Den Anfang hatte allerdings schon eine Woche zuvor die Fiorentina gemacht. Insgesamt gab es damit in drei der fünf großen europäischen Ligen bereits einen Trainerwechsel. In England und Frankreich halten die Klubs hingegen vorerst noch an ihren Coaches fest.
Gladbach beendet das Experiment Polanski
Besonders drastisch verlief der Saisonstart von Borussia Mönchengladbach. Nach drei Bundesliga-Partien steht die Mannschaft ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von 3:12 am Tabellenende. Auf ein 0:3 bei RB Leipzig folgte ein 3:4 gegen Aufsteiger Elversberg, ehe das 0:5 beim SC Freiburg endgültig zu viel war. Einen Tag später trennte sich die Borussia von Eugen Polanski. Jan-Moritz Lichte übernimmt zunächst interimistisch.
Dabei hatte sich Gladbach erst Ende Mai ausdrücklich für eine Fortsetzung mit Polanski entschieden. Der frühere Borussia-Spieler war im September 2025 nach der Entlassung von Gerardo Seoane von der zweiten Mannschaft aufgerückt, stabilisierte die Fohlen zumindest so weit, dass sie die Saison als Zwölfter beendeten und bekam anschließend das Vertrauen für einen Neuaufbau. Schon damals wurde allerdings betont, dass sowohl am Kader als auch am Trainerteam Veränderungen notwendig seien.
Der Fehlstart beseitigte den letzten Kredit nun innerhalb von nur drei Spieltagen.
Kühbauer wird genannt – ein Wechsel erscheint aber schwierig
In Österreich sorgt die Trainersuche auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Dietmar Kühbauer medial als möglicher Kandidat genannt wird. Schon im Frühjahr war der LASK-Trainer mit Gladbach in Verbindung gebracht worden. Zuletzt brachte ihn auch Didi Hamann als passende Persönlichkeit für einen angeschlagenen Traditionsverein ins Spiel.
Ein kurzfristiger Wechsel erscheint dennoch eher unwahrscheinlich. Kühbauer führte den LASK in der vergangenen Saison zum Double, erreichte heuer die Champions League und verlängerte seinen Vertrag erst im August bis 2029. Gladbach müsste somit nicht nur Überzeugungsarbeit leisten, sondern wohl auch eine entsprechende Ablöse bezahlen. Ganz abgesehen davon, dass die Champions-League-Kampagne für Kühbauer wohl derzeit attraktiver ist, als der wackelnde Bundesliga-Riese aus Mönchengladbach.
In deutschen Medien werden zudem zahlreiche andere Kandidaten gehandelt, darunter Horst Steffen, Ole Werner, Alexander Blessin und Christian Eichner.
Valencia räumt gleich die sportliche Führung ab
Noch radikaler fiel die Reaktion beim Valencia CF aus. Nach fünf Spieltagen liegt der sechsfache spanische Meister mit nur einem Punkt am Tabellenende. Vier Niederlagen und ein Unentschieden, dazu zuletzt das 0:5 gegen Barcelona und ein 0:1 in Sevilla, waren für die Klubführung Anlass für einen kompletten Schnitt.
Nicht nur Trainer Carlos Corberán musste gehen, sondern gleichzeitig auch Football-CEO Ron Gourlay sowie mehrere Mitarbeiter aus dem sportlichen Bereich. Übergangsweise übernimmt Óscar Sánchez, bisher Trainer der zweiten Mannschaft. Eine neue sportliche Führungsstruktur soll in Kürze präsentiert werden.
Bemerkenswert ist vor allem das Tempo dieser Kehrtwende. Corberán hatte Valencia im Dezember 2024 übernommen, den Klub zunächst aus dem Abstiegskampf geführt und in der vergangenen Saison auf Platz neun gebracht. Erst Anfang Juli wurde sein Vertrag bis 2028 verlängert – ausdrücklich mit der Begründung, Kontinuität und Stabilität schaffen zu wollen. Nur gut zwei Monate später ist davon nichts mehr übrig.
Fiorentina feuerte Grosso noch früher
Die erste Trainerentlassung in einer Top-5-Liga hatte es bereits am 6. September gegeben. Die Fiorentina trennte sich nach drei Niederlagen aus den ersten drei Serie-A-Spielen von Fabio Grosso. Besonders ernüchternd war dabei das Torverhältnis von 1:9. Paolo Vanoli, dessen Vertrag in Florenz erst im Sommer ausgelaufen war, kehrte daraufhin auf die Trainerbank zurück.
In der Premier League und in der Ligue 1 gab es bis Montagmorgen hingegen noch keine Trainerentlassung. Damit sind bislang Italien, Deutschland und Spanien jene drei Topligen, in denen bereits nach wenigen Spieltagen reagiert wurde.
Auch Olympiakos verlor überraschend die Geduld
Dass Nervosität nicht auf die fünf großen Ligen beschränkt ist, zeigte zuletzt Olympiakos. Die Griechen trennten sich am 10. September von José Luis Mendilibar – jenem Trainer, der 2024 die Conference League gewonnen und sich damit einen historischen Platz in der Klubgeschichte gesichert hatte.
Ausschlaggebend war vor allem der misslungene Saisonstart inklusive des Ausscheidens gegen NEC Nijmegen in der Champions-League-Qualifikation. Bemerkenswert: Mendilibar musste bereits nach sieben Pflichtspielen gehen. Sein Nachfolger steht längst fest: Imanol Alguacil, der Real Sociedad über sechseinhalb Jahre betreute und 2021 die Copa del Rey gewann, übernahm unmittelbar danach.