Für Alonso beendet die Entscheidung monatelange Spekulationen über einen möglichen Rücktritt. Der Spanier hatte sich zuletzt bewusst Zeit gelassen und noch im September erklärt, dass eine Bekanntgabe nicht unmittelbar bevorstehe. Nun ist die Entscheidung gefallen: Der 45-Jährige fühlt sich weiterhin schnell und motiviert genug, um zumindest eine weitere Formel-1-Saison zu bestreiten. Ob 2027 tatsächlich sein letztes Jahr wird, ließ Alonso offen.
Alonso glaubt weiter an das Aston-Martin-Projekt
Bemerkenswert ist die Verlängerung vor allem aufgrund der sportlichen Situation. Aston Martin war mit großen Erwartungen in die neue Saison gestartet, konnte diese bislang aber nicht erfüllen. Nach 15 Saisonrennen steht das Team mit lediglich drei Punkten auf dem letzten Platz der Konstrukteurs-WM. Sämtliche Zähler holte Alonso, während Stroll bislang ohne Punkt geblieben ist. Auch beim jüngsten Grand Prix in Aserbaidschan schieden beide Fahrer aus.
Alonso glaubt jedoch an die langfristige Entwicklung des Teams. Aston Martin hat in den vergangenen Jahren massiv in den Standort Silverstone investiert und mit Adrian Newey einen der erfolgreichsten Konstrukteure der Formel-1-Geschichte verpflichtet. Seit 2026 tritt das Team zudem als Honda-Werkspartner an. Die neue Partnerschaft hatte allerdings einen schwierigen Start, wobei insbesondere Zuverlässigkeitsprobleme und die Performance der Antriebseinheit Aston Martin zurückwarfen.
Alonso hatte bereits im Sommer betont, dass er trotz der Probleme vom Potenzial des Projekts überzeugt sei. Seine Zukunft wollte er dabei nicht ausschließlich von kurzfristigen Fortschritten des aktuellen Autos abhängig machen. Vielmehr sieht er seine Verbindung zu Aston Martin langfristig und hatte schon zuvor angekündigt, dem Team auch nach dem Ende seiner aktiven Formel-1-Karriere in einer anderen Funktion erhalten bleiben zu wollen.
Stroll bleibt – Aston Martin setzt auf Kontinuität
Auch bei Lance Stroll gibt es keine Veränderung. Der Kanadier wird 2027 seine elfte Formel-1-Saison bestreiten und bleibt damit an der Seite Alonsos. Für Aston Martin bedeutet die Entscheidung maximale Kontinuität in einer Phase, in der die Mannschaft vor allem technisch einen großen Rückstand aufholen muss.
Sportlich fällt der Vergleich der beiden Teamkollegen in dieser Saison allerdings deutlich aus. Alonso führt das interne Qualifying-Duell nach den ersten 15 Grands Prix mit 13:2 und hat auch alle drei WM-Punkte des Teams eingefahren. Dennoch setzt Teameigentümer Lawrence Stroll weiterhin auf die Erfahrung und Zusammenarbeit des bestehenden Fahrerduos, um das ambitionierte Projekt voranzutreiben.
Für Alonso beginnt damit 2027 das nächste Kapitel einer Formel-1-Karriere, die bereits 2001 ihren Anfang nahm. Seine beiden Weltmeistertitel gewann er 2005 und 2006, seit seinem Wechsel zu Aston Martin im Jahr 2023 gelangen ihm acht Podestplätze. Die entscheidende Frage ist, ob Aston Martin ihm nach mehreren schwierigen Jahren wieder ein Auto zur Verfügung stellen kann, mit dem er regelmäßig um Spitzenplätze kämpfen kann.