Zehn Rückspiele standen am Dienstag in der dritten Qualifikationsrunde der Champions League auf dem Programm. Während sich der SK Sturm Graz nach zwei Niederlagen gegen Fenerbahçe verabschiedete, schaffte Olympique Lyon nach dem 1:2 in Prag noch souverän die Wende. Gleich zwei Duelle gingen in die Verlängerung. Die vier Verlierer des sogenannten Ligawegs – darunter Sturm und Union Saint-Gilloise – stehen immerhin bereits fix in der Ligaphase der Europa League.
Lyon dreht das Duell gegen Sparta Prag
Olympique Lyon stand nach der überraschenden 1:2-Niederlage im Hinspiel unter Druck, zeigte im Groupama Stadium aber die passende Reaktion. Die Mannschaft von Paulo Fonseca gewann mit 3:0 und setzte sich mit einem Gesamtscore von 4:2 durch.
Die Franzosen gingen bereits nach 20 Minuten durch Ernest Nuamah in Führung. Für Sparta verschlechterten sich die Aussichten auf den Aufstieg noch vor der Pause gravierend, als Adam Ševinský nach einem Foul an Loïs Openda vom Platz gestellt wurde. In Überzahl kontrollierte Lyon das Spiel und sorgte in der zweiten Hälfte für klare Verhältnisse. Ainsley Maitland-Niles erhöhte in der 66. Minute auf 2:0, Tyler Morton machte sechs Minuten später mit dem dritten Treffer alles klar.
Damit trifft Lyon im Play-off auf Fenerbahçe. Die Türken setzten sich gegen Sturm Graz mit einem Gesamtscore von 3:0 durch.
Bodø/Glimt gewinnt nächsten Thriller
Noch spektakulärer verlief das Rückspiel zwischen Bodø/Glimt und Union Saint-Gilloise. Bereits das erste Duell in Oostende hatte mit einem 3:3 geendet, im Aspmyra Stadion folgte der nächste offene Schlagabtausch. Am Ende gewann Bodø/Glimt nach Verlängerung mit 3:2 und zog mit einem Gesamtscore von 6:5 ins Play-off ein.
Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Ole Didrik Blomberg die Norweger in der 51. Minute mit einem Distanzschuss in Führung. Saint-Gilloise reagierte allerdings schnell: Guilherme Smith traf zehn Minuten später zum 1:1. Jens Petter Hauge brachte Bodø/Glimt in der 76. Minute erneut in Front, doch der ehemalige Sturm-Graz-Legionär Mohammed Fuseini erzwang mit seinem Treffer in der 88. Minute tatsächlich noch die Verlängerung.
Unmittelbar vor deren Beginn musste Saint-Gilloise einen schweren Rückschlag verkraften. Kamiel Van de Perre, der bereits in der 81. Minute verwarnt worden war, sah in der Nachspielzeit die zweite Gelbe Karte für ein hartes Einsteigen. Die Entscheidung sorgte bei den Belgiern für großen Ärger. Trainer David Hubert kritisierte nach der Partie die Spielleitung, während Rob Schoofs insbesondere die zweite Gelbe Karte gegen Van de Perre nicht nachvollziehen konnte. Saint-Gilloise musste die kompletten 30 Minuten der Verlängerung in Unterzahl bestreiten.
Lange sah es dennoch nach einem Elfmeterschießen aus. Saint-Gilloise-Torhüter Vic Chambaere verhinderte mehrfach den dritten Treffer, ehe in der 117. Minute eine kuriose Szene die Entscheidung brachte. Nach einem Kopfball von Odin Bjørtuft wurde der Ball zunächst auf der Linie abgewehrt, sprang anschließend aber an Andreas Helmersen und von dort zum 3:2 ins Tor.
Florucz sieht nach Schlusspfiff Rot
Für ÖFB-Legionär Raul Florucz nahm der Abend eine besonders ungewöhnliche Wendung. Der Doppel-Torschütze aus dem Hinspiel saß diesmal beinahe die gesamten 120 Minuten auf der Ersatzbank und wurde erst in der Nachspielzeit der Verlängerung eingewechselt.
Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Situation allerdings. Im Mittelkreis kam es zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen Spielern beider Mannschaften. Florucz und Adem Zorgane gerieten dabei mit Spielern von Bodø/Glimt aneinander und sahen nach Spielende jeweils die Rote Karte.
