Nach übereinstimmenden Medienberichten überweist der VfB rund 25 Millionen Euro nach Wolfsburg. Laut „Bild“ handelt es sich dabei um eine fixe Summe, weitere Bonuszahlungen wurden nicht vereinbart. Pejčinović soll in Stuttgart künftig etwa 2,5 Millionen Euro pro Saison verdienen. Eine Ausstiegsklausel enthält sein Fünfjahresvertrag nicht.
Über Bayern und Augsburg nach Wolfsburg
Der in München geborene Sohn montenegrinischer Eltern begann beim SC Bajuwaren München und wechselte anschließend in den Nachwuchs des FC Bayern. 2017 ging es in die Akademie des FC Augsburg, ehe Wolfsburg den damals 17-Jährigen im Sommer 2022 verpflichtete. Schon damals galt Pejčinović als einer der interessanteren deutschen Mittelstürmer seines Jahrgangs.
Bei den „Wölfen“ überzeugte er zunächst vor allem im Nachwuchs. Für die U19 erzielte Pejčinović 36 Treffer in 38 Spielen. Im Mai 2023 folgte sein Bundesliga-Debüt, der unmittelbare Durchbruch bei den Profis blieb zunächst aber aus. Deshalb verlieh ihn Wolfsburg in der Saison 2024/25 an Fortuna Düsseldorf.
In Düsseldorf kam Pejčinović aufgrund von Verletzungsproblemen nicht durchgehend zum Zug. Dennoch gelangen ihm fünf Tore in 20 Pflichtspielen. Die Leihe erwies sich damit als wichtiger Zwischenschritt, ehe er nach Wolfsburg zurückkehrte und sich in der vergangenen Saison endgültig auf Bundesliga-Niveau etablierte.
Durchbruch trotz Wolfsburger Abstieg
Besonders spektakulär war sein erster großer Bundesliga-Auftritt: Beim 3:4 gegen den SC Freiburg im Dezember 2025 erzielte Pejčinović gleich seine ersten drei Bundesliga-Tore und wurde damit zum jüngsten Wolfsburger Dreifachtorschützen der Bundesliga-Geschichte.
Insgesamt kam der 1,88 Meter große Angreifer in der vergangenen Saison auf zwölf Tore in 34 Pflichtspielen. Acht Treffer erzielte er in 18 Bundesliga-Partien zwischen Dezember und Mai, außerdem traf er im Relegationsduell gegen den SC Paderborn. Den Wolfsburger Abstieg konnte er dennoch nicht verhindern.
Der Stürmer sah danach die Gelegenheit für den nächsten Karriereschritt. Wolfsburg-Geschäftsführer Dieter Hecking bestätigte, dass Pejčinović den Verein ausdrücklich verlassen wollte. Der Spieler selbst betonte, sein Wechsel sei „keine Entscheidung gegen den VfL“, vielmehr wolle er sich bei einem Champions-League-Teilnehmer weiterentwickeln.
Stuttgart setzt sich gegen Leipzig und Porto durch
Der Transfer zog sich über mehrere Wochen. Stuttgart hatte Pejčinović früh zu seinem Wunschspieler erklärt, während Wolfsburg auf seiner Ablöseforderung beharrte. Am Ende erfüllte der VfB mit den rund 25 Millionen Euro offenbar weitgehend die Vorstellungen des Absteigers.
Dabei waren die Schwaben nicht die einzigen Interessenten. Auch der FC Porto wollte Pejčinović verpflichten, zudem beschäftigte sich RB Leipzig mit dem Angreifer. Nach Informationen der „Bild“ erwogen die Leipziger nach einem gescheiterten anderen Stürmertransfer noch einen späten Vorstoß. Pejčinović hatte sich allerdings schon früh auf Stuttgart festgelegt.
Der 21-Jährige bestätigte nach dem Wechsel, dass die Gespräche mit den VfB-Verantwortlichen den Ausschlag gaben. Stuttgart-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth bezeichnete es seinerseits als starkes Signal, dass sich ein „am Markt sehr begehrter Spieler“ für den VfB entschieden habe.
Konkurrenz mit Undav und Demirović
In Stuttgart wird Pejčinović allerdings nicht automatisch gesetzt sein. Mit Deniz Undav und Ermedin Demirović besitzt Trainer Sebastian Hoeneß bereits zwei erfahrene Mittelstürmer. Der Neuzugang soll den Konkurrenzkampf erhöhen, gleichzeitig aber auch beide Routiniers während einer Saison mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal entlasten.
Der VfB zahlt damit eine hohe Summe für einen Spieler, der erst am Anfang seiner Bundesliga-Karriere steht. Pejčinović bringt mit seiner Größe, seinem Instinkt im gegnerischen Strafraum und seiner starken Torquote allerdings ein interessantes Gesamtpaket mit. Nach dem persönlichen Durchbruch in einer sportlich schwierigen Wolfsburger Saison folgt nun der nächste Schritt – bei einem Klub, bei dem die Konkurrenz größer, die internationale Bühne dafür aber ebenfalls deutlich attraktiver ist.