Nur eine der neun Partien endete mit weniger als drei Treffern: Borussia Dortmund verlor überraschend mit 0:1 bei Bodø/Glimt. Ansonsten bestimmten Offensivfußball, wechselnde Spielverläufe und teilweise erhebliche defensive Schwächen den zweiten Spieltag der Ligaphase. Besonders PSG unterstrich dabei seine Ambitionen auf einen weiteren Triumph in der Königsklasse.
PSG überrollt Manchester City in der ersten Halbzeit
Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Manchester City und Paris Saint-Germain hielt, was es versprach. Die Gäste aus Frankreich feierten einen 4:2-Auswärtssieg, der vor allem auf einer überragenden ersten Halbzeit beruhte.
Désiré Doué brachte PSG in der 13. Minute in Führung, nur zwei Minuten später erhöhte Ousmane Dembélé per Kopf auf 2:0. Beide Tore entstanden aus Kombinationen zwischen Doué und Dembélé, gegen die Citys Defensive kein Mittel fand. Vitinha sorgte bereits nach einer guten halben Stunde mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze für den dritten Treffer.
Besonders beeindruckend war die taktische Flexibilität der Mannschaft von Luis Enrique. Achraf Hakimi rückte als Rechtsverteidiger immer wieder weit nach vorne, während das Mittelfeld die entstehenden Räume geschickt absicherte. Vitinha überzeugte als Taktgeber mit seiner technischen Klasse und seinem Gespür für das richtige Tempo.
City-Trainer Enzo Maresca reagierte zur Pause mit mehreren Wechseln und veränderte die Struktur seiner Mannschaft. Die Engländer wurden im Pressing aggressiver und erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten. Erling Haaland traf zweimal, ließ aber weitere gute Chancen ungenutzt.
Zwischen seinen beiden Treffern stellte Maghnes Akliouche in der 62. Minute auf 4:1 und nahm City damit trotz der deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause den Schwung.
Manchester City kam auf 27 Abschlüsse, PSG auf 15. Auch bei den Expected Goals lagen die Engländer mit 2,57 zu 1,83 vorne. Den Unterschied machte die Chancenverwertung der Pariser, die vor allem in der ersten Halbzeit kaum eine Gelegenheit ungenutzt ließen.
Maresca lobte anschließend den mutigen, offensiven Spielstil der Pariser und bezeichnete sie als beste Mannschaft Europas der vergangenen beiden Jahre. Luis Enrique gestand seinerseits ein, dass City bei besserer Chancenverwertung durchaus hätte gewinnen können.
Real Madrid gewinnt nach 1:3-Rückstand in Rom
Noch dramatischer verlief das Gastspiel von Real Madrid bei der AS Roma. Die Königlichen lagen bis zur 82. Minute mit 1:3 zurück und schienen bereits auf dem Weg zur Niederlage, ehe sie mit drei späten Treffern einen kaum noch für möglich gehaltenen 4:3-Sieg feierten.
Dabei hatte Roma die Begegnung über weite Strecken bestimmt. Marten de Roon brachte die Italiener in Führung, Kylian Mbappé gelang mit einem sehenswerten Treffer der zwischenzeitliche Ausgleich. Donyell Malen sorgte mit einem Doppelpack anschließend für eine komfortabel erscheinende 3:1-Führung der Gastgeber.
Die Mannschaft von Gian Piero Gasperini überzeugte mit intensivem Pressing und einer mutigen Spielanlage. Real hatte insbesondere gegen die konsequente Manndeckung erhebliche Probleme, gefährliche Angriffe aufzubauen.
In der Schlussphase wurde allerdings einmal mehr deutlich, weshalb die Madrilenen in der Champions League einen besonderen Ruf genießen. Carlos Espí verkürzte nach einer Standardsituation auf 2:3, kurz darauf köpfte der eingewechselte Endrick den Ausgleich. In der 90. Minute traf schließlich Antonio Rüdiger nach einer weiteren Ecke zum umjubelten Sieg.
Alle drei späten Treffer entstanden nach ruhenden Bällen, bei denen Arda Güler entscheidend mitwirkte. Roma verlor in den letzten Minuten vollkommen die defensive Ordnung und gab einen bereits sicher geglaubten Erfolg noch aus der Hand. Real-Trainer José Mourinho verwies nach der Partie auf die enorme Intensität der Römer, die über 90 Minuten kaum durchzuhalten gewesen sei.
Für Mbappé war es auch persönlich ein besonderer Abend: Der Franzose absolvierte sein 100. Champions-League-Spiel und erreichte diese Marke als jüngster Spieler der Wettbewerbsgeschichte.
Aston Villa feiert Kantersieg, Dortmund verliert in Norwegen
Den deutlichsten Sieg des Abends feierte Aston Villa. Die Engländer überrollten Fenerbahçe Istanbul mit 6:0 und stellten damit einen neuen Vereinsrekord im Europacup auf. Nicolas Jackson und Ross Barkley trafen jeweils doppelt, außerdem waren Johan Manzambi und Tammy Abraham erfolgreich. Die Gastgeber nutzten ihre Möglichkeiten dabei außergewöhnlich konsequent und machten aus einem xG-Wert von 3,07 sechs Tore.
Für Borussia Dortmund verlief der Abend hingegen enttäuschend. Der BVB verlor bei Bodø/Glimt mit 0:1 und war damit an der einzigen Begegnung des Mittwochs mit weniger als drei Toren beteiligt. Fredrik Sjøvold erzielte in der 52. Minute den entscheidenden Treffer. Dortmund kam erst nach mehreren Wechseln besser ins Spiel, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Trainer Niko Kovač räumte anschließend ein, dass die Niederlage verdient gewesen sei.
Weitere torreiche Duelle und ein Liverpool-Schützenfest
Auch Real Betis musste einen Rückstand aufholen. Die Spanier setzten sich gegen den FC Porto mit 3:2 durch, nachdem die Portugiesen eine frühe Führung der Gastgeber zwischenzeitlich gedreht hatten. Cucho Hernández gelang der Ausgleich, ehe Isco mit einem verwandelten Elfmeter den Sieg sicherstellte.
Feyenoord Rotterdam gewann ebenfalls mit 3:2 gegen Como. Die Italiener gingen früh in Führung, doch Gjivai Zechiël antwortete praktisch im Gegenzug. Anis Hadj Moussa und ein Eigentor von Robert Sánchez brachten die Niederländer auf die Siegerstraße, ehe Tasos Douvikas in der Nachspielzeit noch verkürzte.
Schachtar Donezk feierte einen 3:1-Erfolg gegen AEK Athen. Die Ukrainer, die ihr Heimspiel an der Londoner Stamford Bridge austrugen, drehten einen Rückstand durch Treffer von Pedrinho, Vinícius Tobías und Gleiker Mendoza.
Der VfB Stuttgart setzte sich bei Slovan Bratislava mit 3:0 durch und hält damit nach zwei Champions-League-Partien bei sechs Punkten. Deniz Undav eröffnete den Torreigen, ein Eigentor von Sandro Cruz und ein Treffer von Ermedin Demirović sorgten für die Entscheidung.
Für das torreichste Einzelspiel des Abends sorgten der LASK und Liverpool. Die Engländer gewannen in Linz mit 6:3, wobei Neuzugang Bradley Barcola mit einem Dreierpack glänzte – eine ausführliche Analyse dieser Partie findet ihr in unserem separaten Spielbericht.