Seattle, 6. Juli 2026 – Der Gastgeber-Traum ist geplatzt. Belgien bezwang die USA im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 im Lumen Field mit 4:1 und ließ den Amerikanern vor heimischem Publikum keine Chance. Bereits 2014 hatten die Belgier die USA an gleicher K.o.-Stelle aus dem Turnier geworfen – diesmal fiel das Urteil noch deutlicher aus.
De Ketelaere sticht früh zu – USA gleicht kurz aus
Charles De Ketelaere, 1,92-Meter-Angreifer von Atalanta Bergamo, eröffnete das Scoring in der 9. Minute. Nach einem Abwehrfehler der US-Hintermannschaft klärten die Amerikaner den Ball nicht konsequent; De Ketelaere stand goldrichtig und tappte ihn zum 0:1 ein. Vorbereitet hatte den Treffer Raskin. Die USA fanden zunächst kein Mittel gegen die belgische Pressingstruktur im 4-2-3-1.
In der 31. Minute schlug Malik Leon Tillman zurück. Der in Nürnberg geborene Leverkusen-Profi, der schon gegen Bosnien-Herzegowina per Freistoß getroffen hatte, verwandelte einen direkten Freistoß aus rund 25 Yards – der Ball lenkte sich am Kopf eines belgischen Mauerspielers ab und schlug zum 1:1 ein. Die 68.000 Zuschauer im Lumen Field explodierten. Doch die Freude währte genau zwei Minuten: In der 33. Minute flankte Leandro Trossard von links, De Ketelaere stieg hoch und köpfte zum 1:2 ein. Belgien nutzte seine Körpergröße im Strafraum als klaren strukturellen Vorteil.
Vanaken erhöht nach der Pause – Lukaku schließt ab
Zur Halbzeit hatte Belgien-Trainer Rudi Garcia, seit Januar 2025 im Amt, bereits in der 21. Minute Hans Vanaken für Onana eingewechselt – eine Maßnahme, die sich im zweiten Durchgang auszahlte. In der 57. Minute unterlief US-Torwart Matt Freese ein folgenschwerer Fehler: Er zögerte beim Abspiel, De Ketelaere stocherte den Ball weg zu Vanaken, der ihn aus dem Halbfeld über den herauslaufenden Keeper ins leere Netz lupfte – 1:3. Der dreifache belgische Fußballer des Jahres trug damit entscheidend zur Vorentscheidung bei.
Die USA versuchten nach der Stunde umzugestalten: Reyna war bereits zur Halbzeit für Dest gekommen, in der 59. Minute ersetzte Berhalter den bis dahin blassen Pulisic. Belgien ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 67. Minute brachte Garcia mit Romelu Lukaku Bolingoli und Doku frische Offensivkräfte. Den Schlusspunkt setzte Lukaku in der 93. Minute: Nach einem Abwehrfehler von Chris Richards gelangte der Ball zu Lukaku, der von rechts nach innen zog und flach ins untere Eck traf – 1:4. Für Belgiens Rekordtorschützen, der mit über 92 Länderspieltoren nur hinter Cristiano Ronaldo in der europäischen Nationalspieler-Bestenliste liegt, war es bereits das siebte WM-Tor bei dieser Weltmeisterschaft – belgischer Rekord.
Einordnung: Belgien zu stark für überforderte Gastgeber
Die USA, die unter Trainer Mauricio Pochettino mit dem erklärten Ziel ins Turnier gegangen waren, die Heimnation weit zu führen, scheitern in der zweiten K.o.-Runde dieses auf 48 Teams erweiterten Turnierformats. Die WM 2026 ist die erste mit 48 Teilnehmern – aufgeteilt auf 12 Gruppen à 4 Teams, aus denen 32 Mannschaften (12 Erstplatzierte, 12 Zweitplatzierte, 8 beste Gruppendritte) die K.o.-Phase erreichten, die mit dem Sechzehntelfinale begann. Das Achtelfinale war folglich bereits die zweite K.o.-Runde. Belgien bewies über 90 Minuten taktische Reife und individuelle Klasse – vor allem in Person von Charles De Ketelaere, der mit zwei Toren und einer Torvorlage zum Spieler des Spiels avancierte. Im Viertelfinale wartet nun der nächste Gegner auf die Roten Teufel.