Kansas City, Arrowhead Stadium – Argentinien steht beim erweiterten 48-Team-Turnier der WM 2026 im Halbfinale. Der Titelverteidiger setzte sich im Viertelfinale gegen die Schweiz mit 2:1 nach Verlängerung durch. Alexis Mac Allister (10.) und Julián Álvarez (112.) trafen für die Albiceleste, Dan Assane Ndoye (67.) zwischenzeitlich für die Eidgenossen. Argentinien blieb damit im gesamten Turnier ungeschlagen – fünf Siege aus fünf Spielen.
Frühe Führung, späte Antwort
Die Schweiz startete druckvoller in die Partie, doch Argentinien traf gegen den Spielverlauf: In der 10. Minute verwertete Alexis Mac Allister eine Ecke von Lionel Messi per Kopfball ins lange Eck zum 1:0. Die Schweizer, die in diesem Turnier drei Siege und zwei Unentschieden aus fünf Spielen geholt hatten, ließen sich davon nicht entmutigen und kontrollierten weite Strecken der ersten Halbzeit. Kurz vor der Pause sah Breel Embolo die erste Gelbe Karte (44.) – eine Vorwarnung, die Gewicht bekommen sollte.
In der zweiten Halbzeit schlug die Schweiz zurück: Dan Assane Ndoye, der im Juli 2025 für rund 34 Millionen Pfund von Bologna zu Nottingham Forest gewechselt war, erzielte in der 67. Minute nach einer Vorlage von Ricardo Rodriguez mit einem flachen Abschluss unter dem Keeper hindurch das 1:1. Der Ausgleich veränderte das Bild, doch nur fünf Minuten später verlor die Schweiz eine entscheidende Ressource.
Platzverweis als Wendepunkt
In der 72. Minute sah Embolo wegen einer Schwalbe seine zweite Gelbe Karte und damit Rot. Die Schweiz musste die verbleibende Spielzeit sowie die gesamte Verlängerung zu zehnt bestreiten – strukturell ein kaum kompensierbarer Rückstand gegen einen Gegner von Argentiniens Kaliber. Beide Teams wechselten in der Schlussphase der regulären Spielzeit mehrfach, ohne dass ein weiteres Tor fiel.
Álvarez entscheidet in der Verlängerung
In der 112. Minute war es Julián Álvarez, der die Partie entschied. Nach einer Vorlage von Lopez curlte der Atlético-Madrid-Stürmer den Ball aus der Distanz ins obere Eck – 2:1 für Argentinien. Álvarez, der bei der WM 2022 in Katar vier Turniertore erzielt hatte und im Sommer 2024 von Manchester City zu Atlético Madrid gewechselt war, bewies einmal mehr seine Stärke in K.o.-Spielen. Die Schweiz, die zum ersten Mal seit 1954 das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft erreicht hatte, fand keine Antwort mehr. Argentinien zieht als Titelverteidiger ins Halbfinale ein und verfolgt das Ziel, als erste Nation seit mehr als 60 Jahren den WM-Titel zu verteidigen.