120 torlose Minuten im BC Place
Vancouver, 7. Juli 2026. 120 Minuten, null Tore, maximale Spannung. Die Schweiz und Kolumbien lieferten sich im Achtelfinale der WM 2026 ein zähes Duell im BC Place, das erst im Elfmeterschießen seinen Sieger fand. Am Ende gewann die Schweiz mit 4:3 vom Punkt und zog ins Viertelfinale ein, wo sie auf Argentinien in Kansas City trifft.
Beide Teams kamen als Gruppensieger ins Spiel: Die Schweiz hatte Gruppe B mit sieben Punkten gewonnen, Kolumbien die Gruppe K vor Portugal. Im Vorfeld des Turniers war das WM-Format grundlegend verändert worden – erstmals nahmen 48 Mannschaften in 12 Vierergruppen teil, die K.o.-Phase begann mit dem Sechzehntelfinale als erster Runde. Das Achtelfinale war damit bereits die zweite K.o.-Runde dieses erweiterten Formats.
Schweiz-Trainer Murat Yakin musste kurzfristig auf Johan Manzambi verzichten. Der Stürmer von SC Freiburg hatte sich im letzten Training vor dem Spiel eine Knieverletzung ohne Gegnereinwirkung zugezogen; eine MRT-Untersuchung bestätigte den Ausfall. Manzambi war bis dahin der auffälligste Schweizer des Turniers gewesen – drei Tore und zwei Assists in vier WM-Spielen. Sein Fehlen hinterließ eine deutliche Lücke im Angriffsspiel der Eidgenossen.
Gelbe Karten prägen das Bild
Auf dem Rasen entwickelte sich ein physisch intensives Spiel, in dem keine Mannschaft klare Chancen herausspielte. Kolumbiens Defensive, die in vier WM-Spielen zuvor nur einen Gegentreffer kassiert hatte, stand kompakt und ließ Luis Díaz nach vorne wenig Raum für eigene Akzente. Auf der Gegenseite agierte Kolumbien in einem 4-4-1-1-System und vertraute auf Konter.
In der 51. Minute sah Granit Xhaka die Gelbe Karte, acht Minuten später traf es Denis Zakaria. Auf kolumbianischer Seite wurde Luis Suárez in der 60. Minute verwarnt. Trainer Lorenzo reagierte in der 66. Minute mit einem Doppelwechsel: Juan Fernando Quintero und Jaminton Campaz kamen für James Rodríguez und Jhon Arias. Die Schweiz antwortete schrittweise mit eigenen Wechseln, unter anderem kam Djibril Sow bereits zur Halbzeit für Ardon Jashari.
In der Nachspielzeit der Verlängerung spielte Granit Xhaka einen Fehlpass kurz vor dem eigenen Strafraum, aus dem sich für Jaminton Campaz eine große Torchance ergab – Campaz scheiterte jedoch. Yerry Mina kam in der 119. Minute noch für Jhon Lucumí, kurz vor dem Schlusspfiff.
Elfmeterschießen: Kobel stoppt Hernández
Das Elfmeterschießen verlief dramatisch. Juan Fernando Quintero verwandelte für Kolumbien, Granit Xhaka traf für die Schweiz. Davinson Sánchez scheiterte beim zweiten kolumbianischen Versuch, während Zeki Amdouni auf Schweizer Seite traf. Jaminton Campaz verwandelte für Kolumbien, Manuel Akanji schoss für die Schweiz daneben. Dann kam der entscheidende Moment: Cucho Hernández trat an – Gregor Kobel tauchte in die richtige Ecke und parierte. Cedric Itten und Rubén Vargas verwandelten anschließend sicher für die Schweiz, Luis Díaz traf ebenfalls noch für Kolumbien. Doch das reichte nicht mehr: Die Schweiz gewann das Elfmeterschießen 4:3.
Ausblick
Für die Schweiz ist es nach dem 2:0-Sieg gegen Algerien im Sechzehntelfinale – dem ersten K.o.-Rundengewinn seit 1938 – nun der nächste historische Schritt: das Viertelfinale gegen Argentinien in Kansas City. Kolumbien scheidet nach einer starken Turnierserie aus – drei Siege, ein Unentschieden in den letzten fünf Spielen konnten das Ausscheiden nicht verhindern.