Levski kam insgesamt häufiger zum Abschluss, brachte aber keinen einzigen Versuch auf das Salzburger Tor. Die Mannschaft von Danny Röhl präsentierte sich im eigenen Strafraum konzentriert und hätte auf der Gegenseite bereits früher für eine klarere Führung sorgen können.
Röhl verändert seine Startelf nur auf einer Position
Trotz des Europacup-Auftakts verzichtete Röhl auf eine größere Rotation. Gegenüber dem 1:1 bei der SV Ried nahm Salzburgs Trainer lediglich einen Wechsel vor: Tim Drexler rückte für Valentin Zabransky in die Innenverteidigung. Ansonsten blieb die zuletzt eingesetzte Formation bestehen.
Abubakr Barry und Bartosz Mazurek bildeten erneut das zentrale Mittelfeld, davor unterstützten Edmund Baidoo, Sota Kitano und Yorbe Vertessen den alleinigen Angreifer Tabakovic. Auch Levski begann in einem 4-2-3-1, musste im Zentrum allerdings auf den verletzten Akram Bouras verzichten.
Salzburg versuchte von Beginn an, den Aufbau der Bulgaren früh unter Druck zu setzen. Levski ließ sich davon allerdings nicht dauerhaft einschnüren und schaffte es mehrfach, die erste Pressinglinie zu überspielen. Besonders über die Außen suchten die Gastgeber schnell den Weg nach vorne, ohne in der Anfangsphase daraus klare Torchancen entwickeln zu können.
Tabakovic belohnt Salzburgs stärkere Phase
Nach einer zunächst zerfahrenen Anfangsphase bekam Salzburg zunehmend mehr Struktur in sein Angriffsspiel. Die Gäste fanden nun häufiger Räume zwischen Mittelfeld und Abwehr und schafften es besser, Tabakovic in Strafraumnähe einzubinden.
Der Stürmer hatte nach 23 Minuten auch die erste große Salzburger Gelegenheit. Nach einem schnellen Angriff kam Tabakovic im Strafraum zum Abschluss, scheiterte aber an Svetoslav Vutsov. Der Levski-Torhüter reagierte stark und verhinderte die Führung.
In der 39. Minute konnte er das Gegentor nicht mehr verhindern. Mazurek leitete den Angriff mit einem präzisen Pass auf Vertessen ein. Dessen Hereingabe wurde von Kristian Dimitrov unglücklich abgefälscht und landete bei Tabakovic, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob.
Der Treffer veränderte auch die Ausgangslage. Salzburg musste nicht mehr mit derselben Konsequenz das Spiel an sich ziehen und konzentrierte sich stärker darauf, die Räume im Zentrum geschlossen zu halten. Levski hatte dadurch zwar etwas mehr Ballbesitz in höheren Zonen, fand vor der Pause aber keine Antwort mehr.
Levski erhöht nach der Pause den Druck
Die Gastgeber kamen deutlich entschlossener aus der Kabine. Levski schob seine Außenverteidiger höher, suchte früher den Weg in die Salzburger Hälfte und erhöhte insgesamt das Risiko.
Die erste gefährliche Aktion nach Wiederbeginn gehörte dennoch Salzburg. Nach einem Fehler von Vutsov kam Kitano zu einer guten Möglichkeit, konnte den Schlussmann aber nicht überwinden. Kurz darauf war auch Vertessen nahe am zweiten Treffer, scheiterte jedoch ebenfalls am Levski-Torhüter.
Dass die Partie bis zum Ende offen blieb, lag deshalb auch an Vutsov. Er hielt seine Mannschaft mit mehreren Paraden im Spiel und verhinderte, dass Salzburg aus den vorhandenen Umschaltmomenten Kapital schlug.
