Das Rennen auf dem 5,403 Kilometer langen Masaryk Circuit bildet einen Teil des großen GT- und Sportwagenprogramms des Wochenendes. Beim gemeinsamen Sprint treffen unterschiedliche Fahrzeugkonzepte und Leistungsklassen aufeinander – von offenen Sportprototypen über LMP3-Fahrzeuge bis zu GT3- und GT4-Autos. Entsprechend gibt es neben dem Gesamtsieg auch zahlreiche separate Klassenwertungen.
Prominente Namen fehlen diesmal
Die INTERWETTEN Sports Car Challenge war in dieser Saison bereits ausgesprochen prominent besetzt. Neben Titelverteidiger Marco Fink gingen bei früheren Veranstaltungen unter anderem Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien, Mathias Lauda und der dreifache Le-Mans-Sieger Marco Werner an den Start. Sven Barth gehört mit seinem Ginetta G61 ebenfalls konstant zu den schnellsten Fahrern und kämpft insbesondere in der Pro-Kategorie regelmäßig um Siege.
In Brünn fehlten mit Klien und Lauda diesmal allerdings zwei der bekanntesten Österreicher im Feld. Damit ging Fink als klarer Favorit in den ersten Sprint – und wurde dieser Rolle gerecht.
Fink kontrolliert das Rennen von vorne
Der Deutsche setzte sich unmittelbar nach dem Start an die Spitze und gab die Führung anschließend nicht mehr ab. Mit seinem Nova Proto NP01, der von einem BMW-V8 angetrieben wird, bestimmte Fink über praktisch die gesamte Distanz das Tempo.
Ganz problemlos war der Sieg dennoch nicht. Sven Barth hielt mit seinem Ginetta G61-LT-P3 den Kontakt und konnte vor allem in der siebenten Runde deutlich Zeit auf den Spitzenreiter gutmachen. Fink reagierte allerdings und ließ den Konkurrenten in der entscheidenden Schlussphase nicht mehr nahe genug herankommen.
Nach 13 Runden trennten die beiden lediglich 1,022 Sekunden. Finks schnellste Runde von 1:53,529 Minuten war gleichzeitig deutlich schneller als Barths persönlicher Bestwert von 1:55,148 Minuten. Der Gesamtsieger holte damit wenig überraschend auch Platz eins in der Open-Kategorie, Barth entschied als Gesamtzweiter die Pro-Klasse für sich.
Konopka-Duo folgt auf den Plätzen drei und vier
Dahinter belegte Miro Konopka mit einem Ligier JS P320 LMP3 den dritten Gesamtrang. Der erfahrene Slowake hatte im Ziel 31,598 Sekunden Rückstand auf Fink, gewann dafür souverän die D5-Kategorie.
Auf Position vier folgte mit Adam Konopka ein weiterer Fahrer aus dem Umfeld von ARC Bratislava. Im Lamborghini Huracán gewann er die D4-GTX-Wertung. Die weiteren Klassensiege gingen an Rudolf Beňo im BMW M4 GT3 in der D4-GT3, José Záruba im Lamborghini Huracán in der D4-GTC sowie Jan Vojtko im BMW M4 GT4 in der D4-GT4. Ranieri Randacio war im Lucini BMW der bestplatzierte Fahrer der Classic-Kategorie.
Vom Bergrennsport zum vierfachen SCC-Champion
Für Fink ist der Erfolg in Brünn die Fortsetzung einer bemerkenswerten Entwicklung. Der Allgäuer fuhr bereits als Kind Kart-Slalom und folgte damit seinem Vater Rainer in den Motorsport. Später wechselte er in den Bergrennsport, ehe er 2020 den Schritt in die Sports Car Challenge und zu den leistungsstarken Sportprototypen wagte.
Der Wechsel zahlte sich aus. 2021, 2022, 2024 und 2025 holte Fink bereits vier Meistertitel in der European SportsCarChallenge. Auch 2026 gehört er wieder zu den bestimmenden Fahrern und hatte zuletzt beide Rennen auf dem Red Bull Ring gewonnen.
In Brünn bietet sich schon am Sonntag die nächste Gelegenheit. Nach dem zweiten Qualifying am Vormittag startet das zweite Sprintrennen der GT-, D4/D5-, P9- und SCC-Fahrzeuge um 13:55 Uhr.