Damit dürfte eine der wichtigsten Personalfragen der Münchner Zukunftsplanung bald geklärt sein. Kane hatte in den vergangenen Monaten mehrfach deutlich gemacht, dass er sich in München wohlfühlt – trotz immer wieder aufkommender Spekulationen über eine Rückkehr in die Premier League.
Grundsätzlicher Durchbruch in den Verhandlungen
Die Gespräche zwischen Bayern und Kane laufen bereits seit längerer Zeit. Schon vor der Weltmeisterschaft war klar, dass der deutsche Rekordmeister seinen Mittelstürmer über 2027 hinaus halten möchte. Während des Turniers wurden die konkreten Verhandlungen zunächst zurückgestellt, anschließend intensivierten beide Seiten den Austausch.
Nun soll der entscheidende Durchbruch gelungen sein. Der neue Vertrag ist nach aktuellem Stand bis 2029 vorgesehen. Die Unterschrift fehlt noch, bei den Bayern herrscht allerdings große Sicherheit, dass der Deal abgeschlossen wird.
Kane selbst deutete zuletzt bereits an, dass eine Einigung näher rückt. „Wir sind in guten Gesprächen und ziemlich nah dran“, erklärte der englische Kapitän. Es gebe zwar noch einige Punkte zu klären, er rechne aber damit, dass es „nicht mehr allzu lange“ bis zu einer Verkündung dauern werde.
Seine grundsätzliche Position ist eindeutig: „Ich fühle mich sehr wohl im Team, mit dem Trainer, im Umfeld.“ Schon zuvor hatte Kane mehrfach betont, derzeit keinen Grund für einen Klubwechsel zu sehen.
Bayern macht bei Kane offenbar eine Ausnahme
Bemerkenswert wäre vor allem die Vertragsdauer. Kane ist mittlerweile 33 Jahre alt und wäre bei Ablauf eines neuen Arbeitspapiers 36. Der FC Bayern ging bei älteren Leistungsträgern in der Vergangenheit häufig vorsichtiger vor und verlängerte Verträge teilweise nur noch um jeweils eine Saison.
Bei Kane soll der Klub bewusst davon abweichen.
Karl-Heinz Rummenigge erklärte zuletzt, er habe früher grundsätzlich die Meinung vertreten, Spielern jenseits der 30 lediglich Einjahresverträge anzubieten. „Aber es gibt eben Ausnahmen, wenn du von einem Spieler überzeugt bist. Und das sind wir bei Harry.“
Für den Bayern-Aufsichtsrat spricht dabei auch Kanes körperliche Verfassung. Der Engländer verpasste seit seinem Wechsel nach München nur wenige Spiele verletzungsbedingt und liefert weiterhin auf außergewöhnlich konstantem Niveau.
Seit seinem Wechsel von Tottenham im Sommer 2023 erzielte Kane für Bayern in 154 Pflichtspielen 152 Tore und bereitete weitere 34 Treffer vor. In allen drei bisherigen Bundesliga-Saisonen wurde er Torschützenkönig.
Ausstiegsklausel und Tottenham-Recht im Gespräch
Vollständig geklärt scheint der neue Vertrag dennoch nicht zu sein. Internationalen Berichten zufolge soll Kane erneut Wert auf eine Ausstiegsklausel legen, die ihm grundsätzlich die Möglichkeit einer späteren Rückkehr in die Premier League offenhalten würde.
Zudem wird über ein sogenanntes Matching Right für Tottenham berichtet. Sollte Bayern künftig ein Angebot für Kane akzeptieren, könnte sein ehemaliger Klub demnach zu denselben Bedingungen einsteigen. Ob diese Punkte tatsächlich Eingang in den endgültigen Vertrag finden, ist bislang nicht bestätigt.
Auch Verbindungen nach Saudi-Arabien wurden in den vergangenen Monaten immer wieder hergestellt. Ernsthafte Wechselabsichten Kanes waren daraus allerdings nicht abzuleiten. Vielmehr deutete zuletzt nahezu alles auf einen Verbleib in München hin.
Bayern bindet seinen wichtigsten Torjäger
Für den FC Bayern wäre die Verlängerung weit mehr als eine Formalität. Kane ist weiterhin der Fixpunkt des Angriffsspiels und trotz seines Alters einer der produktivsten und effizientesten Stürmer Europas. Gleichzeitig würde ein Vertrag bis 2029 dem Klub Planungssicherheit auf einer Position verschaffen, auf der adäquater Ersatz nur schwer und vor allem sehr teuer zu finden wäre.
Die offizielle Verkündung steht zwar noch aus, nach monatelangen Gesprächen scheint jedoch nur noch wenig gegen eine Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit zu sprechen. Bis heute erzielte Kane für die Bayern in 154 Pflichtspielen 152 Tore und bereitete 35 weitere vor.