Auf der anderen Seite arbeitete sich Levski immer häufiger bis an den Salzburger Strafraum vor. Die Bulgaren kamen insgesamt auf 14 Abschlüsse und damit sogar etwas häufiger zum Abschluss als die Gäste. Wirklich sauber ausgespielt waren diese Aktionen jedoch nur selten. Viele Versuche wurden früh geblockt oder gingen am Tor vorbei.
Salzburg verteidigt den Strafraum konsequent
Gerade in der zweiten Hälfte musste Salzburg deutlich mehr Defensivarbeit leisten. Levski suchte verstärkt zweite Bälle, brachte häufiger Flanken in den Strafraum und versuchte, mit zusätzlichen Spielern Druck rund um den Sechzehner aufzubauen.
Die Salzburger Abwehr blieb dabei weitgehend stabil. Kévin Boma gewann zahlreiche wichtige Duelle, während Drexler und seine Nebenleute viele Hereingaben frühzeitig entschärften. Torhüter Christian Zawieschitzky musste trotz des zunehmenden Drucks keinen einzigen Schuss auf sein Tor parieren.
Genau darin lag ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Levski produzierte viel Aktivität rund um den Strafraum, schaffte es aber kaum, daraus wirklich zwingende Abschlüsse zu entwickeln. Salzburg verteidigte nicht immer komfortabel, aber sehr aufmerksam.
Die xG-Werte unterstreichen dieses Bild. Salzburg kam auf 1,39 xG, Levski auf 1,01. Der Abstand war keineswegs groß, zeigt aber, dass die Gäste trotz weniger Abschlüssen insgesamt zu den etwas besseren Möglichkeiten kamen. Gleichzeitig erklärt der Wert der Bulgaren auch, warum Salzburg die Schlussphase nicht einfach verwalten konnte.
Vutsov verhindert eine frühere Entscheidung
Während Levski auf den Ausgleich drängte, boten sich Salzburg zunehmend Räume für schnelle Gegenangriffe. Die Gäste kamen dadurch noch mehrfach gefährlich vor das Tor, ließen jedoch die mögliche Vorentscheidung liegen.
Vutsov spielte dabei eine entscheidende Rolle. Der Levski-Keeper parierte insgesamt sechs Salzburger Abschlüsse und hielt seine Mannschaft bis in die Schlussminuten im Spiel. Besonders bei den Versuchen von Kitano und Vertessen zeigte er starke Reaktionen.
Auch Mazurek war für Salzburg in dieser Phase besonders wichtig. Der Mittelfeldspieler gab dem Spiel mit seinen sicheren Pässen Struktur, gewann zahlreiche direkte Duelle und half dabei, Levski-Angriffe bereits vor dem eigenen Strafraum zu unterbrechen. Seine Beteiligung am entscheidenden Treffer war damit nur ein Teil eines insgesamt sehr stabilen Auftritts.
Levski warf in der Schlussphase noch einmal mehr Spieler nach vorne und brachte mit Juan Perea und Mazire Soula zusätzliche Offensivkräfte. Salzburg wurde dadurch tief in die eigene Hälfte gedrängt, ließ sich aber nicht mehr entscheidend auseinanderziehen.
Salzburg nimmt drei Punkte aus Sofia mit
Am Ende stand ein knapper, aber keineswegs glücklicher Auswärtssieg. Salzburg hatte nicht über 90 Minuten die Kontrolle, reagierte auf die unterschiedlichen Phasen der Partie aber insgesamt reifer und verteidigte die eigene Führung konzentriert.
Gerade für den Auftakt in die Ligaphase sind die drei Punkte wertvoll. Salzburg musste gegen einen unangenehmen Gegner lange arbeiten, fand vor der Pause den entscheidenden Moment und ließ sich anschließend auch von einer deutlich offensiveren Levski-Mannschaft nicht mehr aus der Ordnung bringen.
Für die Salzburger geht es bereits am Sonntag in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen Sturm Graz weiter. In der Europa League wartet am 15. Oktober die nächste große Aufgabe: Dann gastiert der AC Milan in der Red Bull Arena