Mit einer souveränen Vorstellung von der Poleposition aus baute Antonelli seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf 123 Punkte aus. Hinter dem Italiener entwickelte sich ein abwechslungsreiches Rennen mit unterschiedlichen Reifenstrategien und mehreren Überholmanövern. Ferrari brachte beide Autos unter die ersten vier, während Verstappen den dritten Podestplatz belegte.
Die ersten Runden gehören Mercedes
Antonelli hatte sich am Samstag die Poleposition gesichert und Verstappen um 0,179 Sekunden geschlagen. Obwohl Ferrari zuvor sämtliche Trainingsbestzeiten erzielt hatte, standen Leclerc und Hamilton nur auf den Startplätzen vier und fünf.
Beim Start verteidigte Antonelli seine Führung gegen Verstappen, obwohl er im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten nicht auf Soft-, sondern auf Medium-Reifen unterwegs war. Leclerc nutzte einen schwachen Start des Niederländers und schob sich zunächst auf Platz zwei. Verstappen konterte allerdings noch in der ersten Runde und holte sich die Position zurück.
An der Spitze hatte sich Antonelli zu diesem Zeitpunkt bereits um rund zwei Sekunden abgesetzt. Der Mercedes-Pilot konnte seinen Vorsprung anschließend ausbauen, während sich dahinter ein enger Kampf um die weiteren Spitzenplätze entwickelte.
Antonelli profitiert von Mercedes-Strategie
Red Bull setzte bei Verstappen auf eine offensive Zweistoppstrategie. Bereits in Runde 14 wechselte der viermalige Weltmeister die Reifen, kurz darauf folgten die Ferrari-Piloten Hamilton und Leclerc.
Antonelli blieb hingegen deutlich länger draußen. Erst in Runde 25 absolvierte er seinen einzigen Boxenstopp und wechselte von Medium auf Hard. Die härteste Mischung funktionierte auf der texanischen Strecke ausgezeichnet, wodurch Mercedes den strategischen Vorteil gegenüber Red Bull behielt.
Durch die unterschiedlichen Boxenstopp-Zeitpunkte wechselte die Führung zwischenzeitlich. In Runde 32 überholte Antonelli Leclerc auf der Strecke und übernahm wieder die Spitze. Verstappen musste unterdessen zum zweiten Mal an die Box. Sein Stopp verlief nicht reibungslos und kostete zusätzliche Zeit. Anschließend fiel der Niederländer auf den fünften Platz zurück.
Ferrari überzeugt mit starkem Schlussspurt
Während Antonelli an der Spitze seinen Vorsprung kontrollierte, entwickelte sich dahinter ein spannender Kampf um die Podestplätze. Leclerc profitierte von seiner Reifenstrategie und schloss in der Schlussphase zu Verstappen auf. Wenige Runden vor Schluss überholte der Monegasse den Red-Bull-Piloten und sicherte sich damit den zweiten Platz.
Auch Hamilton zeigte ein starkes Rennen. Nach seinem zweiten Reifenwechsel verfügte der Rekordweltmeister über frischere Reifen als Lando Norris und konnte den McLaren-Piloten in Runde 51 überholen. Mit dem vierten Platz hielt sich Hamilton zugleich rechnerisch im Titelkampf.
In Runde 53 musste das Rennen kurzzeitig unter virtuellem Safety-Car fortgesetzt werden, nachdem Valtteri Bottas seinen Cadillac abgestellt hatte. Auf den Ausgang des Rennens hatte diese Phase keine entscheidenden Auswirkungen.
Norris wurde Fünfter vor Isack Hadjar und Oscar Piastri. George Russell belegte Rang acht, nachdem er wegen eines unerlaubten Vorteils abseits der Strecke eine Fünf-Sekunden-Strafe erhalten hatte. Liam Lawson und Pierre Gasly komplettierten die Punkteränge. Nico Hülkenberg verpasste diese im Audi als Elfter knapp.
Russell und Hamilton verhindern vorzeitige WM-Entscheidung
Antonelli hätte bereits in Austin als jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte feststehen können. Dafür hätte Russell höchstens Neunter und Hamilton maximal Fünfter werden dürfen.
Russell wahrte mit Platz acht seine theoretischen Titelchancen. Antonelli muss damit zumindest bis zum kommenden Rennen in Mexiko auf seinen ersten Weltmeistertitel warten.
Antonelli führt nun mit 365 Punkten vor Russell (242) und Hamilton (241). Dahinter folgen Verstappen (236) und Leclerc (233), die bei noch fünf ausstehenden Rennen rechnerisch bereits aus dem Titelkampf ausgeschieden sind.
Der Italiener steht bei neun Saisonsiegen und könnte der erste Weltmeister seines Landes seit Alberto Ascari im Jahr 1953 werden. Gleichzeitig würde er den Altersrekord von Sebastian Vettel brechen, der bei seinem ersten WM-Triumph 2010 bereits 23 Jahre alt war.
In Mexiko kann Antonelli alles klarmachen
Bereits am kommenden Sonntag, dem 1. November, geht die Formel 1 mit dem Großen Preis von Mexiko-Stadt weiter. Auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez reicht Antonelli ein neunter Platz unabhängig von den Ergebnissen seiner Verfolger zum Titelgewinn. Sollte ihm die Krönung gelingen, wäre er mit gerade einmal 20 Jahren und 68 Tagen der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte.