Charles Leclerc hat beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone seinen ersten Saisonsieg gefeiert und damit das Titelrennen der Formel 1 neu entfacht. Der Monegasse profitierte dabei auch vom Pech seines Verfolgers: Kimi Antonelli, der das Rennen lange von Platz zwei aus kontrollierte, meldete zehn Runden vor Rennende per Funk: “Irgendwas ist kaputt.” Der WM-Spitzenreiter fiel zurück und schied letztlich punktlos aus.
Hinter Ferrari-Pilot Leclerc komplettierten George Russell und Rekordweltmeister Lewis Hamilton das Podium – es war bereits der vierte verschiedene Sieger in vier aufeinanderfolgenden Rennen. “Endlich!”, funkte Leclerc an die Box, sein bislang letzter Sieg war ihm im Herbst 2024 gelungen: “Harte Arbeit zahlt sich aus.” In der WM-Wertung rückte Russell damit auf 25 Punkte an Antonelli heran, Hamilton folgt weitere sieben Zähler dahinter.
Das Wochenende war vom Duell Ferrari gegen Mercedes geprägt: Antonelli hatte Sprint und Qualifying dominiert, doch im Rennen fand überraschend auch Leclerc vom zweiten Startplatz aus sein Tempo. Als die Ampeln ausgingen, kam Polesetter Antonelli schlecht weg – beide Ferrari-Piloten zogen vorbei, Leclerc übernahm die Spitze. Hamilton wiederum kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil er in der Startbox minimal nach vorne gerollt war. Noch bevor er die Strafe absitzen konnte, schnappte sich Antonelli in Runde elf den zweiten Platz.
Ferrari entschied sich nach der späten Safety-Car-Phase – ausgelöst durch Max Verstappens Ausritt von der Strecke – für einen Reifenwechsel, woraufhin Russell an Hamilton vorbeizog. Da das Rennen hinter dem Safety Car endete, blieb es dabei.
Auch abseits der Strecke brodelte es: Teamchef Fred Vasseur (Ferrari) und Toto Wolff (Mercedes) lieferten sich ein Scharmützel über Kostenobergrenzen und Wettrüsten. “Fred geht schnell sehr leicht an die Decke, aber so ist es, ich kenne ihn 25 Jahre”, sagte Wolff bei Sky: “Wir sind Konkurrenten in erster Linie und manchmal geht man durch leichtere und schwierigere Zeiten.” Für Nico Hülkenberg setzte sich derweil der Punktefluch fort: In Runde 38 musste der Emmericher seinen Audi abstellen, ohne in die Punkteränge vorgestoßen zu sein. 2025 hatte er in Silverstone noch sensationell Platz drei und nach 15 Jahren Wartezeit sein erstes Formel-1-Podium gefeiert.