahren 2016 und 2017. Insgesamt gingen 30 der bisherigen 50 Austragungen an den jeweiligen Sieger des Europacups der Landesmeister beziehungsweise der Champions League.
Kurze Vorbereitungszeit für PSG
Die Pariser hatten aufgrund der Weltmeisterschaft allerdings eine ungewöhnlich kurze Vorbereitung. Erst am 27. Juli nahm ein Teil des Kaders das Training wieder auf, mehrere WM-Fahrer kamen erst später dazu. Gerade einmal zwei Testspiele absolvierte PSG in der Vorbereitung auf die neue Saison: Bei RCD Mallorca setzte es eine 0:3-Niederlage, drei Tage später folgte in Göteborg ein 1:1 gegen Manchester United FC. Die Ligue 1 beginnt für den französischen Meister erst am 23. August.
Auch deshalb muss Luis Enrique bei der Aufstellung genau abwägen. Bradley Barcola, Ousmane Dembélé, Désiré Doué, Fabián Ruiz, Achraf Hakimi, Lucas Hernández und Warren Zaïre-Emery gelten aufgrund ihres Fitnesszustands noch als fraglich. Khvicha Kvaratskhelia wiederum absolvierte die Vorbereitung durchgehend und wird in der Startelf erwartet.
Akliouche und Digne verstärken PSG
Auf dem Transfermarkt wurde Paris zuletzt noch einmal aktiv. Der technisch starke Offensivspieler Maghnes Akliouche wechselte von der AS Monaco zum Champions-League-Sieger und unterschrieb einen Vertrag bis 2031. Erst vor wenigen Tagen folgte die Rückkehr von Lucas Digne: Der französische Linksverteidiger kam ausgerechnet von Aston Villa und kehrte mehr als zehn Jahre nach seinem ersten Engagement zu PSG zurück. Er unterschrieb bis 2029 und könnte sein Pflichtspiel-Comeback nun gegen seinen bisherigen Klub feiern.
Verlassen hat Paris unter anderem Gonçalo Ramos. Der portugiesische Mittelstürmer wechselte nach drei Saisonen und 45 Toren in 131 Pflichtspielen zum AC Milan.
Aston Villa mit wechselhafter Vorbereitung
Aston Villa reist als Europa-League-Sieger nach Salzburg. Im Finale in Istanbul setzte sich die Mannschaft von Unai Emery mit 3:0 gegen den SC Freiburg durch. Youri Tielemans brachte die Engländer in Führung, Emiliano Buendía erhöhte noch vor der Pause und Morgan Rogers sorgte nach dem Seitenwechsel für die Entscheidung. Für Villa war es der erste Europapokalsieg seit 44 Jahren.
Im Gegensatz zu PSG absolvierte Villa eine umfangreiche Vorbereitung. Auf ein 5:0 gegen Walsall folgten ein 1:2 beim FC Porto und ein 2:4 gegen Real Sociedad. Auf der Asienreise gewann Emerys Mannschaft anschließend zweimal mit 3:1, zunächst gegen Indonesia All Stars und danach gegen BG Pathum United. Die Generalprobe gegen den FC Bayern München in Hongkong ging mit 1:2 verloren. Damit stehen nach sechs Vorbereitungsspielen drei Siege und drei Niederlagen zu Buche.
Villa verliert wichtige Leistungsträger
Der Kader veränderte sich im Sommer deutlich. Morgan Rogers wechselte zum Chelsea FC, Youri Tielemans zu Manchester United und Digne eben zu PSG. Damit fehlen zwei Torschützen des Europa-League-Finales sowie ein langjähriger Stammspieler.
Neu dabei sind unter anderem João Gomes von den Wolverhampton Wanderers und der Schweizer Johan Manzambi vom SC Freiburg. Alejandro Garnacho wurde vom Chelsea FC ausgeliehen, zudem stößt Modou Kéba Cissé nach seiner Zeit beim LASK nun endgültig zum Villa-Kader. Manzambi wird das Finale aufgrund einer Knieverletzung verpassen, auch Leon Bailey und Amadou Onana fallen laut UEFA aus. Bei Garnacho, John McGinn, Ezri Konsa, Emiliano Martínez und Ollie Watkins gibt es noch Fragezeichen.
Villa hofft auf Revanche für das letzte Champions-League-Duell
Die beiden Mannschaften kennen einander aus der Champions League. Im Viertelfinale 2024/25 setzte sich PSG in einem spektakulären Duell mit insgesamt 5:4 durch. Paris gewann das Hinspiel 3:1, Villa entschied das Rückspiel mit 3:2 für sich. Es waren bislang die einzigen Pflichtspielduelle der beiden Klubs.
Im Super Cup selbst hat Aston Villa ebenfalls Geschichte geschrieben. Nach dem Gewinn des Europacups der Landesmeister bezwangen die Engländer in der Saison 1982/83 den FC Barcelona über zwei Spiele mit einem Gesamtscore von 3:1. PSG gewann den Bewerb erstmals im Vorjahr: Gegen den Tottenham Hotspur FC holten die Franzosen einen 0:2-Rückstand auf, erreichten ein 2:2 und setzten sich anschließend im Elfmeterschießen durch. Auch diesmal gilt: Steht es nach 90 Minuten unentschieden, folgt ohne Verlängerung direkt das Elfmeterschießen.
Schiedsrichter Omar Artan erhält die große Bühne
Eine außergewöhnliche Geschichte gibt es bei der Schiedsrichterbesetzung. Die UEFA betraute den 34-jährigen Somalier Omar Artan mit der Leitung des Finales. Artan steht seit 2018 auf der FIFA-Liste, wurde 2025 als bester Schiedsrichter Afrikas ausgezeichnet und war auch für die Weltmeisterschaft 2026 nominiert. Dort konnte er jedoch nicht eingesetzt werden, weil ihm trotz eines gültigen Visums die Einreise in die USA verweigert wurde. Die UEFA ernannte ihn anschließend im Rahmen ihrer verstärkten Zusammenarbeit mit der afrikanischen Konföderation CAF für den Super Cup und betonte ausdrücklich den Respekt vor seinen Leistungen. Artan wird damit in Salzburg als erster Nicht-Europäer ein UEFA-Super-Cup-Finale leiten – auf einer internationalen Bühne, die ihm wenige Wochen zuvor bei der WM noch verwehrt geblieben war.