Nach Wochen voller Spekulationen verdichten sich nun die Hinweise, dass es nicht nach Barcelona oder Dortmund geht, sondern zu RB Leipzig.
Laut dpa und „Welt“ steht Asllani bei Leipzig ganz oben auf der Wunschliste. Bereits zuvor hatte „Sky“ berichtet, dass es eine grundsätzliche Einigung zwischen dem Spieler und RB geben soll. Die Ablöse soll mindestens 25 Millionen Euro betragen, in mehreren Berichten ist von einer Ausstiegsklausel im Bereich zwischen 25 und 29 Millionen Euro die Rede. Damit wäre Asllani einer der teuersten Hoffenheimer Verkäufe der jüngeren Vergangenheit.
Barcelona als großer Traum
Lange schien das Rennen offen. Borussia Dortmund wurde immer wieder als naheliegende Bundesliga-Option genannt, weil der BVB nach zusätzlichen Offensivlösungen suchte. Gleichzeitig tauchte der FC Barcelona in den Gerüchten auf – und dieses Interesse machte die Angelegenheit komplizierter. Spanische Berichte schrieben zuletzt, Asllani habe einen Leipzig-Wechsel zunächst verzögert, weil er weiter auf ein konkretes Signal aus Barcelona gehofft habe.
Für Barça wäre Asllani eine vergleichsweise günstige Lösung gewesen: jung, entwicklungsfähig, bereits Bundesliga-erprobt und mit hoher Abschlussqualität. Doch die Katalanen sollen parallel andere Stürmerprofile priorisiert haben. Leipzig nutzte diese Situation offenbar, um den Deal wieder in die eigene Richtung zu ziehen.
Durchbruch nach Elversberg-Leihe
Sportlich ist der Hype um Asllani nachvollziehbar. In der Saison 2024/25 spielte er auf Leihbasis für die SV Elversberg und war dort einer der auffälligsten Angreifer der 2. Bundesliga. Für die Saarländer kam er wettbewerbsübergreifend auf 37 Spiele und 19 Tore.
Nach seiner Rückkehr nach Hoffenheim setzte er das nächste Ausrufezeichen. In der Bundesligasaison 2025/26 kam Asllani auf 28 Ligaeinsätze und neun Tore, wettbewerbsübergreifend waren es 30 Spiele und zehn Treffer. Dazu kamen mehrere Assists und vor allem eine deutlich gewachsene Rolle im TSG-Angriff. Asllani war nicht mehr nur ein Strafraumspieler, sondern ein Angreifer, der ausweichen, Bälle festmachen und Tiefe attackieren kann.
Auch Austria als Karrierebaustein
Aus österreichischer Sicht ist Asllani ebenfalls kein Unbekannter. In der Saison 2023/24 spielte er leihweise für Austria Wien. Die Veilchen holten den damals 21-Jährigen von Hoffenheim, um mehr Durchschlagskraft in die Offensive zu bringen. In Favoriten kam Asllani in der Bundesliga auf 16 Einsätze und vier Tore. Der große Durchbruch gelang ihm dort zwar noch nicht, doch die Austria-Leihe war ein wichtiger Zwischenschritt: Regelmäßiger Profifußball, ein anderes Umfeld und erste internationale Erfahrung im Erwachsenenbereich.
Über Union Berlin nach Hoffenheim
Asllanis Karriere begann in Berlin. Nach Stationen im Nachwuchs von BFC Dynamo und Union Berlin wechselte er 2020 zur TSG Hoffenheim. Dort spielte er zunächst für die zweite Mannschaft, rückte später in den Profikader auf und debütierte bereits 2021 in der Bundesliga. Der Weg zum Stammspieler war aber nicht geradlinig, weshalb die Leihen nach Wien und Elversberg für seine Entwicklung entscheidend wurden.
Leipzig als logischer Schritt
Für Leipzig würde der mögliche Transfer gut ins bekannte Muster passen. RB sucht regelmäßig junge, dynamische Offensivspieler mit Wiederverkaufspotenzial. Asllani bringt genau dieses Profil mit: 23 Jahre alt, Nationalspieler des Kosovo, körperlich robust, flexibel einsetzbar und zuletzt mit beeindruckender Torquote – konstant über mehrere Saisonen.
Für Hoffenheim wäre der Abgang, der sich bereits über einen längeren Zeitraum abzeichnete, sportlich bitter, wirtschaftlich aber lukrativ. Ein Angreifer, der vor zwei Jahren noch bei der Austria nach Konstanz suchte, steht nun vor einem Transfer in der Gesamtgrößenordnung von knapp 30 Millionen Euro. Und dass die Leipziger dabei Klubs wie Dortmund oder Barcelona ausstechen können, ist eine durchaus prestigeträchtige Ansage.
Daghim kommt als Ersatz
Apropos Hoffenheim: Sportchef Andreas Schicker hat den Ersatz für Asllani bereits in Salzburg gefunden. Adam Daghim, zuletzt an Absteiger Wolfsburg verliehen, schließt sich der TSG an und kostet die Sinsheimer 13 Millionen Euro zuzüglich potentieller, späterer Boni. Damit folgt der 20-jährige Däne seinem einstigen Wolfsburg-Teamkollegen Patrick Wimmer zur Ilzer-Elf.