Die Konkurrenz hat sich zuletzt allerdings eindrucksvoll zurückgemeldet. Max Verstappen gewann die beiden jüngsten Grands Prix und könnte ausgerechnet auf einer seiner erfolgreichsten Strecken den dritten Sieg in Folge feiern. Auch Ferrari und McLaren wollen im Kampf um die Podestplätze mitmischen. Vor dem Auftakt zu drei Rennwochenenden in Folge dürften vor allem die richtige Fahrzeugabstimmung und der Reifenverschleiß eine entscheidende Rolle spielen.
Antonelli kann sich vorzeitig den Titel sichern
Acht Siege in 17 Rennen haben Antonelli an die Spitze gebracht. Der Italiener führt mit 340 Punkten vor Russell (238), Lewis Hamilton (229), Verstappen (221), Charles Leclerc (215) und Lando Norris (201). Antonelli kann in Austin sogar vorzeitig Weltmeister werden, benötigt dafür aber einen Sieg und deutliche Punktverluste seiner Verfolger. Russell dürfte höchstens Neunter werden, Hamilton maximal Fünfter.
In der Konstrukteurswertung liegt Mercedes mit 578 Punkten klar vor Ferrari (444), McLaren (339) und Red Bull (332). Die jüngste Form spricht dennoch nicht ausschließlich für Mercedes: Verstappen triumphierte bei den beiden vergangenen Rennen, zuletzt in Singapur, wo Leclerc Zweiter und Antonelli Dritter wurde. In Austin gewann der Niederländer bereits viermal, zuletzt 2025 von der Poleposition aus. Hamilton hält mit sechs Erfolgen den Rekord beim Großen Preis der USA.
20 Kurven, steiler Anstieg: Das macht Austin anspruchsvoll
Die 5,513 Kilometer lange Strecke wurde 2012 eröffnet und wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Besonders auffällig ist der steile Anstieg unmittelbar nach dem Start. Die breite erste Linkskurve bietet mehrere mögliche Fahrlinien und damit gute Überholchancen, erhöht beim Gedränge nach dem Start aber auch die Gefahr von Kollisionen.
Danach folgen schnelle Richtungswechsel, deren Charakter an Silverstone erinnert. Die lange Gegengerade zwischen den Kurven elf und zwölf bietet eine weitere gute Angriffsmöglichkeit. Im engen Abschnitt vor dem letzten Sektor sind Traktion und Geduld gefragt. Wer seine Reifen dort überlastet, verliert auf den anschließenden Beschleunigungsphasen Zeit.
Eine zusätzliche Variable liefern die Regeln von 2026: Die beweglichen Flügel reduzieren auf zwei Geraden den Luftwiderstand. Der neue Overtake-Modus ersetzt das klassische DRS und erlaubt Verfolgern unter bestimmten Bedingungen zusätzliche elektrische Leistung. Im Vorjahr wurden in Austin 71 Überholmanöver gezählt. Den offiziellen Rundenrekord hält Charles Leclerc mit 1:36,169 Minuten aus dem Jahr 2019.
Reifenstrategie und Wetter: Wie viele Stopps sind nötig?
Pirelli bringt die Mischungen C2 (hart), C3 (mittel) und C4 (weich) nach Texas. Die schnellen Kurven belasten vor allem die Vorderreifen, während häufiges Beschleunigen in langsamen Passagen die Hinterreifen beansprucht. Zudem wurde der Asphalt zwischen den Kurven neun und elf erneuert; auf älteren Abschnitten kann der Verschleiß höher ausfallen.
Der harte C2 könnte eine Ein-Stopp-Strategie begünstigen. Bei Temperaturen um 28 bis 30 Grad könnte allerdings stärkerer Reifenabbau zusätzliche Boxenstopps attraktiv machen. Die aktuellen Prognosen lassen für das gesamte Wochenende trockene Bedingungen erwarten, am Sonntag dürfte lediglich die Bewölkung zunehmen. Anders als in den vergangenen drei Jahren ist Austin 2026 kein Sprintwochenende. Drei Trainings geben den Teams damit mehr Gelegenheit, Longruns und Reifenverhalten zu untersuchen.
Zeitplan und Ausblick
- Freitag, 23. Oktober: 1. Freies Training um 19:30 Uhr, 2. Freies Training um 23:00 Uhr.
- Samstag, 24. Oktober: 3. Freies Training um 19:30 Uhr, Qualifying um 23:00 Uhr.
- Sonntag, 25. Oktober: Rennstart um 21:00 Uhr.
Die breite erste Kurve und die lange Gegengerade bieten gute Überholmöglichkeiten, doch der Reifenverschleiß könnte ebenso entscheidend werden wie die Startaufstellung. Besonders wichtig wird sein, welchen Teams der beste Kompromiss zwischen Abtrieb in den schnellen Kurven und Höchstgeschwindigkeit auf den langen Geraden gelingt. Verstappen reist mit zwei Siegen in Folge nach Texas, wo er bereits viermal triumphieren konnte. Antonelli hingegen könnte bereits am Sonntag als Weltmeister feststehen, ist dafür aber neben einem eigenen Sieg auch auf entsprechende Ergebnisse seiner Verfolger angewiesen.