Inglewood, Kalifornien. Das SoFi Stadium erlebte am Abend ein Viertelfinale, das erst in der Schlussphase eine Entscheidung brachte. Spanien besiegte Belgien mit 2:1 und zog damit in das Halbfinale der WM 2026 ein, wo Frankreich wartet. Der amtierende Europameister hatte über weite Strecken das Geschehen kontrolliert, musste aber bis zur 88. Minute zittern.
Fabián Ruiz Peña trifft – dann bricht der Rekord
Spanien übernahm von Beginn an die Initiative. In der 30. Minute belohnte sich die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente: Dani Olmos Schuss wurde von Thibaut Courtois pariert, der Abpraller landete direkt vor den Füßen von Fabián Ruiz Peña, der den Ball unhaltbar ins Tor hämmerte – 1:0. Der PSG-Mittelfeldmann, der mit Spanien bereits die Euro 2024 und die UEFA Nations League gewonnen hatte, erzielte damit sein Turniertor zur richtigen Zeit.
Was folgte, war ein kollektiver Schock für die spanische Defensive. Keeper Unai Simón hatte vor diesem Spiel einen WM-Rekord aufgestellt: mehr als 650 Minuten ohne Gegentor – ein Wert, den es in dieser Form bei einer Weltmeisterschaft noch nie gegeben hatte. Charles De Ketelaere beendete diese Serie in der 41. Minute. Der Atalanta-Stürmer nutzte eine Flanke von Timothy Castagne, setzte sich körperlich gegen Pau Cubarsí durch und köpfte präzise ins linke Eck – 1:1. Es war der erste Gegentreffer Spaniens im gesamten Turnier.
Belgien kämpft mit zwei Ausfällen – und hält bis kurz vor Schluss
Belgien hatte das Spiel bereits vor dem Anpfiff unter schwierigen Vorzeichen begonnen. Kapitän Youri Tielemans fehlte von Beginn an, nachdem er sich beim Aufwärmen verletzt hatte. In der zweiten Halbzeit verschärfte sich die Lage weiter: Stammtorhüter Thibaut Courtois musste das Feld in der 71. Minute verletzungsbedingt verlassen, Senne Lammens übernahm das Tor. Trotz dieser personellen Einschränkungen hielten die Belgier das Remis lange aufrecht – und verteidigten mit Disziplin im 4-2-3-1 gegen den spanischen Ballbesitz.
Spanien drängte in der Schlussphase auf den Siegtreffer. In der 86. Minute kam Mikel Merino für Dani Olmo ins Spiel. Nur zwei Minuten später war das Spiel entschieden: Pau Cubarsís Distanzschuss wurde von Lammens abgeklatscht, Merino stand goldrichtig und staubte aus nächster Nähe ab – 2:1 in der 88. Minute. Es war das zweite Mal in diesem Turnier, dass Merino als Einwechselspieler einen späten Siegtreffer erzielte; im Achtelfinale gegen Portugal hatte er dasselbe Muster gezeigt. Dass der Arsenal-Profi überhaupt beim Turnier dabei ist, war keine Selbstverständlichkeit: Eine Fußoperation vor der WM hatte seinen Einsatz lange in Frage gestellt.
Einordnung und Ausblick
Spanien setzte sich in diesem Viertelfinale dank einer stabilen Form durch: Aus den letzten fünf Spielen holte die Mannschaft vier Siege und ein Unentschieden. Belgien kam auf drei Siege und zwei Unentschieden im selben Zeitraum – genug, um bis in die Runde der letzten Acht zu gelangen, aber nicht genug für das Halbfinale. Im nun folgenden Halbfinale trifft Spanien auf Frankreich. Die WM 2026 – erstmals mit 48 Teams in 12 Gruppen, wobei die K.o.-Phase bereits im Sechzehntelfinale begann – liefert damit ein iberisch-französisches Duell um den Finaleinzug.