Miami Gardens, 11. Juli 2026. Im Hard Rock Stadium lieferten sich England und Norwegen das erste WM-Aufeinandertreffen ihrer Geschichte – und es brauchte die Verlängerung, um den Sieger zu ermitteln. England gewann 2:1, beide Treffer erzielte Jude Bellingham. Norwegen, erstmals seit 1998 wieder bei einer Weltmeisterschaft vertreten, schied trotz einer kämpferischen Leistung aus.
Schjelderup bringt Norwegen in Führung
Das Spiel begann ausgeglichen, doch in der 36. Minute schlug Norwegen zu. Andreas Rædergård Schjelderup nahm einen Pass von Martin Ødegaard auf und zog ab – der Ball prallte vom rechten Pfosten ins Netz. Es stand 1:0 für die Norweger. Für den Benfica-Profi war es das erste WM-Tor seiner Karriere, erst sein zweiter Turniereinsatz. Zuvor hatte er im Achtelfinale gegen Brasilien beide Treffer von Erling Haaland vorbereitet und damit wesentlichen Anteil am bis dahin größten Erfolg norwegischen WM-Fußballs gehabt. Norwegen ging verdient mit der Führung in die Pause.
Bellingham dreht das Spiel
Noch vor der Pause gelang England der Ausgleich – allerdings unter kontroversen Umständen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte schien ein weiter Abstoß des norwegischen Torhüters Ørjan Nyland ein Seil der über dem Spielfeld eingesetzten Spidercam zu berühren und dadurch seine Flugbahn zu verändern. Der Ball fiel in Englands Besitz, ehe Jude Bellingham wenige Pässe später zum 1:1 abschloss. Norwegens Trainerteam protestierte heftig, denn bei einer Berührung des Kameraseils hätte die Partie unterbrochen und mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden müssen. Die FIFA erklärte jedoch, der Sensor im Spielball habe keinen entsprechenden Kontakt registriert – das Tor blieb bestehen.
Die Partie blieb danach offen. Norwegen blieb gefährlich, England drückte auf die Entscheidung. Sie fiel erst in der Nachspielzeit: In der 93. Minute stand Bellingham goldrichtig, als ein Abschluss nicht gehalten werden konnte, und schob zum 1:2 ein. Es war sein siebtes Turniertor, womit er in der Torjägerliste mit Harry Kane gleichzog und nur noch einen Treffer hinter Spitzenreiter Haaland liegt. Der Endstand lautete 1:2 für England.
Bellingham setzt historische Marke
Das Doppelpack gegen Norwegen unterstrich erneut die herausragende Rolle Bellinghams bei diesem Turnier. Der Real-Madrid-Profi stellte beim WM 2026 einen weiteren Rekord auf: Er wurde zum jüngsten Spieler, der 50 Länderspiele für England absolvierte, und überbot damit die bisherige Bestmarke von Wayne Rooney. Norwegen hielt bis tief in die Verlängerung dagegen – Kristoffer Ajer sah in der 117. Minute noch die Gelbe Karte – und schied letztlich unglücklich aus.
England zum dritten Mal im WM-Halbfinale
Mit dem 1:2-Sieg nach Verlängerung steht England zum dritten Mal in der WM-Geschichte im Halbfinale, nach dem Titelgewinn 1966 und dem Halbfinale 2018. Norwegen hingegen endet eine bemerkenswerte Rückkehr auf die Weltbühne: Mit vier Siegen und einer Niederlage in den letzten fünf Spielen zeigte die Mannschaft eine starke Turnierserie, scheiterte aber an einem individuell überragenden Bellingham. England, mit vier Siegen und einem Unentschieden in den letzten fünf Partien ebenfalls in starker Verfassung, wartet nun auf den Halbfinal-Gegner.