Houston, 4. Juli 2026 – Im NRG Stadium hat Marokko den Gastgeber Kanada mit 3:0 aus dem Turnier geworfen. Das Achtelfinale der FIFA WM 2026 – in diesem Jahr bereits die zweite K.-o.-Runde, nachdem das erstmals auf 48 Teams erweiterte Turnier mit einem Sechzehntelfinale begann – endete ohne jeden Zweifel über den Sieger. Die Atlas Lions stehen damit zum zweiten Mal in Folge unter den letzten Acht.
Torlose erste Hälfte, hitzige Atmosphäre
Die erste Hälfte brachte Emotionen, aber keine Tore. Auf kanadischer Seite sah Richie Laryea in der 40. Minute Gelb, Jonathan David folgte drei Minuten später. Marokko kassierte Verwarnungen gegen Achraf Hakimi (40.) und musste in der 22. Minute einen frühen Rückschlag hinnehmen: Ismael Saibari schied mit einer Oberschenkelverletzung aus. Trainer Mohamed Ouahbi brachte Soufiane Rahimi – eine Entscheidung, die das Spiel prägen sollte.
Ounahi entscheidet das Spiel
Kurz nach Wiederanpfiff fiel die Vorentscheidung. In der 50. Minute verwandelte Azzedine Ounahi einen einstudierten Freistoß: Hakimi spielte den ruhenden Ball flach quer, Ounahi vollendete aus dem Rückraum mit dem rechten Fuß unhaltbar ins linke Eck – 0:1. Der Mittelfeldspieler des Girona FC hatte sich seit seinem Durchbruch bei der WM 2022 in Katar zu einer der verlässlichsten Figuren im marokkanischen Spiel entwickelt; in allen sieben vorherigen Partien, in denen er traf, gewann Marokko. Dieses Muster setzte sich fort.
Kanada fand kaum Mittel dagegen. Die Einwechslungen von Jesse Marsch – Cyle Larin (63.) und später Jacob Shaffelburg (78.) – brachten keine Belebung. In der 82. Minute trat Ounahi erneut in Erscheinung: Brahim Díaz trieb den Ball nach vorne, legte zurück, und Ounahi schoss aus der zweiten Reihe kraftvoll ins Kreuzeck – 0:2. Damit hatte der 24-Jährige beide Treffer erzielt und war der klare Schlüsselspieler der Partie.
Rahimi setzt den Schlusspunkt – Díaz mit afrikanischem Rekord
In der Nachspielzeit machte Soufiane Rahimi alles klar. Díaz drang in den kanadischen Strafraum ein, legte flach quer, und Rahimi vollendete zum 0:3 (98.). Mit diesem Assist stellte Díaz einen afrikanischen Rekord von vier WM-Assists auf. Rahimi selbst bewies einmal mehr seine Qualität als Joker.
Für Kanada endet das Turnier im Achtelfinale. Das Team von Jesse Marsch hatte die Gruppenphase des auf 48 Nationen erweiterten Formats – zwölf Gruppen à vier Teams, 32 Qualifikanten – genutzt, um erstmals überhaupt ein WM-K.-o.-Spiel zu gewinnen. Gegen Marokko war der Unterschied in Qualität und Reife jedoch zu groß. Marokko trifft als erstes Team des Turniers im Viertelfinale auf seinen nächsten Gegner.