Es hätte ein ruhiger Auftakt werden sollen. Stattdessen lieferte Alexander Zverev am 30. Juni 2026 auf dem Centre Court von Wimbledon eines der intensivsten Erstrunden-Matches des Turniers ab. Nach knapp vier Stunden setzte sich der amtierende French-Open-Champion und Nummer 2 der Setzliste gegen Alexander Blockx mit 6:4, 6:7, 7:6, 7:6 durch – ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse auf dem Platz kaum widerspiegelt.
Blockx hält mit Zverev mit
Dass Blockx überhaupt auf dem Centre Court stand, war für sich genommen bemerkenswert. Der 21-jährige Belgier bestritt sein erstes Grand-Slam-Hauptfeld-Match in Wimbledon – und das nach einem Bänderriss, der ihn zwischen den French Open und Wimbledon kein einziges Match hatte bestreiten lassen. Nervosität? Davon war nichts zu sehen. Blockx agierte von Beginn an mutig und aktiv, schlug 16 Asse und brachte seinen Aufschlag in 91 Prozent der Aufschlagspiele durch.
Zverev gewann den ersten Satz klar mit 6:4. Doch im zweiten Durchgang drehte Blockx auf. Beim Stand von 6:6 ging es in den Tiebreak – und dort bewies der Belgier Nerven: Er gewann ihn mit 10:8 und erzwang damit einen dritten Satz. Es war der einzige Satz, den Zverev an diesem Tag abgab.
Doppelfehler als Wendepunkte
Der dritte Satz entwickelte sich zum Spiegelbild des zweiten. Blockx hielt Niveau und Überzeugung lange aufrecht, erneut bis zum Stand von 6:6. Dann aber, im Tiebreak, unterliefen ihm zwei Doppelfehler in unmittelbarer Folge – ein kostspieliger Einbruch im schlimmsten Moment. Zverev nutzte die Schwäche konsequent und gewann den Tiebreak mit 7:5.
Im vierten Satz entwickelte sich ein weiteres enges Duell. Zverev brach zum 3:2, kassierte jedoch sofort das Rebreak durch einen eigenen Doppelfehler – sieben Doppelfehler leistete sich der Deutsche insgesamt. Blockx rettete sich erneut in den Tiebreak. Doch dort zeigte Zverev eine andere Seite: In einem makellosen Durchgang gewann er mit 7:0 und beendete das Match.
Statistisch eng, am Ende klar
Die Zahlen belegen die Ausgeglichenheit des Duells: Zverev gewann 53 Prozent aller Punkte, Blockx 47 Prozent. Mit 21 Assen und einer Aufschlagquote von 79 Prozent beim ersten Service dominierte Zverev auf dem Aufschlag, doch auch Blockx hielt mit durchschnittlich 205 km/h beim ersten Aufschlag und 16 Assen dagegen. Drei von vier Sätzen mussten im Tiebreak entschieden werden – das allein spricht für die Qualität beider Spieler an diesem Tag.
Für Zverev bedeutet der Sieg den Einzug in die zweite Runde – und die Verlängerung seiner persönlichen Serie gegen Blockx auf 3:0. Bereits in Madrid und Rom hatte er den Belgier in dieser Saison besiegt. Wimbledon bleibt für Zverev dennoch das Grand Slam mit dem größten Potenzial nach oben: Über das Achtelfinale ist er dort noch nie hinausgekommen. Blockx hingegen darf trotz der Niederlage aufrecht den Platz verlassen. Sein erster Auftritt auf dem grünen Rasen von Wimbledon war keine leise Vorstellung.