Es war ein Sieg, der Geduld, Nervenstärke und den unbedingten Willen brauchte, nicht aufzugeben: Jaime Faria besiegte Sho Shimabukuro in der ersten Runde von Wimbledon 2026 mit 7:6 (8:6), 6:3, 6:7 (2:7), 6:3 und zog damit zum ersten Mal in seiner Karriere in die zweite Runde des prestigeträchtigsten Rasenturniers der Welt ein. Für den 22-jährigen Portugiesen aus Lissabon bedeutet dieser Erfolg mehr als nur einen weiteren Sieg – er ist ein Stück Tennisgeschichte seines Landes.
Ein erster Satz voller Wendungen
Das Duell zwischen den beiden begann auf Augenhöhe und entwickelte sich schnell zu einem Nervenspiel. Faria verlor früh seinen Aufschlag und geriet mit 2:4 in Rückstand. Shimabukuro, die Nummer 1 Japans und zuletzt beim BOSS Open in Stuttgart als Viertelfinalist aufgefallen, schien das Match in seine Richtung zu lenken. Doch beim Stand von 3:5 wehrte Faria mehrere Satzbälle ab – eine Sequenz, die das Momentum kippte. Ein Rebreak erzwang den Tiebreak, den Faria mit 8:6 für sich entschied. Es war der Schlüsselmoment des Matches.
Im zweiten Satz nutzte Faria den psychologischen Vorteil konsequent. Er brach Shimabukuros Aufschlag bereits im ersten Spiel, baute eine 2:0-Führung auf und verwaltete den Durchgang souverän bis zum 6:3. Die Statistiken untermauerten die Dominanz: Faria gewann 86 Prozent seiner Punkte beim ersten Aufschlag und blieb im Aufschlagspiel über weite Strecken nahezu unantastbar.
Shimabukuro schlägt zurück – Faria hält stand
Der dritte Satz brachte die Wende. Shimabukuro stabilisierte sein Spiel, steigerte seine Erstaufschlagquote und drängte Faria in die Defensive. Beim Stand von ausgeglichenem Tiebreak hatte der Japaner gleich vier Satzbälle – doch Faria rettete alle vier. Am Ende entschied Shimabukuro den Tiebreak dennoch klar mit 7:2 und hielt das Match damit offen. Es war ein Rückschlag für Faria, aber kein Bruch.
Im vierten und entscheidenden Satz zeigte der Portugiese, der sich erneut über die Qualifikation für Wimbledon durchgekämpft hatte, seine Reife. Das entscheidende Break gelang ihm im achten Spiel zum 5:3 – und beim zweiten Matchball verwandelte Faria die Chance zum 6:3. Schluss. Sieg. Geschichte.
Historischer Moment für Portugal
Mit diesem Erfolg wird Jaime Faria zum erst vierten portugiesischen Mann überhaupt, der ein Match im Hauptfeld von Wimbledon gewinnt – nach João Cunha e Silva, João Sousa und Nuno Borges. Die Zahlen des Matches sprechen für einen hochklassigen Rasenauftritt: 17 Asse, 45 Winner und eine Aufschlagspielquote von 95 Prozent auf der Seite Farias, während Shimabukuro mit 16 Assen und 41 Winnern ebenfalls solide agierte, am Ende aber die entscheidenden Punkte nicht machte.
In der zweiten Runde trifft Faria auf den Sieger des Matches zwischen Ugo Humbert aus Frankreich und dem Belgier Zizou Bergs – eine weitere Prüfung auf dem Rasen von Church Road. Das erste Kapitel dieser Wimbledon-Geschichte ist geschrieben. Es könnte noch mehr geben.