Montreal, 9. August 2026 – Was für ein Auftritt des jungen Spaniers: Daniel Mérida Aguilar hat im Achtelfinale der National Bank Open gegen Tallon Griekspoor mit 6:3 und 6:1 gewonnen und dabei keinerlei Zweifel am Ausgang dieser Partie gelassen. Der 21-Jährige, der erst in diesem Jahr sein Masters-1000-Debüt feierte, steht nun erstmals in einem Viertelfinale auf diesem Niveau – und das verdient.
Méridas Aufschlag und Return dominieren von Beginn an
Von der ersten Minute an bestimmte Mérida das Geschehen auf dem Center Court. Seine Aufschlagquote war beeindruckend: 67 Prozent der ersten Aufschläge landeten im Feld, davon gewann er 83 Prozent der Punkte. Noch auffälliger war jedoch sein Return-Spiel. Den zweiten Aufschlag des Niederländers bestrafte er konsequent und verwertete seine Breakchancen mit einer Quote von 50 Prozent – während Griekspoor seinerseits keinen einzigen Breakball nutzen konnte. Auch die Fehlerstatistik erzählt eine deutliche Geschichte: Mérida leistete sich lediglich neun unerzwungene Fehler, Griekspoor hingegen 29 – eine Diskrepanz, die den Satzverlauf klar widerspiegelt.
Griekspoor ohne Mittel gegen den aggressiven Spanier
Tallon Griekspoor war mit beachtlicher Turnierbilanz nach Montreal gereist: Er hatte auf dem Weg ins Achtelfinale unter anderem den gesetzten Alexander Zverev aus dem Turnier geworfen und damit erstmals überhaupt die Runde der letzten 16 in Montreal erreicht. Doch gegen die schwere Vorhand und die Feldabdeckung des Spaniers fand der Weltranglisten-69. kein Rezept. Griekspoor, der mit seinem Aufschlag im bisherigen Turnierverlauf bereits Schwierigkeiten gehabt hatte, wehrte gegnerische Breakbälle nur in der Hälfte der Fälle ab – und in diesem Achtelfinale brach sein Aufschlag vollends ein. Seine Servicespiele gewann er lediglich in 50 Prozent der Fälle, im Return-Spiel holte er gar keinen einzigen Spielgewinn. Sechs Doppelfehler kosteten ihn zusätzlich wertvolle Punkte.
Mérida schreibt seine eigene Erfolgsgeschichte
Für Daniel Mérida Aguilar ist dieser Sieg weit mehr als ein weiterer Turniererfolg. Der Madrilene, der in dieser Saison bereits zwei Titel gewonnen hatte – beim Challenger in Teneriffa und beim ATP-250-Event in Umag –, erlebt in Montreal seinen bisher größten Moment auf der Tour. Auf dem Weg ins Achtelfinale hatte er mit Liam Draxl, Ugo Humbert und Alex Michelsen bereits drei namhafte Gegner besiegt. Nun folgt der nächste Schritt in einem Turnier, das von Überraschungen geprägt ist und in dem mehrere Top-10-Spieler frühzeitig ausgeschieden sind. Mérida passt perfekt in dieses Bild – als junges Talent, das die Gunst der Stunde zu nutzen weiß. Der Viertelfinalgegner wartet, und der Spanier hat mit dieser Leistung unmissverständlich klargemacht: Er ist bereit.