An der Tabellenspitze haben sich mittlerweile fünf Mannschaften abgesetzt. Benfica, Bayer Leverkusen, AFC Bournemouth, Ferencváros und Olympiakos Piräus haben ihre ersten drei Begegnungen allesamt gewonnen. Am anderen Ende der Tabelle stecken mehrere namhafte Klubs bereits tief in der Krise.
Salzburg verspielt Zwei-Tore-Führung in Celje
Red Bull Salzburg verpasste in Slowenien eine große Gelegenheit, sich eine deutlich bessere Ausgangsposition für die verbleibenden fünf Spieltage zu verschaffen. Die Mannschaft von Danny Röhl führte bei NK Celje mit 2:0, musste aber in der 90. Minute noch den Ausgleich hinnehmen.
Dabei begann die Partie nach Wunsch der Salzburger. Sota Kitano brachte die Gäste bereits in der neunten Minute nach Vorarbeit von Damir Redžić in Führung. Unmittelbar nach der Pause erhöhte der eingewechselte Jesper Lindstrøm, ebenfalls nach einem Zuspiel von Redžić, auf 2:0 (46.).
Doch Celje antwortete schnell. Blaž Kramer verkürzte nur vier Minuten später, nachdem er Salzburgs Linksverteidiger Dominik Schmid ausgespielt hatte. Die Gastgeber wurden nun mutiger, während Salzburg zunehmend Probleme bekam, die eigenen Angriffe konsequent abzuschließen und gleichzeitig defensiv stabil zu bleiben.
Vor allem Haris Tabaković ließ mehrere gute Möglichkeiten aus, darunter eine Gelegenheit kurz vor Spielende. Statt des 3:1 fiel auf der Gegenseite das 2:2: Der eingewechselte Armandas Kučys traf in der 90. Minute mit einem platzierten Abschluss ins lange Eck.
Die Statistiken bestätigen, dass Celje keineswegs chancenlos war. Die Expected Goals lagen mit 1,60 : 1,56 sogar knapp zugunsten der Slowenen, die trotz weniger Abschlüssen zu den hochwertigeren Gelegenheiten kamen.
Salzburg steht damit bei vier Punkten und auf Rang 21. Ein Sieg hätte die Mannschaft auf Platz 13 gebracht. Besonders ärgerlich ist der Punktverlust angesichts der kommenden Aufgaben: Bereits am nächsten Spieltag wartet mit Anderlecht ein schwieriger Auswärtsgegner, später folgen unter anderem Leverkusen und Crystal Palace.
Bournemouth fertigt auch Milan ab
AFC Bournemouth setzt seine beeindruckende Europacup-Premierensaison fort. Nach Siegen gegen Real Sociedad und Sturm Graz bezwang die Mannschaft von Marco Rose nun auch die AC Milan mit 3:0.
Die Engländer gingen bereits in der achten Minute durch einen von Justin Kluivert verwandelten Handelfmeter in Führung. In der 27. Minute schwächte sich Milan-Torhüter Mike Maignan mit einer Tätlichkeit gegen Tyler Adams selbst. Der Franzose sah Rot und verursachte damit gleichzeitig einen weiteren Strafstoß, den Marcus Tavernier zum 2:0 verwandelte (32.).
Bournemouth bestimmte die Begegnung anschließend klar. Die Gastgeber verzeichneten 20 Abschlüsse, Milan brachte es lediglich auf drei Versuche und keinen einzigen Schuss aufs Tor.
In der 84. Minute sorgte Amine Adli mit einem sehenswerten Freistoß für den Endstand. Bournemouth hält damit bei neun Punkten und einem Torverhältnis von 8:1. Für Milan war es bereits die zweite Niederlage im dritten Europa-League-Spiel.
Celtic-Krise verschärft sich
Noch schlechter läuft es für Celtic Glasgow. Der schottische Traditionsklub verlor auch sein drittes Gruppenspiel und steht nach dem 1:2 gegen Celta Vigo weiterhin ohne Punkt da.
