Mexiko-Stadt, Estadio Azteca. Nach rund einer Stunde Verzögerung durch ein schweres Gewitter rollte der Ball im Sechzehntelfinale der WM 2026 — und Mexiko ließ Ecuador keine Chance. Der Co-Gastgeber gewann vor heimischer Kulisse mit 2:0 und löste das Ticket für das Achtelfinale. Für Mexiko war es der erste K.o.-Sieg bei einer Weltmeisterschaft seit 1986.
Dominante erste Halbzeit entscheidet das Spiel
Mexiko übernahm von Beginn an die Kontrolle. In der 22. Minute fiel die Führung: Julián Andrés Quiñones Quiñones, nach einer Vorlage von Alvarado, empfing einen Steilpass hinter die ecuadorianische Abwehr, dribblte in den Strafraum und schloss präzise ab — 1:0. Der in Kolumbien geborene Stürmer, der sich 2023 für die mexikanische Nationalmannschaft naturalisieren ließ und in der Saudi Pro League 2025/26 mit 33 Saisontoren Torschützenkönig wurde, bewies einmal mehr seinen Killerinstinkt.
Nur neun Minuten später legte Mexiko nach. Raúl Alonso Jiménez Rodríguez erkämpfte den Ball im Angriffspressing, kombinierte mit Quiñones und vollendete nach Rückpass präzise in den Winkel — 2:0 in der 31. Minute. Es war ein weiteres Kapitel in der Karriere eines Stürmers, der 46 Länderspieltore für Mexiko erzielt hat, die WM 2026 als sein viertes Turnier bestreitet und nach einem lebensbedrohlichen Schädelbruch im November 2020 auf das Spielfeld zurückgekehrt ist.
Ecuador ohne Durchschlagskraft, Schlussphase mit Disziplinproblemen
Ecuador, das sich als einer der acht besten Gruppendritten für die K.o.-Phase qualifiziert hatte, fand nach dem Doppelschlag kein wirksames Mittel. Trainer Javier Aguirre stellte nach der Pause auf Verwaltung um; Mexiko ließ hinten wenig zu. Ecuador reagierte mit zwei Wechseln zur Halbzeit — Franco und Ordonez wurden durch Medina und Preciado ersetzt — blieb aber harmlos.
Die Schlussphase gehörte den Gelb-Roten: Hincapié sah in der 95. Minute die Rote Karte, Páez wurde in der 93. und Caicedo in der 99. Minute verwarnt. An der Niederlage änderten diese Szenen nichts mehr.
Historische Einordnung und Ausblick
Die WM 2026 trägt erstmals 48 statt 32 Teams. Die Gruppenphase umfasst zwölf Gruppen zu je vier Teams; in die K.o.-Phase zogen 32 Mannschaften ein: die zwölf Gruppensieger, die zwölf Gruppenzweiten sowie die acht besten Gruppendritten. Das bedeutet: Die K.o.-Phase beginnt 2026 mit dem Sechzehntelfinale — einer Runde, die es bei früheren Weltmeisterschaften nicht gab. Das Achtelfinale ist erst die zweite K.o.-Runde.
Mexiko hatte die Gruppe A als Sieger abgeschlossen — drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor. Im Achtelfinale wartet nun der nächste Gegner auf den Co-Gastgeber, der das Estadio Azteca als Heimvorteil und eine eingespielten Mannschaft mit in die Waagschale wirft.