Es war ein langer Weg bis zu diesem Moment: Kyrian Jacquet, der 25-jährige Franzose aus Lyon, hat am 30. Juni bei Wimbledon 2026 seinen ersten Sieg im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers gefeiert. Der Weltranglisten-136. bezwang den Litauer Vilius Gaubas mit 6:3, 6:4, 7:6 und zog damit in die zweite Runde ein. Beide Spieler hatten sich zuvor durch die Qualifikation gekämpft – doch am Ende setzte sich Jacquet, der schon die Quali ohne Satzverlust überstanden hatte, mit klarer Überzeugung durch.
Frühe Kontrolle, aber kein einfacher Weg
Der erste Satz verlief nach Jacquets Drehbuch. Bereits im zweiten Game gelang ihm das Break, und er baute die Führung zügig auf 3:0 aus. Gaubas stemmte sich dagegen und erspielte sich im siebten Game ein Re-Break – doch Jacquet ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und sicherte sich den Satz mit 6:3. Im zweiten Durchgang folgte eine Phase, die das Match entschied: Jacquet gewann vier Spiele in Folge und stellte von 1:2 auf 5:2. Gaubas verkürzte noch auf 5:4, fand jedoch keinen Weg zurück ins Spiel. Jacquet servierte den Satz souverän zum 6:4 aus.
Tiebreak als Nervenprobe – Jacquet dominiert
Der dritte Satz entwickelte sich zur intensivsten Auseinandersetzung des Tages. Kein Spieler konnte sich entscheidend absetzen, das Match blieb bis zuletzt offen. Im Tiebreak jedoch zeigte Jacquet seine Nervenstärke in eindrucksvoller Weise: Er sprintete auf 4:0 davon und ließ Gaubas kaum Luft zum Atmen. Am Ende stand ein klares 7:2 im Tiebreak – Satz und Match an Jacquet.
Die Statistiken unterstreichen die Dominanz des Franzosen: 38 Winners standen lediglich 20 auf Seiten von Gaubas gegenüber. Jacquet gewann 56 Prozent aller Punkte und sicherte 81 Prozent seiner Aufschlagspiele. Mit 75 Prozent Netzpunkten bewies er zudem, dass er sich auf Rasen zunehmend wohlfühlt.
Historischer Meilenstein und Ausblick auf Bublik
Für Jacquet trägt dieser Sieg besonderes Gewicht. Es ist der erste Hauptfeld-Erfolg bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in seiner Karriere – ein Meilenstein, auf den er lange hingearbeitet hat. In der Saison 2026 hatte er zuvor bereits den Challenger-Titel in Manama gewonnen. Nun wartet mit Alexander Bublik ein deutlich härterer Prüfstein in Runde zwei.
Vilius Gaubas, der als ausgewiesener Sandplatzspezialist gilt, konnte seine Qualitäten auf dem Londoner Rasen nur bedingt ausspielen. Er hatte sich in der Qualifikation noch in einem engen Match gegen Dusan Lajovic durchgesetzt – gegen Jacquet, der ihn mittlerweile dreimal in Folge besiegt hat, fand er auch diesmal kein Mittel. Der direkte Vergleich steht nun 3:0 für den Franzosen.