Borussia Dortmund hat seinen nächsten großen Zukunftstransfer fixiert. Konstantinos Karetsas kommt vom KRC Genk, kostet laut Medienberichten im Gesamtpaket rund 30 Millionen Euro, zuzüglich weiterer Boni und einer Weiterverkaufsbeteiligung und soll beim BVB sofort Teil der Profimannschaft werden. Für Genk ist es ein historischer Deal, für Dortmund ein klares Signal: Nach dem Abgang von Julian Brandt wollte man auf der Zehn nicht nur reagieren, sondern einen Spieler verpflichten, der langfristig prägen kann. Karetsas wird bei den Schwarz-Gelben künftig mit der Rückennummer 19 auflaufen.
Ricken: „Kos hat Bock auf den BVB“
Dass Dortmund den Transfer mit Nachdruck verfolgte, zeigte sich schon in den vergangenen Wochen. Sky berichtete, dass der BVB Karetsas intern als Wunschspieler für die Brandt-Nachfolge festlegte und sein Angebot mehrfach nachbesserte. Auch andere Klubs hatten den 18-Jährigen auf dem Radar, doch Karetsas entschied sich für Dortmund.
Lars Ricken, Geschäftsführer Sport beim BVB, erklärte in der offiziellen Mitteilung: „Mit Kos gewinnen wir einen Spieler für Borussia Dortmund, der mit gerade einmal 18 Jahren schon enorme Fähigkeiten besitzt.“ In den Gesprächen habe man „vom ersten Moment an gemerkt, dass Kos Bock auf den BVB hat“. Gleichzeitig betonte Ricken, dass der Klub trotz der vorhandenen Qualität noch viel Entwicklungspotenzial sehe.
Sportdirektor Ole Book hob vor allem das fußballerische Profil hervor. Karetsas werde die Mannschaft „mit seiner Kreativität und seiner Spielintelligenz“ bereichern. Besonders spannend sei seine Fähigkeit, „in engen Räumen schnelle Lösungen zu finden, speziell im letzten Drittel.“
Geboren in Genk, Nationalspieler für Griechenland
Karetsas wurde in Genk als Sohn griechischer Eltern geboren. Schon als Achtjähriger wechselte er in die Nachwuchsakademie des KRC Genk, später folgte ein Zwischenstopp beim RSC Anderlecht, ehe er nach Genk zurückkehrte. Dort galt er früh als Ausnahmetalent.
Im August 2023 debütierte Karetsas als 15-Jähriger in der zweiten belgischen Liga. Noch in derselben Saison kam er erstmals für die Profimannschaft in der Jupiler Pro League zum Einsatz. Unter dem deutschen Trainer Thorsten Fink, der in Dortmund geboren wurde, entwickelte sich der Offensivspieler 2024/25 endgültig zum Leistungsträger.
Fink beschrieb Karetsas zuletzt als „technisch hervorragenden Spieler“, der gute Dribblings habe und den letzten Pass spielen könne. Besonders bemerkenswert: Obwohl Karetsas auch für Belgien spielberechtigt gewesen wäre, entschied er sich für Griechenland. Im März 2025 gab er sein Debüt, mittlerweile hält er bereits bei zehn Länderspielen, drei Toren und einem Assist. Beim 3:0 gegen Schottland wurde er mit 17 Jahren, vier Monaten und vier Tagen zum jüngsten Torschützen der griechischen Nationalmannschaft.
Starke Zahlen für einen 18-Jährigen
Trotz seines Alters bringt Karetsas bereits erstaunlich viel Profierfahrung mit. Für Genk absolvierte er insgesamt 92 Pflichtspiele, erzielte sechs Tore und bereitete 23 Treffer vor. In der vergangenen Saison kam er in der belgischen Liga auf 34 Einsätze und elf Assists. In der Europa League erreichte er mit Genk das Achtelfinale und sammelte dort in elf Spielen zwei Tore und fünf Vorlagen.
Diese Zahlen erklären, warum Dortmund bereit war, für einen 18-Jährigen tief in die Tasche zu greifen. Karetsas ist kein reines Perspektivprojekt mehr, sondern ein Spieler, der auf Profiniveau bereits regelmäßig Wirkung erzeugt. Er fühlt sich im offensiven Mittelfeld am wohlsten, kann aber auch über den rechten Flügel kommen. Seine größten Stärken liegen im Dribbling, im Spiel zwischen den Linien und im Gespür für den finalen Pass.
Dortmund setzt sich gegen Konkurrenz durch
Ganz überraschend kommt der Schritt nach Dortmund nicht. Karetsas wurde schon länger mit europäischen Topklubs in Verbindung gebracht. Bayern München soll bereits im vergangenen Jahr interessiert gewesen sein, in internationalen Gerüchtelisten tauchten auch Klubs wie Arsenal, Chelsea und Real Madrid auf. Zuletzt wurde zudem Milan als Beobachter der Situation genannt.
Am Ende entschied sich Karetsas aber für den BVB. Der Spieler selbst sagte über seinen Wechsel: „Borussia Dortmund ist ein besonderer Verein und ich bin unglaublich stolz, jetzt das schwarz-gelbe Trikot tragen zu dürfen.“ Er freue sich darauf, bald „in diesem beeindruckenden Stadion“ vor den Fans zu spielen.
Für Dortmund ist der Transfer eine Wette auf die Gegenwart und Zukunft zugleich. Karetsas soll sofort Kreativität bringen, aber vor allem in den kommenden Jahren zu einem zentralen Gesicht der Offensive werden. Für Genk ist der Deal finanziell historisch und noch teurer als der bisherige Rekordtransfer von Tolu Arokodare zu Wolverhampton in der Vorsaison – und für den BVB die nächste große Investition in ein außergewöhnliches Talent.