Für die Schweiz war der Erfolg gegen Slowenien allerdings deutlich härter erarbeitet als die beiden Siege zuvor. Nach dem frühen Rückstand brauchte die Mannschaft von Murat Yakin etwas Zeit, fand aber noch vor der Pause die passende Antwort.
Schweiz dreht frühen Rückstand gegen Slowenien
Für die Schweiz begann der Abend denkbar schlecht. Gerade einmal 88 Sekunden waren gespielt, als die hoch stehende Defensive überspielt wurde. Aljoša Matko fand Zan Vipotnik, der den Ball an der Strafraumgrenze annahm und aus der Drehung präzise ins lange Eck traf.
Es war gleichzeitig der erste Gegentreffer der Schweizer in dieser Nations-League-Saison. Die ersten beiden Spiele gegen Nordmazedonien und Schottland hatte die Mannschaft jeweils mit 3:0 gewonnen.
Die Reaktion auf den frühen Rückschlag fiel allerdings stark aus. Die Schweiz übernahm die Kontrolle und kam schon in der zehnten Minute zum Ausgleich. Nach einer einstudiert wirkenden Eckballsequenz gelangte der Ball über Manuel Akanji und Remo Freuler gefährlich vors Tor. Erik Janža fälschte ab, anschließend griff Jan Oblak unglücklich daneben und der Ball landete zum 1:1 im Netz.
Danach entwickelte sich eine wesentlich zähere Partie. Slowenien verteidigte kompakt, körperlich und mit einer Fünferkette, während die Schweizer mit viel Ballbesitz nach Lücken im gegnerischen Abwehrverbund suchten. Die Gastgeber kamen am Ende auf rund 67 Prozent Ballbesitz und 13 Abschlüsse, taten sich gegen den tiefen Block aber phasenweise schwer, wirklich klare Chancen herauszuspielen.
In der 38. Minute funktionierte das Schweizer Kombinationsspiel dennoch. Über Ardon Jashari, Freuler und Zeki Amdouni wurde der Angriff schnell durchs Zentrum weitergetragen, am Ende kam Dan Ndoye an den Ball und stellte auf 2:1.
Nach der Pause hätte die Schweiz die Partie früher entscheiden können. Johan Manzambi und Amdouni scheiterten an Oblak, wodurch Slowenien bis zum Ende im Spiel blieb. In der 90. Minute bot sich Zan Celar sogar noch die Chance auf den Ausgleich, doch Gregor Kobel parierte.
Murat Yakin sprach anschließend von einer sehr guten Reaktion seiner Mannschaft, räumte aber auch ein, dass diesmal mehr Aufwand notwendig gewesen sei. Ähnlich sah es Freuler, der trotz des Sieges betonte, dass die Schweiz nicht ihr bestes Leistungsniveau erreicht habe.
Mit neun Punkten aus drei Spielen und 8:1 Toren steht die Schweiz dennoch souverän an der Spitze ihrer Gruppe in Liga B.
Spanien gewinnt trotz großer Rotation
Auch Spanien hält nach drei Spielen beim Punktemaximum. Luis de la Fuente veränderte seine Startelf gegen Tschechien gleich auf neun Positionen, dennoch erwischte der Welt- und Europameister einen starken Start.
Lamine Yamal traf bereits in der sechsten Minute. Nach einem Doppelpass mit Dani Olmo zog der Flügelspieler von rechts nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck. Für Yamal war es bereits das vierte Tor in dieser Nations-League-Saison.
Rodri erhöhte in der 35. Minute auf 2:0. Spanien kontrollierte die Partie mit viel Ballbesitz, musste nach der Pause aber einen deutlichen Leistungsabfall hinnehmen. Jiří Sláma verkürzte in der 69. Minute, wenig später schien Tschechien sogar auszugleichen. Der Treffer wurde jedoch wegen eines Fouls in der Entstehung aberkannt.
Die Gäste schwächten sich anschließend selbst: Kapitän Ladislav Krejčí sah in der Schlussphase Gelb-Rot. Mikel Merino machte in der 89. Minute mit dem 3:1 alles klar.