Dabei sah es zunächst nach dem ersten Erfolgserlebnis aus. Mika Baur brachte Celtic unmittelbar nach Wiederbeginn in Führung (47.). Doch Javi Rodríguez drehte die Partie mit einem Doppelpack innerhalb von vier Minuten (68., 71.).
Nach den Niederlagen gegen Ferencváros (1:3) und Benfica (1:4) kassierten die Schotten damit bereits neun Gegentore in drei Begegnungen. Celtic liegt auf dem vorletzten Tabellenplatz und muss dringend seine defensive Stabilität verbessern.
Die Probleme beschränken sich allerdings nicht auf Glasgow. Viktoria Pilsen verlor zuhause gegen Levski Sofia mit 1:2 und steht ebenfalls bei null Punkten. Schon zuvor hatte der tschechische Klub gegen Union Saint-Gilloise (0:3) und Ferencváros (1:2) verloren.
Auch Olympique Marseille erlebt einen katastrophalen Europacup-Herbst. Die Franzosen verloren nach dem 1:4 gegen Beşiktaş und dem 0:1 gegen Olympiakos nun auch bei Sturm Graz mit 0:1. Mit nur einem erzielten Tor und sechs Gegentreffern liegt Marseille auf Rang 34.
Real Sociedad feiert historischen Kantersieg
Den höchsten Sieg des Spieltags feierte Real Sociedad. Die Basken gewannen bei Lillestrøm SK mit 6:0 und stellten damit ihren bisherigen Rekord für den höchsten Europacupsieg ein.
Sergio Gómez traf innerhalb von drei Minuten zweimal (24., 26.), Luka Sučić erhöhte noch vor der Pause auf 3:0 (32.). Nach dem Seitenwechsel sorgten Orri Steinn Óskarsson (63.), erneut Sučić (71.) und Arsen Zakharyan (79.) für den Endstand.
Besonders stark präsentierte sich Mikel Oyarzabal, der die ersten drei Treffer vorbereitete. Nach einer Auftaktniederlage gegen Bournemouth und einem Remis gegen Union Saint-Gilloise holte Real Sociedad damit den ersten Sieg und verbesserte sich auf Rang 14.
Fünf Mannschaften bleiben makellos
An der Spitze stehen fünf Klubs mit der perfekten Bilanz von neun Punkten aus drei Spielen.
Benfica gewann bei Omonia Nikosia mit 4:1 und führt die Tabelle dank eines Torverhältnisses von 10:2 an. Bayer Leverkusen setzte sich bei OFI Kreta mit 2:0 durch. Jonas Hofmann erzielte beide Treffer. Die Werkself ist damit die einzige Mannschaft, die in der laufenden Ligaphase noch kein Gegentor kassiert hat.
Bournemouth folgt ebenfalls mit neun Punkten, während Ferencváros durch ein 4:1 gegen Torreense seine Siegesserie fortsetzte. Auch Olympiakos bleibt makellos. Die Griechen besiegten Sparta Prag mit 1:0 und haben nach Erfolgen gegen Jagiellonia und Marseille ebenfalls alle drei Partien gewonnen.
Der sechste Klub, der vor dem Spieltag noch ohne Punktverlust war, musste hingegen erstmals Zähler abgeben: Juventus Turin kam gegen Rennes nicht über ein 2:2 hinaus.
Österreichs Vertreter auf Kurs Richtung KO-Phase
Für Sturm Graz war das 1:0 gegen Marseille der erste Sieg in der laufenden Europa-League-Saison. Die Grazer stehen mit vier Punkten auf Rang 19 und haben nach dem enttäuschenden Auftritt in Bournemouth wieder eine gute Ausgangsposition.
Salzburg liegt trotz des verschenkten Sieges in Celje unmittelbar dahinter auf Platz 21. Beide Mannschaften befinden sich damit nach drei von acht Spieltagen innerhalb jener 24 Plätze, die zur Teilnahme an der KO-Phase berechtigen.
Während Sturm aus dem Erfolg gegen Marseille Selbstvertrauen schöpfen kann, muss Salzburg vor allem an seiner defensiven Konsequenz arbeiten. Nach vier Gegentoren gegen Milan und zwei weiteren in Celje bleibt die Defensive die größte Baustelle der Mannschaft von Danny Röhl.