Damit endete der Abend für Saint-Gilloise mit gleich drei Ausschlüssen: Van de Perre war bereits vor der Verlängerung mit Gelb-Rot vom Platz geflogen, Florucz und Zorgane folgten nach dem Abpfiff. Für die Belgier ist die Champions League damit vorbei, sie stehen allerdings fix in der Ligaphase der Europa League. Bodø/Glimt trifft im Play-off auf NEC Nijmegen.
NEC wirft Olympiakos nach Verlängerung raus
Auch das Duell zwischen NEC Nijmegen und Olympiakos benötigte zusätzliche 30 Minuten. Nach dem torlosen Hinspiel gingen zunächst die Griechen in Führung. Ayoub El Kaabi traf nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn zum 1:0 für Olympiakos. Bryan Linssen glich in der 70. Minute aus.
Zehn Minuten später sah Konstantinos Fortounis nach einer VAR-Überprüfung Rot. NEC glaubte in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit bereits an die Entscheidung, doch ein Treffer von Kaj Sierhuis wurde wegen Abseits aberkannt. In der Verlängerung schlug schließlich Emre Mor zu. Der früh für den verletzten Sami Ouaissa eingewechselte Türke traf in der 95. Minute zum 2:1 und schoss NEC damit ins Play-off gegen Bodø/Glimt.
Roter Stern scheitert – Arnautović kommt nach der Pause
Eine große Überraschung gab es in Belgrad. Roter Stern hatte bereits das Hinspiel gegen Hapoel Be’er Sheva mit 0:1 verloren und unterlag auch zu Hause mit 0:2. Der israelische Klub setzte sich damit überraschend deutlich mit insgesamt 3:0 durch.
Marko Arnautović begann zunächst auf der Bank und kam nach der Pause ins Spiel. Der österreichische Rekordteamspieler konnte die Partie aber ebenfalls nicht mehr in die gewünschte Richtung lenken. In der 57. Minute wurde zunächst Roter-Stern-Trainer Dejan Stanković mit Rot auf die Tribüne geschickt, vier Minuten später brachte Igor Zlatanović Hapoel in Führung. Javon East sorgte in der 79. Minute für das 2:0. In der Nachspielzeit sah zudem Mohammad Abu Fani wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. 40.833 Zuschauer erlebten damit eine enttäuschende Europacup-Nacht für den serbischen Meister.
Roter Stern ist europäisch allerdings noch nicht ausgeschieden. Als Verlierer eines Duells im Champions-Weg wechselt der Klub in das Play-off der Europa League. Hapoel Be’er Sheva trifft im Champions-League-Play-off auf Sabah.
Sturm verliert auch das Rückspiel
Für den SK Sturm Graz endete die Champions-League-Qualifikation ebenfalls am Dienstagabend. Nach dem 0:2 in Istanbul verloren die Steirer das Rückspiel gegen Fenerbahçe mit 0:1 und schieden damit mit einem Gesamtscore von 0:3 aus. Für die Grazer geht es nun fix in der Ligaphase der Europa League weiter, während Fenerbahçe gegen Lyon um einen Platz in der Champions League spielt.
Dinamo souverän, Celje dreht das Duell
Auch im Champions-Weg fielen sechs Entscheidungen. Dinamo Zagreb ließ nach dem 5:0 im Hinspiel gegen Kauno Žalgiris nichts mehr anbrennen, gewann auch das Rückspiel mit 2:1 und setzte sich insgesamt mit 7:1 durch. Slovan Bratislava besiegte Mjällby mit 2:0 und kam mit einem Gesamtscore von 4:1 weiter.
Celje drehte hingegen das Duell gegen Ararat-Armenia. Nach dem 1:2 im Hinspiel gewannen die Slowenen zu Hause mit 2:0 und stiegen mit einem Gesamtscore von 3:2 auf. Levski Sofia gewann nach dem 1:0 im ersten Spiel auch bei Kairat Almaty mit 1:0. Für den deutlichsten Umschwung des Abends sorgte Sabah: Nach einer 1:2-Niederlage beim dänischen Klub Aarhus gewann der aserbaidschanische Vertreter das Rückspiel überraschend deutlich mit 4:0.
Im Champions-League-Play-off stehen damit die Duelle Fenerbahçe gegen Lyon, NEC Nijmegen gegen Bodø/Glimt, Celtic FC gegen den LASK, Dinamo Zagreb gegen Viking, Slovan Bratislava gegen Celje, Hapoel Be’er Sheva gegen Sabah sowie Levski Sofia gegen AEK Athen fest. Die Sieger dieser Paarungen ziehen in die Ligaphase der Champions League ein.