Die Statistiken spiegeln Spaniens Überlegenheit grundsätzlich wider: 69 Prozent Ballbesitz, 18:5 Abschlüsse und 1,99:0,49 xG. Ganz so eindeutig, wie diese Zahlen vermuten lassen, war die zweite Halbzeit allerdings nicht.
De la Fuente erklärte danach, dass sein Team vor der Pause sehr gut gespielt habe, die vielen Wechsel später aber den Rhythmus störten. Angesichts von vier Spielen innerhalb von zehn Tagen gehe es auch darum, die Belastung der Spieler zu steuern. Spanien steht nach drei Siegen bei neun Punkten und führt die Gruppe vor England an.
Das spektakulärste Ergebnis des Abends lieferte allerdings England. Die Three Lions feierten in Rijeka einen historischen 7:0-Auswärtssieg gegen Kroatien und fügten dem WM-Dritten von 2022 damit die höchste Niederlage seiner Länderspielgeschichte zu. Über den Kantersieg der Engländer haben wir bereits in einem eigenen Artikel ausführlich berichtet.
Schweiz-Verfolger Schottland feiert ersten Sieg
Im zweiten Spiel der Schweizer Gruppe setzte sich Schottland mit 2:0 in Nordmazedonien durch. Kieron Bowie erzielte bereits früh sein erstes Länderspieltor, John McGinn erhöhte nach der Pause per Elfmeter. Für Kapitän Andy Robertson war es ein besonderer Abend: Der Liverpool-Verteidiger absolvierte sein 100. Länderspiel.
In Liga C besiegte Finnland Albanien mit 2:1, wobei Leo Walta beide finnischen Treffer erzielte und nun ebenfalls bei vier Toren in dieser Nations-League-Saison hält. Belarus setzte sich mit 4:0 gegen San Marino durch. Estland gewann 1:0 gegen Luxemburg, Island ließ Bulgarien beim 3:0 keine Chance.
Österreich will Tabellenführung im Kosovo festigen
Am heutigen Sonntag steht auch für Österreich die nächste Nations-League-Partie auf dem Programm. Die Mannschaft von Ralf Rangnick gastiert um 18:00 Uhr im Kosovo und führt die Gruppe B3 nach zwei Siegen und dem 2:2 in Irland mit sieben Punkten an. Kosovo folgt mit vier Zählern.
Das Hinspiel gewann Österreich mit 3:1, Rangnick erwartet in Pristina allerdings eine wesentlich schwierigere Aufgabe. Zusätzlich bereitete dem Teamchef der Zustand des Rasens Sorgen. Trotz der guten Ausgangslage will Österreich nicht auf ein Unentschieden spielen und mit einem weiteren Sieg einen großen Schritt in Richtung Aufstieg machen.
Der Teamchef wird angesichts des dichten Spielplans wohl wieder rotieren müssen. Speziell auf der Doppelsechs ist Österreich dünn besetzt, zudem ist die Belastung für Xaver Schlager und Nicolas Seiwald nach den letzten Partien bereits hoch.
Deutschland braucht in Griechenland Punkte
Etwas größerer Druck lastet auf Deutschland. Um 20:45 Uhr trifft die Mannschaft von Jürgen Klopp in Thessaloniki erneut auf Griechenland. Das erste Duell verlor das DFB-Team mit 0:1, ehe am Donnerstag mit dem überzeugenden 2:0 gegen Serbien der erste Sieg unter Klopp gelang.
Griechenland führt die Gruppe mit sieben Punkten vor den Niederlanden mit fünf und Deutschland mit vier Zählern an. Ein weiterer Punkteverlust würde den Kampf um die ersten beiden Plätze für die DFB-Elf erheblich erschweren.
Klopp will deshalb an die Leistung gegen Serbien anknüpfen, bei der Deutschland vor allem mit aggressivem Gegenpressing und hoher Intensität überzeugte. Gleichzeitig trifft Deutschland auf eine griechische Mannschaft, die beim 2:2 gegen die Niederlande erneut zeigte, wie gefährlich sie aus einem kompakten Block heraus umschalten kann.
Parallel empfängt die Niederlande Serbien. In der Gruppe A4 will Portugal gegen Norwegen den vierten Sieg im vierten Spiel einfahren, während Wales auf Dänemark trifft.